Herzogenrath/Baesweiler - Ärger um Blumenschmuck auf „amerikanischen” Gräbern

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Ärger um Blumenschmuck auf „amerikanischen” Gräbern

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Die Hinweisschilder sind eindeutig: Eigentlich darf hier kein Grabschmuck liegen. Denn die Angehörigen haben die Grabpflege beim Erwerb der Stadt übertragen. Foto: Stefan Schaum

Herzogenrath/Baesweiler. Allerheiligen spiele als Gedenktag für viele Menschen in der Region eine „außerordentlich wichtige Rolle”, stellt SPD-Fraktionschef Gerhard Neitzke fest. Und so hätten sich jetzt Bürger wutentbrannt und mit Tränen in den Augen beschwert, dass die Friedhofsverwaltung vor Allerheiligen den Grabschmuck auf den so genannten amerikanischen Grabstätten entfernt habe.

„Eine unangemessen strenge Auslegung der Friedhofssatzung ohne Rücksicht auf die bis dato geduldete Tradition ist für die SPD-Frakion nicht hinnehmbar.” Eine Entschuldigung im kommenden Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur verlangt die SPD daher von Bürgermeister Christoph von den Driesch - und dass dieser dafür Sorge trage, dass „zukünftige Kränkungen dieser Art” nicht mehr vorkommen.

Zum Hintergrund: Die so genannten amerikanischen Gräber sind Reihengräber mit von Rasen umgebenen liegenden Gedenktafeln. Die Pflege obliegt der Friedhofsverwaltung und ist mit dem Erwerb eines solchen Grabs abgegolten. Allerdings müsse dazu der Grabstein so angelegt sein, dass ein Großflächenrasenmäher genutzt werden kann, um den Rasen kurz zu halten. Blumenschmuck ist deswegen nicht gestattet. So steht es in der Satzung, in der 2006 erschienenen Friedhofsbroschüre und auf Hinweisschildern neben den Grabfeldern.

Dennoch wäre auch Bürgermeister Christoph von den Driesch etwas mehr Fingerspitzengefühl lieber gewesen. „Dieses Vorgehen ist im Vorfeld mit dem Amt so nicht kommuniziert worden”, sei das Handeln seiner Mitarbeiter zwar nicht falsch, aber eben unsensibel gewesen. Von den Driesch: „Ich brauche nicht die SPD, um auf derartige Dinge aufmerksam zu werden”, berichtet er auf Anfrage unserer Zeitung, dass sich auch eine Reihe von Bürgern schon unmittelbar an ihn gewandt habe.

Allen werde er in einem Brief persönlich antworten - und nicht etwa durch eine Verlautbarung in einem Ausschuss. Künftig, so hat der Bürgermeister bereits veranlasst, soll es eine Woche vor und drei Wochen nach Allerheiligen keine Grabpflege geben, so dass Kränze und Gestecke zum Gedenken insgesamt vier Wochen liegen bleiben können.

Die Stadt Baesweiler fordert derzeit „aus gegebenem Anlass” dazu auf, satzungswidrig angebrachten Grabschmuck von amerikanischen Gräbern wieder zu entfernen, damit großflächig gemäht werden kann.
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