Alsdorf: Auf der Suche nach dem Markenzeichen

Von: Holger Bubel
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„Was würden Sie gerne in ein
„Was würden Sie gerne in einem Logo für Alsdorf wiederfinden?”: Moderator und Redakteur dieser Zeitung, Karl Stüber (l.), fragte nach. Ideen hatten (v.r.) Seniorin Josefine Vorhagen, Studentin Britta Kahlen, Schülersprecher des Gymnasiums Frederic Zantis, Sadi Ünal vom Integrationsrat und Bürgermeister Alfred Sonders. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Ob dieser Abend im Energeticon im Rahmen des 6. Alsdorfer Stadtgesprächs zur Findung eines neuen Stadtlogos beigetragen hat, wird sich zeigen. Spätestens am 18. Mai 2012, wenn die Jury tagt und die Würfel fallen.

Über mangelndes Interesse zur Teilnahme an dem Prozess wird sich jedenfalls keiner der Initiatoren beklagen. Moderator Karl Stüber, Redakteur dieser Zeitung, konnte aus der Kulisse des Kinderstücks „Der kleine Ritter Trenk”, welches das Das-Da-Theater aus Aachen derzeit Alsdorfer Grundschülern vorführt, eine Reihe von Alsdorfern und auch Nicht-Alsdorfern begrüßen, denn das eine oder andere Gesicht auswärtiger Werbeagenturen im Auditorium konnte von Bürgermeister Alfred Sonders ausgemacht werden: „Alle Alsdorfer Bürger sind eingeladen mitzumachen. Aber wenn man sich auch außerhalb unserer Stadt dafür interessiert, ist das umso besser.”

Vielleicht waren die Macher aus der Werbebranche auch nur anwesend, um dem Impulsreferat von Bernd Mathieu, Chefredakteur dieser Zeitung und FH-Professor im euregionalen Studiengang Communication und Multimediadesign, zu lauschen. Der räumte zu Beginn seiner Ausführungen gleich auf mit dem erstellten Leitbild 2021 für Alsdorf - und wohl auch mit der von Bürgermeister Alfred Sonders favorisierten Richtung für ein neues Logo: „Alsdorf - die Familienstadt. Soll das ein Alleinstellungsmerkmal sein? Sind das andere Städte etwa nicht? Oder was soll dabei die Botschaft sein?”, fragte Mathieu. „Dieses Leitbild”, kritisierte der Medienfachmann, „mutet an wie eine Vereinschronik mit Grußwort.” Harte Worte, die der Bürgermeister zu hören bekam, lobte der doch zuvor noch „die sorgfältige und intensive Arbeit der Wokshops, in denen die Vorschläge der Bürger” eingegangen seien.

„Alsdorf ist Deutschland im Kleinen”, konstatierte Bernd Mathieu, „da muss man sich das Beste heraussuchen, echte Alleinstellungsmerkmale finden und keine Gemeinplätze, wie sie jede Stadt vorzuweisen hat.” Alle Bürger müssten in dieser Nordkreis-Kommune angesprochen und mitgenommen werden, sich wiederfinden in einem Logo. Bernd Mathieu stimmte zu, dass sich in jüngster Zeit sehr viel in Alsdorf getan habe - auch wegen eines „sehr agilen Bürgermeisters” und engagierter Bürger: „Diese Energie muss man mit in die Zukunft nehmen.”

Mit Nostalgie sei diese nicht gestaltbar. Und auch nicht mit „falscher Selbstzufriedenheit”. Diese schädige die weitere Entwicklung einer Stadt in Bewegung. Die Assoziation mit Energie, so deutete Mathieu an, sei kein schlechter Ansatz, um Alsdorf ins rechte Licht zu rücken: Alsdorf - was für eine Energie. Alsdorf, eine energische Stadt. Dabei nicht zu hoch zu pokern und auf dem Teppich zu bleiben, riet Professor Mathieu.

