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AG Wurmtal: Das Naturschutzgebiet soll größer werden

Von: fs
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Die AG Wurmtal sorgt sich um das Naturschutzgebiet: Durch Forst- und Baumaßnahmen werde das Ökosystem immer wider empfindlich gestört. Die „grüne Lunge“ des Nordkreises genießt auch als Naherholungsgebiet große Beliebtheit. Foto: Georg Pinzek
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Engagierte Naturschützer: Auf der Jahresversammlung der AG Wurmtal wurden auch neu hergestellte „künstliche Nester“ für Schwalben vorgestellt. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath/Würselen. Bei der Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft Wurmtal, zu der Dr. Hans-Jürgen Weyer die Mitglieder begrüßte, wurde der geplanten Radautobahn erneut eine deutliche Absage erteilt. Der langjährige Vorsitzende der AG Wurmtal, Günter Kalinka, berichtete über die Schwerpunktarbeiten der Naturschützer.

Baumaßnahmen innerhalb des Naturschutzgebietes (NSG) Wurmtal seien nach wie vor eine große Besorgnis. Bei einer Bestandsaufnahme bedrohter Arten habe sich überraschend herausgestellt, dass beispielsweise von Ringelnatter und Blindschleiche die meisten Tiere nicht innerhalb des NSG, sondern auf den kleineren Flächen des westlich benachbarten Landschaftsschutzgebietes anzutreffen seien.

Das war Anlass für die AG Wurmtal, zusammen mit anderen Initiativen eine Ausweitung des Naturschutzgebietes zu beantragen. Der Bereich ist in Straß-Maubach und ist etwa acht bis zehn Hektar groß

Geograf untersucht die Wurm

Eine heftige Diskussion entbrannte über den geplanten Radschnellweg von Aachen nach Heerlen. Mit großer Verwunderung nahmen die Zuhörer zur Kenntnis, dass die Städteregion trotz aller Bürgerbeteiligungen und Vorschläge zur Trassenführung durch Herzogenrath nun doch bei der ursprünglich vorgesehenen Variante entlang der Bahnlinie und damit an das NSG angrenzend bleiben will.

Mitglieder der AG Wurmtal können sich nicht vorstellen, wie eine zum Teil sechs Meter breite Trasse entlang des Bahndammes führen solle, ohne dass das NSG betroffen sein würde. Auch die Prognose, dass eine fünfstellige Zahl von Autofahrern auf das Fahrrad umsteigen würde, betrachten die Naturschützer als unseriös.

Auf der Versammlung wurde dringend appelliert, den Plan, die Radautobahn bis Pannesheide zu führen und dann gegebenenfalls die vorhandenen Radwege entlang der Neustraße zu nutzen, unbedingt weiterzuverfolgen.

Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Michael Buchty, Doktorand am Lehrstuhl für physische Geografie der RWTH Aachen. Er berichtete über seine Doktorarbeit, die sich mit den menschlichen Einflüssen auf die Wurm befasst. Dabei wird versucht, alle anthropogenen Einflüsse der letzten Tausend Jahre auf den Wurmverlauf zu betrachten.

Das Einzugsgebiet der Wurm im Stadtgebiet Aachen wird ebenso herangezogen, wie der Steinkohlebergbau oder der Betrieb und der spätere Rückbau von Mühlen. Die Sedimente, die der Fluss in der Talaue abgelagert hat, sind ein Spiegel für die vielfältigen Aktivitäten und wurden daher intensiv beprobt.

So haben sowohl die im Jahre 1963 zu Ende gehenden Kernwaffentests in der Atmosphäre wie die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 ihre Spuren im Sediment der Wurm hinterlassen. Diese ganzheitliche Betrachtungsweise wurde eindrucksvoll und anspruchsvoll geschildert und mit Beispielen hinterlegt.

Fledermäuse nachweisen

Die Biologin Katja Rüth stellte bei der Jahreshauptversammlung der AG Wurmtal Methoden vor, mit deren Hilfe professionelle Nachweise für das Vorhandensein bestimmter Tiergruppen erbracht werden. Dabei zog sie für Fledermäuse und Wildkatzen als Beispiel heran, Tiergruppen, die sie selbst bereist bearbeitet hat. Lichtschranken für Fledermäuse und Lockpfähle, an denen Wildkatzen beispielsweise Haare hinterlassen, hätten sich bestens bewährt.

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