Alsdorf wertet sein Zentrum weiter auf

Von: Karl Stüber
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Ein neues Tor für Alsdorf: Auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Mertens an der Ecke Bahnhofsplatz/Würselener Straße soll ein attraktives, fünfgeschossiges Wohnhaus entstehen. Die Außenfassade der hier abgebildeten Studie kann sich im Laufe der weiteren Planung noch ändern.
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Neue Tanks im Boden versenkt: An der Luisenstraße wechselt die Aral-Niederlassung die Straßenseite. Der Discounter „aldi“ erweitert seine Verkaufsfläche. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Die Stadt Alsdorf verändert weiter ihr Gesicht – und das mit beachtlichem Tempo. Der Strukturwandel nach Ende des Bergbaus läuft weiter. Die Falten werden ausgebügelt. Vorrangig geht es um die Umgestaltung der „Stadttore“. Gemeint sind flankierende Projekte an den Haupteinfallsstraßen Richtung Kernstadt.

Augenfällig sind derzeit die Arbeiten an der Kreuzung Kurt-Koblitz-Ring/Luisenstraße. Die ehemalige Essotankstelle ist von Aral übernommen worden. Jetzt wurden im Zuge des Umbaus und der Modernisierung die Erdtanks geliefert. Mit Eröffnung wird der bisherige Standort gegenüber ausgedient haben. Der Hausherr des Geländes, „aldi“, will den Tankstellen-Komplex samt Videothek und Pizza-Service abreißen und Parkplätze anlegen. Die vorhandene Discounter-Filiale wird erweitert, zusätzlich wird ein Drogeriemarkt eingerichtet. Das Kundenpotenzial ist angesichts des Einzugsgebiets ringsherum inklusive Hochhäuser vorhanden. Zudem wird die Kreuzung mit verbesserter Ampelschaltung und Rechtsabbiegespur optimiert.

An neuer „Glückauf-Schranke“

Aber auch an Prämien- und Würselener Straße nahe der Euregiobahnlinie, also am süd-westlichen Rand der Alsdorfer City Richtung Düvelstadt, wird Großes vorbereitet – bis zu 21,50 Meter hoch, direkt gegenüber der neu eingerichteten „Glückauf-Schranke“. Architekt Achim Speer hat dort im Auftrag der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft Alsdorf (GSG) ein kühnes Gebäude auf dem Areal des noch existierenden Ex-Hotels Mertens entworfen, mit fünf Vollgeschossen plus Pultdach, wie er jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung referierte. Die GSG hat das Gelände bereits gekauft.

Ausschussvorsitzender Heinrich Plum hatte zum Vortrag gebeten, denn die Gebäudehöhe war bislang mit Blick auf die vorhandenen Gebäude im Umfeld auf 20 Meter limitiert. Per Computeranimation überzeugte Speer den Ausschuss von dem „höheren Ziel“. Mit Blick auf die Vermarktbarkeit des generationenübergreifenden Wohnblocks sei es wichtig, es nicht bei einem schlichten Block zu lassen. Es geht um 35 Wohneinheiten zwischen 41 und 110 Quadratmetern. Im Erdgeschoss ist gewerbliche Nutzung vorgesehen, auch eine Arztpraxis. Laut GSG geht es um eine Investition in Höhe von rund fünf Millionen Euro. Das Projekt soll möglichst schnell realisiert werden. Der Ausschuss billigte den entsprechenden Bebauungsplan. Die Außengestaltung kann sich im Zuge der weiteren Planung noch ändern.

Wohnraum und Gewerbefläche

Wenige hundert Meter entfernt am Stadteingang Prämienstraße aus Richtung Herzogenrath werden die bereits seit langem leerstehenden und nicht als Denkmal und erhaltenswert erachteten alten Arbeiterwohnblöcke abgerissen. Auch hier soll moderner, attraktiver Wohn- und Büroraum gegenüber dem Haltepunkt der Euregiobahn auf dem Annagelände geschaffen werden. Ein Investor aus Baesweiler treibt dieses Vorhaben voran. Der Investor soll übrigens die alten Gebäude per hochwertiger (Foto-)Dokumentation zumindest zur Erinnerung „der Nachwelt erhalten“. Mehrheitlich machte der Stadtplanungsausschuss durch Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans den Weg frei.

Es geht weiter: An der Einmündung der Carl-von-Ossietzky-Straße in die Konrad-Adenauer-Allee soll gegenüber dem geplanten Neubau von Realschule und Gymnasium (Kultur- und Bildungszentrum, KuBiz) „in Ergänzung der typischen Wohnnutzung“ Raum für die Ansiedlung kleinerer Betriebe geschaffen werden. Ziel, so die Verwaltung, ist die Sicherstellung der „Versorgung des Gebietes“ und das Schaffen wohnortnaher Arbeitsplätze. Und das direkt in Nachbarschaft des Energeticon, das derzeit zum Dokumentationszentrum für historische fossile und regenerative Energieformen und als außerschulischer Lernort ausgebaut wird – geplante Eröffnung August 2014. Der Ausschuss befürwortete auch hier die Aufstellung eines adäquaten Bebauungsplans.

Aber es gibt auch eine Hängepartie, und zwar in der von neugestalteten „Stadttoren“ bald umgebenen Mitte Alsdorf. CDU-Ratsherr Franz Brandt legte den Finger in die Wunde. Es geht um das so genannte Hotelprojekt direkt an der Stadthalle. Klar ist, dass die ursprüngliche Tiefgarage nicht zu verwirklichen ist. Auch ein eigenständiges Hotel rechnet sich offenbar nicht. Deshalb soll die als bedarfsgerecht geltende Seniorenpflegeeinrichtung mit 80 Plätzen einige auch kurzfristig mietbare Wohnungen mit bewirtschaften. Falls das nicht ankommt, können diese ebenso der Nutzung durch Ältere dienen. Der Investor, die „soleo Wachtendonk GmbH“, hat für dieses Projekt eine spezielle Gesellschaft gegründet. Bei solchen Projekten durchaus üblich, um die damit verbundenen Risiken auf eine Gesellschaft zu fokussieren und nicht die Muttergesellschaft bei möglichen Problemen zu belasten. Brandt kritisierte einen Dringlichkeitsbeschluss Ende vergangenen Jahres, der zum Ziel hatte, das Geld aus dem Grundstücksverkauf noch vor Jahreswechsel in den Haushalt, wie veranschlagt, einfließen zu lassen. Geschehen sei bislang aber nichts, stellte Brandt fest. Einen Notartermin habe der Investor platzen lassen. Aus Sicht Brandts, der als Anwalt tätig ist, kein Beleg für Zuverlässigkeit.

Vorsichtshalber hatte der Hauptausschuss bis Ende März eine Frist gesetzt. Bis dahin muss der Deal über die Bühne gegangen sein, wie Rechtsassessor Hans-Peter Hermanns für die Verwaltung entgegnete. Mit Blick auf Gespräche mit dem Investor sei die Stadt zuversichtlich, den Vertrag bis Ende Februar abzuschließen. Allerdings, so sagt Hermanns auf Nachfrage unserer Zeitung, ist der mit Blick auf das nicht zu realisierende Hotel modifizierte Bauantrag noch nicht bei der Verwaltung eingegangen. Was anzupassen sei, habe man aber mit dem Investor besprochen.

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