Alsdorf - Alsdorfer entdecken ihr Energeticon

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Alsdorfer entdecken ihr Energeticon

Von: Stefan Schaum und Karl Stüber
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Die zweite Besucherwelle nach der Eröffnungsfeier mit geladenen Gästen: NRW-Umweltminister Johannes Remmel (rechts) begrüßt Bürger aus Alsdorf und Umgebung, die den Tag der Offenen Tür nutzen, um das Energeticon zu erkunden. Foto: Stefan Schaum
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Eine der drei kurzweiligen Talkrunden, die Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung (2.v.l.), moderierte: Prof. Eberhard Schlag (l.), Projektleiter Atelier Bruckner, Achim Pfeiffer (3.v.l.), Projektleiter Architekturbüro Heinrich Böll, Dr. Georg Kehren (3.v.r.), Vorsitzender des Bergbaumuseumsverein Grube Anna, Hans-Dieter Collinet (2.v.r.), Ministerialdirigent a.D. Bauministerium NRW, und Prof. Christoph Buchal (r.), FZ Jülich. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Fertig, endlich fertig! Das Energeticon wird offiziell eröffnet. Endlich kein Stress mehr für das Team der Energeticon gGmbH und viele andere Beteiligte und Beauftragte. Wirklich?

„In den nächsten vier Wochen werden hier noch Leute mit Leitern herumlaufen“, stellt Harald Richter, Geschäftsführer der Energeticon gGmbH im Gespräch mit dem Moderator der Eröffnungsveranstaltung, Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, einschränkend in Aussicht. Nicht ungewöhnlich für ein Großprojekt von rund 12 Millionen Euro. Viele Jahre wurde darüber diskutiert – die Idee dazu kam im Jahre 2001 auf, wie Hans Vorpeil, Ehrenbürger der Stadt Alsdorf und ehemaliger Landstagsabgeordneter, darlegt. Zudem wurde Jahre geplant und dann noch gebaut. Da machen ein paar Wochen den Kohl nicht mehr fett. Zudem soll ja das Zentrum weiterentwickelt werden, wird also nie wirklich fertig.

Viel Lob ist bei der Eröffnungsfeier in der Umformerhalle zu hören. Aber Bürgermeister sind nie zufrieden, wollen sie doch immer noch etwas für ihre Kommune rausholen – vor allem, wenn sich ihnen eine große Bühne bietet. Die nutzt Alsdorfers Bürgermeister Alfred Sonders, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Energeticon gGmbH. „Gerne hätte ich noch etwas Geld für die Gestaltung der Außenanlage des Energeticons gehabt. Aber wir mussten viele unverhoffte Probleme beim Herrichten der alten Gebäude lösen.“ Auf seiner Wunschliste steht zum Beispiel noch ein so genannter „Energiespielplatz“. Das Konzept ist bereits fertig, ein Förderantrag wird vorbereitet. Teilnehmende Vertreter des Landes NRW und des Landschaftsverbandes Rheinland wissen nun: Da kommt noch was auf sie zu!

Zufrieden zeigt sich Dr. Georg Kehren, Vorsitzender des Bergbaumuseumsvereins Grube Anna, mit dem Energeticon: „Vieles von dem Konzept des Vereins wurde umgesetzt.“ Das war nicht immer so, hatte es doch über Jahre intensive Diskussionen gegeben, sollte doch eigentlich ein reines Bergbaumuseum entstehen, das aber nicht mehr zeitgemäß und auch nicht mehr förderungswürdig gewesen wäre. Zur Zufriedenheit des Vereins dürfte beitragen, dass er nun in ein dem ehemaligen Ledigenheim vorgelagertes Gebäude an der Herzogenrather Straße 100 einziehen darf, um seine umfangreichen Sammlungen unterzubringen, wie Kehren sagte. Zum Energeticon sagte er zudem: „Wir ergänzen uns in einer hervorragenden Weise.“

Achim Pfeiffer, Projektleiter vom Architektenbüro Heinrich Böll, berichtet von der großen Herausforderung für einen Architekten, vorhandene Gebäude (alte Schmiede, Kauengebäude und auch Umformerhalle) für eine neue Aufgabe herzurichten, ohne ihren Charakter, der ja Bestandteil des Konzepts des Energeticons ist, zu verändern. „Der Ort erzählt schon einen Großteil der Geschichte. Mit Audio und digitalen Mitteln machen wir Energie spürbar und erlebbar, merkt Prof. Eberhard Schlag, Projektleiter vom Atelier Brückner, an.

Während Heribert Leuchter (Saxophon) und Antoine Pütz (Gitarre) mit ihren Jazz-Stücken für Entspannung zwischen den energie- und informationsgeladenen Gesprächsrunden sorgen, kommt beim Knappenchor St. Barbara ein wenig Gänsehaut auf. Mit Bergmannsliedern erinnern die gesetzten Herren an die stolze, aber harte Zeit des Steinkohlenbergbaus. Wie lange werden die Nachfolgenden sie noch so hören können? NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) kam pünktlich zum Start des Tages der offenen Tür um 14 Uhr und fasste sich kurz.

Dass im Energeticon den erneuerbaren Energien viel Platz eingeräumt worden ist, fand sein besonderes Lob: „Hier spielt die Zukunft – auch in unserer Region. Doch diese Energienutzungen wird man nur dann auf breiter Basis umsetzen wollen, wenn man sie kennt. Deshalb ist es so gut, dass es Orte wie das Energeticon gibt, die sie zeigen, die die Menschen informieren. Dieses Thema braucht Begeisterung – und genau die wird hier weitergegeben.“ Zeit für einen kleinen Rundgang nahm er sich ebenfalls, wobei er gern auf dem Radkarussell strampelte, bei dem per Muskelkraft ein großer Propeller in Bewegung gesetzt wird. Ist ja auch eine Form der Energiegewinnung. Remmel: „Und dann heißt es anschließend sicher wieder: Dieser Minister macht nur Wind...“

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