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Aixtron investiert kräftig in weitere Innovationen

Von: Beatrix Oprée
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35 Tonnen schwer, fünf Millionen Euro teuer: Der Kran hievt die Vakuum-Kammer in die Halle, die die Demonstrationsanlagen für OLED-Produktionsprozesse mit ihrer komplexen Technik birgt.
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35 Tonnen schwer, fünf Millionen Euro teuer: Der Kran hievt die Vakuum-Kammer in die Halle, die die Demonstrationsanlagen für OLED-Produktionsprozesse mit ihrer komplexen Technik birgt. Foto: B. Oprée
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Jürgen Kreis (l.), Director Business Development, begutachtet das leuchtende Endprodukt. Foto: B. Oprée

Herzogenrath. Technische Innovationen sind nicht zu bremsen, sollen sie auch gar nicht sein, sind sie doch der Motor florierender Wirtschaftssysteme. Beispiel Television: Kaum war der Plasmafernseher im Markt etabliert, wurde er von der energiesparenderen Varianten auf Basis lichtemittierender Dioden (LED) überholt. Je flacher, umso begehrter.

Doch die Entwickler haben längst neue Anwendungsmöglichkeiten im Blick. Spätestens seit der jüngsten Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin sind sie einer größeren Öffentlichkeit bekannt: biegsame Fernsehbildschirme. Ultradünn, leicht, unempfindlich und von großartiger Bildqualität sollen sie sein. Das Zukunftsprodukt dahinter: leuchtende Dünnschichtbauelemente aus organischen halbleitenden Materialien, so genannte organische LED oder OLEDs.

Für Otto-Normalverbraucher ist die jeweils neue Technologie zunächst unerschwinglich. Was sich stets schnell ändern muss, um die Masse und damit den Markt erobern zu können. Zum kommenden Weihnachtsgeschäft, so äußerten sich Branchenkenner bereits, könnte ein kurviges TV-Gerät mit 55-Zoll-Diagonale asiatischer Provenienz immerhin schon für knappe 3500 Euro zu haben sein.

Immer schneller, immer preiswerter: Besonders OLEDs bergen vielfältige Einsatzmöglichkeiten nicht nur auf dem Display-Sektor, sondern auch in der Beleuchtungsindustrie, nicht nur die Automobilindustrie hat längst Interesse bekundet. Produzenten müssen mithalten im atemraubenden Kampf um Marktanteile. Was auch bei den Anlagenbauern in der Halbleiterindustrie größte Flexibilität und Innovationsbereitschaft voraussetzt.

Führendes Knowhow für die weltweite LED- und OLED-Produktion stammt aus Herzogenrath. Die Firma Aixtron, vor über 30 Jahren als Hochschul-Spin-off gegründet und seit 2010 im Gewerbegebiet Dornkaul auf 16 000 Quadratmetern mit einem hochmodernen Forschungs- und Entwicklungszentrum ansässig, hat jetzt einen weiteren entscheidenden Schritt in die Zukunft getan: durch eine Investition im zweistelligen Millionen-Bereich zum Aufbau eines umfassenden Clusters zwecks Demonstration von Produktionsprozessen für die OLED-Herstellung.

Auf rund 500 Quadratmetern ist an der Dornkaulstraße ein komplett neues Reinraumsystem entstanden mit eigenen Versorgungsleitungen, Materialvorbereitungs- und Sicherungssystemen. „Unsere neue Anlage wird Industriekunden und Forschungspartnern den Aufdampfungsprozess in größtmöglicher Form und unter Produktionsbedingungen umfassend demonstrieren“, erläutert Jürgen Kreis, als Director Business Development auch verantwortlich für den weiteren Ausbau des Bereichs Organische Halbleiter.

Die Abscheidung von hauchdünnen Schichten auf Substratgrößen von stattlichen 2,25x2,5 Metern ist auch für Aixtron, einen der weltweit führenden Anlagenbauer auf diesem Gebiet, ein neues Feld. Das Unternehmen hat sich deswegen nach einem Partner umgesehen und wegen seiner Komplementär-Kompetenzen im Reutlinger High-Tech-Maschinenbauer Manz gefunden.

Am Donnerstag ist ein wesentlicher Baustein dieser strategischen Kooperation im Gewerbegebiet Dornkaul angeliefert worden: in Form einer 35 Tonnen schweren Vakuum-Kammer, die mittels Schwerlastkran millimetergenau in die Halle gehievt wurde. In den kommenden Monaten wird der fünf Millionen Euro teure „Druckkessel“ mit Aixtron-Technologie gefüllt. Auf die kommt es an: Nicht nur die Größe des Substratträgers ist von Bedeutung für zukünftige Marktentwicklungen, auch die Materiallebensdauer. So zielen die technologischen Entwicklungen im Hause Aixtron auch darauf ab, den „Vorstress“ bei der Produktion der hochempfindlichen Halbleiter zu senken, will heißen, möglichst hohe Produktionsraten zu erreichen bei gleichzeitig relativ geringer Temperatur zur Abscheidung der organischen halbleitenden Materialien.

Voraussichtlich im Januar soll alles zusammengebaut sein, so die weitere Planung. Dann kann erstmals die Produktion von OLEDs in der Größe eines Doppelbetts, wie Jürgen Kreis die neue Dimension bildhaft vor Augen führt, in Herzogenrath demonstriert werden.

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