Alsdorf wappnet sich für den Winter

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
Landwirte griffen Anfang Janua
Landwirte griffen Anfang Januar im Stadtgebiet Alsdorf ein: Wie hier am Übacher Weg, wurde Schnee geschoben und beiseite geschafft. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Die Schneemassen zum Jahreswechsel sind unvergessen. Sehr gut dürfte sich die Bevölkerung auch daran erinnern, dass Streusalz nicht nur knapp wurde, sondern sogar glatt vollkommen aufgebraucht wurde.

Hauptverkehrsachsen wurden zu Rutschbahnen, ganze Ortslagen schienen sich selbst überlassen, so die Kritik aus Reihen der Bürger. Und das alles, obwohl die Kollegen des Eigenbetriebs Technische Dienste ihr Bestes und noch mehr taten. Letztlich halfen Landwirte und schoben zumindest die Hauptverkehrswege frei, wurden Schneemassen aus der Innenstadt gebracht. Nachbarschaftshilfe der Betroffenen wurde zum Glück groß geschrieben.

Das Schneechaos soll sich in der kommenden „weißen Saison” nicht wiederholen. Darin sind sich alle einig. Willi Schneiderwind (Eigenbetriebe) skizzierte im Betriebsausschuss bisherige Aktivitäten und Planungen. „Wir sind dabei, den Winterdienst vollständig umzustellen.”

So hat die Stadt in Mariadorf eine ehemalige Halle von EBV-Holz angemietet und dort 500 Tonnen Salz eingelagert. „Hätten wir das vor einem Jahr gehabt, hätten wird deutlich weniger Geld ausgeben müssen”, erinnerte Schneiderwind an die extrem hohen Beschaffungskosten in der Not, falls überhaupt Streugut zu bekommen war.

Kritisch analysiert wird der Fahrplan des Winterdienstes. Welche Straßen sollen befahren werden, welche nicht? Stimmen die Prioritäten? Was ist gesetzlich unbedingt erforderlich? Intensiv werden Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Verkehrsbetriebe in die Überlegungen einbezogen. Ende Oktober werde es weitere Gespräche geben. Mit Hilfe von GPS will man satellitengestützt dokumentieren, wo, wie und wann der Winterdienst der Stadt im Einsatz ist.

Gebühren haben nicht ausgereicht

Das geschieht wohl, um sich gegebenenfalls gegen Kritik und Vorwürfe zu wappnen, oder gar nicht im Einsatz gewesen zu sein. Gedacht ist daran, den Beifahrer einzusparen und statt dessen Kameratechnik einzusetzen, um den Fahrer zu unterstützen. Dienst- und Einsatzpläne werden überarbeitet. Natürlich werde man den Personalrat beizeiten einbeziehen, versichert Schneiderwind. Näheres soll in der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses vorgestellt werden.

Ein endgültig tragfähiges Konzept „das tragfähig ist”, werde es erst für die entsprechende Satzung 2012/13 geben, stellte Schneiderwind in Aussicht. Da will man wohl offenbar erst mal den nächsten Winter zum Austesten nutzen.

Klar ist, dass der Winterdienst zum Jahreswechsel 2010/2011 mit dem per Gebühren eingespielten Geld nicht ausgekommen ist. Die Gewinn- und Verlustrechnung des Eigenbetriebs Technische Dienste schließt für das Jahr 2010 mit einem Minus in Höhe von knapp 490.000 Euro ab. Kostentreiber, so Geschäftsführer Jörg Theißing, sind Kosten für die Abwasserbeseitigung, Straßeninstandhaltung bzw. -ausbesserung und eben der Winterdienst gewesen.

Letztlich haben die Kommunalpolitiker hier zu entscheiden, wie Schneiderwind in Erinnerung rief. Indes will der Eigenbetrieb als Grundlage eine Gebührenbedarfsrechnung erstellen und ebenfalls in der nächsten Ausschusssitzung vorstellen. „Es ist schwierig, in dieser Form die Gebühren zu halten”, meinte Schneiderwind, wollte aber kein Prophet sein. Externe Prüfer hätten angemahnt, die Eigenbetriebe müssten zu einer gewissen Kontinuität der Gebühren kommen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert