Alsdorf - Alsdorfer Gymnasium: „Dalton ist die flexible Reaktion auf Schulentwicklung.“

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Alsdorfer Gymnasium: „Dalton ist die flexible Reaktion auf Schulentwicklung.“

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Der vorerst letzte in einer Kette von Schulleitern, die die Geschicke des Alsdorfer Gymnasiums über 100 Jahre gelenkt haben: Oberstudiendirektor Wilfried Bock. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Seit zwölf Jahren leitet Oberstudiendirektor Wilfried Bock die Geschicke des Gymnasiums Alsdorf, dem heutigen Dalton-Gymnasium. Über das nunmehr etablierte Schulkonzept und die Festlichkeiten zum 100-Jährigen sprach Holger Bubel mit dem Schulleiter.

Wie haben Sie die Schule zu Ihrem Amtsantritt 2002 vorgefunden?

Bock: Man konnte Potenzial, aber auch einen Entwicklungsbedarf feststellen. Das stellt man bei einem Unternehmen Schule, was sie ja in gewisser Hinsicht ist, nicht am ersten Tag fest. Den kritischen Zustand der „Hardware“ habe ich frühzeitig angesprochen.

Was war Ihr Anspruch bei der Übernahme des Gymnasiums?

Bock: : Das Förderpostulat des NRW Schulgesetzes machte auch an unserer Schule eine Neuausrichtung notwendig. Es hat sich da in den vergangenen zehn Jahren ja auch sehr viel getan: Internationale Schulvergleiche, Zentralabitur, G8, Qualitätsanalysen und jetzt Inklusion. Und nicht zuletzt der demografische Wandel, der auch eine geringere Schülerzahl bedeutet. Es musste sich etwas ändern.

Und Dalton kam. Hatten Sie dieses Konzept schon in Ihrem Gepäck?

Bock: Nein, nach einer gründlichen Ist-Analyse haben wir Lösungen gesucht. Man fragt sich natürlich: Was darf man und was kann man verändern. Ich sah einen Dokumentarfilm von Norm Green über Kooperatives Lernen in der Schule von Durham, Ontario, aus dem Jahr 1996, in dem Schüler ganz selbstständig arbeiteten, die Lehrer dabei als Partner annahmen. Das war eine besondere Schul-Atmosphäre. Bei der Suche nach solchen Vorbildern kam ich nach Amsterdam. Dort arbeiteten 1800 Schüler nach den Dalton-Prinzipien. Dieses Konzept schien die Lösung zu sein, darüber hinaus war es überaus pragmatisch und flexibel auf unsere Situation anzupassen.

Und die Umsetzung ging ganz problemlos vonstatten?

Bock: Jede Veränderung erzeugt Reibung und Diskussionen. Die Frage ist, was dabei am Ende herauskommt. Die Eltern waren schnell vom Konzept des selbstständigen Lernens überzeugt, die Schüler zunächst unsicher. Den Lehrern musste man den Veränderungsprozess als gangbaren, akzeptablen Weg aufzeigen.

Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung vom „traditionellen“ zum Dalton-Gymnasium?

Bock: Ich denke, die Entwicklung ist alles in allem positiv verlaufen. Aber es muss immer noch feinjustiert werden. Das ist klar. Lehrpläne, Lehrer, Schüler ändern sich ja mit der Zeit, da gehört dann alles regelmäßig auf den Prüfstand. Wir sind dabei aber auch nicht alleine unterwegs, wir sind mit den Daltonschulen in Holland gut vernetzt und können so für Probleme konstruktive Lösungen suchen. Das spart eine Menge an Energie.

Und durch das Kubiz bekommt das Dalton-Gymnasium noch einmal einen richtigen Kick?

Bock: Das Kubiz wird die bauliche Situation deutlich verbessern. Konzeptionell wurde vieles umgesetzt, was dem Dalton-Konzept entgegen kommt. Es wird das gebaut, was unter den wirtschaftlichen Voraussetzungen machbar ist, eine durch Realismus geprägte Planung. Das ist eine gute Lösung.

Aber bis zum Umzug sind es ja noch gut zwei Jahre. Erst wird gefeiert.

Bock: Ja, aber es soll kein traditioneller Festakt werden. Wir wollen in der Aula einen für alle geladene Gäste unterhaltsamen und informativen Abend gestalten. Einen Abend, der das Gemeinschaftliche nach vorne bringt. Zu viel möchte ich da aber gar nicht verraten.

Aber es gibt sicherlich eine Menge Reden . . .

Bock: Zu Festakten gehören auch Reden. Aber ich glaube, diese werden spannend und kurzweilig sein. NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann hat ihr Kommen zugesagt. Und Prof. Bernd Mathieu, Chefredakteur Ihrer Zeitung und Absolvent unseres Gymnasiums, hat den Festvortrag vorbereitet.

Und dann die Party!

Bock: Am Samstag gibt es dann eine offene, ganztägige Feier. Mit einem Fest der Schulgemeinde, bei dem die Klassen sich und die Geschichte der Schule präsentieren. Dazu ist natürlich auch jeder eingeladen. Dieses Fest startet um 14 Uhr und geht bis 18 Uhr. Danach beginnt die Abendveranstaltung, zu der auch die Ehemaligen eingeladen sind.

Wie groß ist das Interesse der Ehemaligen?

Bock: Groß. Über 500 haben ihr Kommen zugesagt, ich rechne am Ende mit doppelt so vielen. In den sozialen Netzwerken ist wegen der Feier einiges los.

Und was gibt es so an dem Abend?

Bock: Gute Gespräche bei Essen, Trinken und Musik. . . und viele Wiedersehen. Manche haben einen Klassenraum „gebucht“, andere wählen die offene Feier. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Von der Aula bis zum Schulhof steht jedenfalls genügend Raum zur Verfügung. Ich freue mich schon auf diese Feier.

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