Ailbertus‘ Seligsprechung steht nichts mehr entgegen

Von: ch
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Ailbertus von Antoing hat es vor gut 900 Jahren gegründet: das Kloster Rolduc. Foto: Wolfgang Sevenich

Eurode. Ailbertus von Antoing: So heißt der neue Selige der Katholischen Kirche, der das Kloster Rolduc kurz vor der Grenze von Kerkrade zu Herzogenrath gründete. Frans Wiertz, Bischof von Roermond (Kerkrade gehört zu dieser Diözese), hat am Mittwoch an seinem Amtssitz das der Seligsprechung vorausgehende Verfahren abschließen. Damit steht einer formellen Ausrufung zum Seligen im Rahmen einer feierlichen Messe nun nichts mehr entgegen.

Der Abschluss des aufwendigen Verfahrens gehört auch mit zu den Verdiensten eines Herzogenrathers: Theo Kutsch (90) übernahm als Vorsitzender der „Stiftung Ailbertus Kerkrade“ im Verfahren des Amt des Postulators und trieb zusammen mit Stefaan van Calster, Theologie-Professor im Priesterseminar von Rolduc, die Seligsprechung maßgeblich voran. Zusammen mit anderen Aktiven der Stiftung sammelte er eine Vielzahl von Dokumenten, mit der die vom Kirchenrecht geforderten Beweise der besonderen Tugendhaftigkeit und Glaubensstärke erbracht werden sollten.

Die notwendigen Voruntersuchungen müssen seit einigen Jahren nicht mehr von den eigentlich zuständigen Kirchenbehörden in Rom vorgenommen werden. Der Papst kann auch einen Bischof vor Ort damit beauftragen. Da Ailbertus in Sechtem bei Bonn gestorben ist, wäre das eigentlich Joachim Kardinal Meisner in Köln gewesen. Meisner aber hat zu Gunsten seines Roermonder Amtsbruders Wiertz darauf verzichtet.

Im Übrigen gibt es bei Seligen einen wichtigen Unterschied zu Heiligen: Ihre Verehrung ist nur auf lokaler oder regionaler Ebene gestattet.

Auf Heimreise gestorben

Geboren wurde Ailbertus übrigens nicht in der Region. Er kam vielmehr zwischen 1060 und 1065 in dem Ort Antoing in der Nähe der Stadt Tournai zur Welt, dort, wo heute Belgien und Frankreich aneinander grenzen. 1087 ist er als Mitglied eines Klosters von Augustiner-Chorherren bei Tournai verbürgt. 1104 erbaute er mit seinen Brüdern Thyemo und Walgerus die Keimzelle der Abtei Rolduc, eine kleine hölzerne Kapelle. In Folge eines Zwists mit dem Stifter des Klosters, dem Grafen von Saffenberg, zog Ailbertus nach Clairfontaine in der Picardie, einer Landschaft im Norden Frankreichs. Kurz vor seinem Tod zog es ihn wieder zurück nach Rolduc. Allerdings verstarb Ailbertus dann auf der Heimreise.

Rolduc, die Gründung des Ailbertus, bestand – mit einer Unterbrechung zu Zeiten des Achtzigjährigen Krieges zwischen Spanien und den Niederlanden (1568-1648) – bis zum 1. September 1796, als es von den napoleonischen Besatzern geschlossen wurde. Einem der letzten Stiftsherren, Simon Peter Ernst, zu jener Zeit Pfarrer in Herzogenrath-Afden, gelang es aber, zusammen mit einigen Mitbrüdern die Klostergebäude nach und nach zurückzukaufen und 1831 der Diözese Roermond zwecks Errichtung eines Priesterseminars zu übergeben.

Ein Teil des historischen Gebäudes dient zudem heute als Hotel. Außerdem findet dort alljährlich ein großer Teil des Festivals „Euriade“ für Kunst, Kultur und Geisteswissenschaften statt.

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