Alsdorf - Alfred Sonders blickt optimistisch auf die Wahl

Alfred Sonders blickt optimistisch auf die Wahl

Von: Holger Bubel
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Will Amtsinhaber bleiben: Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Viereinhalb Jahre ist er jetzt im Dienst als Bürgermeister der Stadt Alsdorf. Das möchte Alfred Sonders (SPD) auch gerne bleiben. Im Gespräch blickt er zurück, nach vorne und stellt sich auch der Kritik seiner Mitkonkurrenten um das Amt des Verwaltungschefs.

Quasi im letzten Moment ist die CDU mit Franz Brandt noch auf den Kandidatenzug aufgesprungen. Hat Sie diese Personalie überrascht?

Sonders: Ich bin davon ausgegangen, dass die CDU einen Kandidaten stellt. Sie ist immerhin nach der SPD die zweitgrößte politische Kraft im Rat.

Aber eigentlich hätte die Union sich das doch sparen können. Fragt man die Leute auf der Straße, werden Sie ohnehin gewählt.

Sonders: Das ist nett und freut mich, wenn die Leute das so sehen. Noch mehr würde es mich aber freuen, wenn sie zur Wahl gingen und das mit ihrer Stimme für mich auch selbst wahr machten.

Sie haben also Zweifel?

Sonders: Ich möchte die Menschen grundsätzlich ermuntern zur Wahl zu gehen. Wir brauchen eine hohe Wahlbeteiligung. Diesmal kandidieren viele Parteien und Gruppen, die sich aufgestellt haben. Je geringer die Wahlbeteiligung ist, umso größer ist die Gefahr, dass wir am Ende einen „zersplitterten“ Rat haben. Und dann würde es sehr schwer, auf einem guten Weg für Alsdorf zu bleiben.

Ein wenig hat man den Eindruck, die Mitstreiter um das Bürgermeisteramt und die Ratsmandate haben noch nicht begriffen, dass in knapp drei Wochen Wahlen anstehen. Sie hingegen haben als erste Partei Plakate aufgehängt, Videos ins Netz gestellt.

Sonders: Ja, es ist noch recht ruhig. Als SPD sind wir frühzeitig in den Wahlkampf eingestiegen. Unsere Wahlhelfer – immerhin 150 Genossen – sind bereits sehr aktiv in ihren Wahlbezirken. Bei uns ist die Stimmung richtig gut.

Viereinhalb Jahre waren Sie jetzt Bürgermeister. Sind Sie zufrieden mit dem Erreichten?

Sonders: Das war eine wahre Ochsentour. Wir haben in sehr kurzer Zeit viele große Projekte auf Kurs gebracht. Wir mussten die Mittel aus dem Konjunkturpaket II sinnvoll investieren, dann galt es das Kubiz voran zu treiben, das Energeticon, das Projekt Soziale Stadt. Wir sprechen hier von einem finanziellen Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro, das in förderfähige Konzepte gegossen werden musste. Das sind große Dinge, die wir auf den Weg gebracht haben, die müssen wir jetzt zu einem guten Abschluss bringen.

Und dabei nicht die finanzielle Situation der Stadt aus den Augen verlieren...

Sonders: Neben Investitionen in gute Schulen und Kitas ist es vorrangiges Ziel, Alsdorf in ein gesundes finanzielles Fahrwasser zu bringen und 2017 den Haushaltsausgleich zu erreichen. Alle Prognosen sind bislang durch die Ergebnisse im Positiven übertroffen worden, obgleich uns große Probleme aus der Vergangenheit aufgetischt wurden, zum Beispiel zuletzt die Kita Florianstraße, die neu gebaut werden muss, oder das Gebäude der ehemaligen Gerhart-Hauptmann-Schule in Ost, die abgerissen werden muss. Die Weichen sind aber trotzdem gestellt, und wir haben die Verwaltung schlanker und effektiver gemacht.

Man hat Ihnen vorgeworfen, einiges im Alleingang gemacht und die anderen Parteien lediglich nach Abschluss informiert zu haben. Beispiel Kubiz.

Sonders: Wer das behauptet, sagt nicht die Wahrheit. Wir haben immer mit allen Beteiligten gesprochen, in den Gesellschafterversammlungen, in Workshops, dann in den Fachausschüssen und letztlich im Rat. Aber man kann auch nicht ständig große Runden veranstalten und jede Idee ausdiskutieren oder noch den letzten Bedenkenträger überzeugen wollen. Das Thema Kubiz war und ist sehr komplex. Die Fördermittelgeber setzten auch Fristen, die eingehalten werden mussten. Da müssen dann auch Entscheidungen getroffen und politische Verantwortung übernommen werden.

Soweit zu den Finanzen und Projekten. Wie war der Start in der Verwaltung? Da waren Sie ja plötzlich nicht mehr nur der „Fred“, sondern auch der Chef.

Sonders: Angefangen habe ich ohne kompletten Verwaltungsvorstand. Der Beigeordnete Ralf Kahlen und die Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg kamen ja erst später. Ich musste also erst einmal eine Mannschaft im Rathaus formieren. Das ist ganz gut gelungen.