Wie man an die Ausgestaltung einer Idee herangehen solle? Bernd Mathieu antwortete vielfach mit Fragen, die zur Kreativität sowie Ideenfindung und -ausarbeitung beitragen könnten: Wie sieht Alsdorf in zehn Jahren aus und wie sollte die Stadt aussehen? Welches Symbol schafft Identität auch über die Stadtgrenzen hinaus? Wie reden die Nachbarn über Alsdorf? Was ist das Alleinstellungsmerkmal? Bei der Gestaltung des Logos ermunterte er, „die Kraft der suggestiven Bildsprache zu nutzen”.

„Logos, Signets, Zeichen sind bedeutsam, sind Sprache ohne Worte. Und kein Firlefanz”, weckte Mathieu das Bewusstsein für die Marke Alsdorf: „Was ist hier markant?” Und, mahnte der Medienprofi abschließend: „Ein Logo kann nicht alles in einem ausdrücken, kann aber einseitig und strittig sein.” Ein wenig „einseitig” fielen fast alle Beiträge der Podiumsgäste bei der Frage Karl Stübers nach dem Markanten in ihrer Stadt aus.

Bernd Mathieus Anregungen aufnehmend, forschte er nach: „Was würden Sie berücksichtigen, wenn Sie die Skizze eines Logos für Alsdorf anfertigen sollten?” Für die jungen Teilnehmer, Frederic Zantis, Schülersprecher am Gymnasium Alsdorf, und Britta Kahlen, die derzeit in Bonn studiert, steht die Familie klar im Vordergrund: „Familie, das soziale Umfeld, die lockere und offene Art, liberal und freundlich, das sähe ich gerne in dem Logo”, sagte die 21-jährige Studentin. Für Sadi Ünal vom Alsdorfer Integrationsrat sind es die Menschen, die die Stadt ausmachen: „Hier leben 79 Nationen miteinander. Alsdorf besteht also aus vielen Mosaiksteinen”, sieht der türkischstämmige Ünal mit deutschem Pass den Ansatz im Wir-Gefühl und Heimatbegriff. „Ich bin einer von wir”, betonte er.

Auch Josefine Vorhagen, die 1934 als 13-Jährige von Wassenberg in die damalige Bergbaustadt gezogen war, erinnert sich an die Herzlichkeit, mit der sie aufgenommen wurde: „Und die habe ich all die Jahrzehnte hier gespürt. Und so geht es vielen Menschen in Alsdorf”, sagte die 90-Jährige.

Stimmen aus dem Publikum, die Bernd Mathieu als „Anwalt der Zuhörer” einfing, forderten von Politik und Verwaltung, noch mehr zu tun für ein sauberes Stadtbild.

Doch auch Impulse Richtung Logo gab es: „In diesem Thema steckt sehr viel Dynamik. Wie auch in diesem Abend. Diese mitzunehmen in das Logo, ist ein guter Ansatz”, erkannte etwa Christoph Heins.

Die Entscheidungsfindung für ein neues Logo wird in einem offenen Wettbewerb herbeigeführt. Teilnehmen können also alle: Schüler, Studierende, Bürger, Grafikbüros oder Werbeagenturen.

Eingereicht werden können dabei Skizzen, Bilder und Entwürfe, die auf einem DIN A4-Blatt umgesetzt sein sollen. Kontaktdaten sollen auf der freien Rückseite des Papiers geschrieben werden.

Einsendeschluss ist der 15. Mai 2012. Die Beiträge können im Rathaus abgegeben oder per Post an Marion Wingen, Stadt Alsdorf, Hubertusstraße 17, 52477 Alsdorf, gesendet werden.

Am 18. Mai tritt eine Fachjury aus Vertretern von Politik, Verwaltung, Medienbranche und Grafikdesign zur Entscheidungsfindung zusammen. Der Gewinnerentwurf, dotiert mit 2000 Euro, wird in dieser Zeitung bekannt gegeben. Der Zweit- und Drittplatzierte erhalten jeweils 500 Euro.
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