Als Sterbebegleiter Hinterbliebenen helfen

Von: ap
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Der Kreis der Ausbildung hat sich nun geschlossen: Mit dem Seminarende schicken die Malteser Baesweiler als Ausbilder zehn neue Sterbebegleiter in die Praxis. Foto: ap

Baesweiler. Diese Momente hat es auch gegeben. Und wird sie immer wieder geben. Wenn sich Ulla Spieller von den Maltesern aus Baesweiler irgendwo hinsetzt. Auf eine Treppe, auf einen Stuhl, in einer einsamen Umgebung. Wenn die erfahrene Frau weinen muss und ihre Gefühle sortiert, die man in der Sterbebegleitung nicht ausschalten kann und auch nicht ausschalten soll.

So wie vor einem Jahr. Da hat die Sterbebegleiterin aus Setterich die letzten Momente einer jungen Frau miterlebt. Sie hat ihr die Hand gehalten und ihr – einer Mutter von drei kleinen Kindern – geholfen, loszulassen. „Pass bitte auf meine Kinder und auf meine Familie auf“, hat die Sterbende geflüstert.

Nachsorge der Familie

Ulla Spiller hat auch die „Nachsorge“ der Familie in Form von Gesprächen oder gemeinsamen Besuchen am Grab der Verstorbenen übernommen. Auch das gehört manchmal zur Arbeit dazu.Ulla Spiller ist erfahren in der Begleitung von Menschen, deren Lebensende naht. Allein deshalb weiß sie, wie schwierig das ist und wie Menschen, die auf der helfenden Seite sind, an diese einfühlsame Aufgabe herangeführt werden. Die Koordinatorin der Hospizgruppe Baesweiler und Ausbilderin von Sterbebegleitern sagt, „Sterben, Tod und Trauer sind ein Teil des Lebens“. Ulla Spieller, selbst dreifache Mutter, fügt an: „Die Wünsche und Bedürfnisse der Sterbenden, der Angehörigen und der Freunde stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit im ambulanten Hospizdienst.“

Gerade wieder ist ein Kurs zu Ende gegangen, aus dem zehn ausgebildete ehrenamtliche Sterbebegleiter hervor gingen. Gemeinsam mit Ingrid Berg und Angela Klisch hat Ulla Spiller in einem Kurszeitraum von zehn Monaten die neuen Kollegen geschult. „Unsere Schüler haben nach dem sogenannten Zeller Modell gelernt“, erklärt die Koordinatorin.

Zum Ziel hat der Kurs, in dem es neben dem theoretischen Block auch eine umfangreiche Praktikumsphase an verschiedenen Pflegeorten und/oder Krankenhäusern gibt, die Angehörigen zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen soll jedem Betreuten ein Sterben in Würde ermöglicht werden. Der knapp einjährige Ausbildungsgang wird von den Maltesern finanziert. Ulla Spieller, sie ist seit vielen Jahren Mitarbeiterin der Malteser, freut sich, „dass wir jetzt den ersten Kurs in Baesweiler erfolgreich absolviert haben und wollen nun natürlich gerne einen weiteren starten“. Erreichbar ist sie unter Telefon 02401/801005.

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