Ihr Konkurrent Franz Brandt würde im Falle seiner Wahl die Entwicklung in Alsdorf entschleunigen. Warum tun Sie das nicht?

Sonders: Weil wir die Entwicklungschancen unserer Stadt, die jetzt da sind, nicht verschlafen wollen. Ich würde auch gerne einmal durchschnaufen, es ruhiger angehen lassen. Aber das geht nicht so einfach. Wir müssen an vielen Punkten gleichzeitig arbeiten. Als Beispiel sei die Innenstadtentwicklung genannt. Wenn ich hier einen Investor habe, der etwas Neues bauen will, dann kann ich nicht einfach den Bestand aus den Augen verlieren. Das muss parallel laufen, damit jeder mitgenommen werden kann.

Sie sprechen es selbst an: Innenstadtentwicklung. Setzen Sie darauf den Schwerpunkt, wenn Sie wiedergewählt werden?

Sonders: Innenstadtentwicklung ist ein langer Prozess, der geht über viele Jahre. Aber ich möchte anmerken, dass mir die einzelnen Ortsteile ebenso wichtig sind. Bei den Stadtteilgesprächen in den Orten habe ich genau hingehört. Die Ortsteile sind ein großes Pfund, das wir haben. Diese will ich zukunftsfähig machen, damit sie attraktiv bleiben, etwa auch durch ein Angebot altersgerechten Wohnens in jedem Stadtteil.

Das reicht aber nicht aus, sich nur auf die Älteren zu fokussieren.

Sonders: Das tun wir ja auch nicht. Im Gegenteil, wir haben schon jetzt einiges für unsere Ortsteile geschafft, um das gesellschaftliche Miteinander zu festigen. So haben wir die Nahversorgung sichergestellt, zum Beispiel am Mariadorfer Dreieck, mit zahlreichen Disountern, wie am neuen Markt, im Brühl, in Hoengen oder an der Allensteiner Straße.

Wir haben mit der neuen Turnhalle Begau, den Sanierungen der Turnhalle Broicher Siedlung und der Festhalle Ofden, der Burg mit Remise und Burgpark Treffpunkte möglich gemacht, um unter anderem die Arbeitsbedingungen für das Ehrenamt zu verbessern. In Warden wurde der lange versprochene Kunstrasenplatz realisiert, der Tennenplatz für Alemannia Mariadorf hergerichtet. . .

Aber die Innenstadtentwicklung treiben Sie trotzdem voran. Derzeit durch eine studentische Ideensammlung, Bürgerworkshops.

Sonders: Die Bürger mitzunehmen ist immer mein Ziel, um Entscheidungen auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Den Ideenwettbewerb mit den Studenten halte ich für einen guten Weg. Die jungen Leute sind nicht betriebsblind, haben einen unbedarften Blick auf das Zentrum. Wir machen jetzt eine gründliche Bestandsaufnahme und entwickeln ein Gesamtkonzept für die Innenstadt, das wir dann in Bebauungspläne gießen.

Ihre politischen Gegner werfen Ihnen vor, zu viel zu bauen.

Sonders: Und ich will, dass es aufwärts geht in Alsdorf. Wir haben im Zentrum das größte Entwicklungspotenzial. Andere Kommunen beneiden uns darum. Aber wir müssen diese Lücken, diese Narben im Stadtbild füllen – und parallel natürlich den Bestand nicht aus den Augen verlieren und die Immobilienbesitzer unterstützen, etwa mit dem Fassaden- und Hofprogramm. Alle müssen mitwirken, um Alsdorf weiter nach vorne zu bringen. Alle Verwaltungsteile müssen zusammenarbeiten, um ein vernünftiges Ganzes zu schaffen

Angenommen, Sie werden wiedergewählt, aber Ihre Partei, die SPD, erreicht nicht die absolute Mehrheit im Stadtrat. Mit wem würden Sie kooperieren oder koalieren?

Sonders: Spekulieren ist nicht mein Ding, die Wähler entscheiden. Ich bin sehr zuversichtlich. Und für mich als Bürgermeister gilt grundsätzlich, dass ich zu keiner demokratischen Partei Berührungsängste habe. In den vergangenen viereinhalb Jahren hat es für wichtige Entscheidungen immer breite Mehrheiten im Stadtrat gegeben. Das ist für mich wichtig.

Sieht das Ihre Partei auch so?

Sonders: Die SPD steht voll und ganz hinter mir. Wir haben sehr deutlich gemacht, dass es uns nicht um den ideologischen Kampf, sondern um die Sache geht. Wir wollen zusammen Alsdorf gestalten, gemeinsam und mit möglichst vielen anderen. Und wenn Fraktionen im Rat auch mal kontrovers diskutieren, gehen wir menschlich vernünftig miteinander um und können anschließend noch zusammen ein Bier trinken. Wir wollen alle das Beste für Alsdorf. Ich wünsche mir, dass das so bleibt und werde persönlich alles dafür tun.

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