875-Jahr-Feier in Mayschoss: Stadtfahnen feierlich ausgetauscht

Von: tk/bea
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Altenahr/Herzogenrath. Es war trotz Regens ein denkwürdiges Ereignis: Der Roermonder Bischof Frans Wiertz zelebrierte anlässlich der 875-Jahr-Feier des Klosters Marienthal an der Ahr ein Pontifikalamt, musikalisch begleitet durch den Chevremonts-Mannenkoor.

„Die gottesfürchtigen Frauen kamen nicht aus dieser Gegend, sondern von weit her, aus dem niederländischen Kerkrade”, blickte der Bischof in seiner Predigt in die jahrhundertealte Historie. Aus der Abtei Klosterrath, dem heutigen Rolduc, waren Klosterfrauen im Jahr 1137 ins seinerzeit raue Ahrtal gezogen, um dort eine Abtei zu gründen.

Sie entwickelte sich zum Refugium für vornehme Frauen. An beiden Orten ist heute kein Kloster mehr, Rolduc ist ein Hotel und Priesterseminar, Marienthal ein Ausflugsort.

Das Frauenkloster an der Ahr wurde im Jahr 1801 durch die französische Besatzung endgültig aufgehoben, die Augustinerinnen waren geflohen. In späteren Jahren hatten die Immobilien diverse Besitzer, bis sie 1925 Sitz der Staatlichen Weinbaudomäne Marienthal wurde, wie die vielen Besucher der Festveranstaltung vom Vorsitzenden der Winzergemeinschaft Mayschoß-Altenahr, Rudolf Mies, erfuhren.

Das Land Rheinland-Pfalz hat den gesamten Besitz mit rund 27 Hektar Weinbergen inklusive Hof- und Gebäudeflächen an die „Weingut Kloster Marienthal KG” veräußert. Seit dieser Zeit wirkten also an diesem Ort vier „weltliche Herren”: Brogsitter, Näkel, Winzergenossenschaft Dagernova sowie die Winzergenossenschaft Mayschoß/Altenahr. Auch die Ahr-Weinkönigin Julia Migend aus Mayschoß sowie der Landrat des Kreises Ahrweiler/Bad Neuenahr, Dr. Jürgen Pöhler, und zahlreiche Lokalpolitiker wohnten der Jubilarfeier bei.

Aus Herzogenrath war in Stellvertretung für den erkrankten Bürgermeister Christoph von den Driesch die Erste Vize-Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk zusammen mit Mitgliedern des Kuratoriums Burg Rode und einer Abordnung der St.-Sebastiani-Armbrust-Schützengesellschaft anno 1250 mit ihrem Kaiser Wolfgang Essers an die Ahr gefahren.

Aus Kerkrade waren zudem noch Mitglieder der St.-Catharina-Gilde und die „Winzer von Rode” angereist. Die Bürgermeister tauschten die Stadtfahnen aus. So prangt auf der Saffenburg zu Mayschoß jetzt die Herzogenrather Fahne, und auf der Burg Rode weht die aus Mayschoß. Kuratoriumsvorsitzender Wolfgang Schmitz hat sie noch am selben Abend an einer der drei Stangen auf dem oberen Burghof gehisst.

Mit besonderen Angeboten wartet das Kuratorium Burg Rode auf: Am Samstag, 8. September, gibt es für alle Interessierten eine heimatkundliche Wanderung von Rolduc durch die Weinberge, zum alten Friedhof hinauf zur Burg.

An den einzelnen Stationen warten Führer mit Infos auf. Zum Schluss dürfen alle auf den Turm steigen, um den Blick über das abendliche Eurode zu genießen. Danach gibt es Gegrilltes im Burghof.

Der Kostenbeitrag beträgt drei Euro, gewandert wird in Gruppen zu 25 Personen ab 18, 18.30, 19.30 und 20 Uhr. Anmeldung unter Angabe der gewünschten Startzeit bis 5. September an info@burgrode.de

Für die über 450 Mitglieder und die, die es werden wollen, wird am Samstag, 15. September, auf der Burg eine große Weinprobe ausgerichtet. 10 Rotweine, 5 Weißweine, 2 Winzersekte, 3 Weißherbste und diverse Brände, von Winzern erläutert, stehen auf dem Programm.

Dazu gibt es eine Vesperplatte in Buffetform auf fünf Thementischen, die man mit dem Probierglas in der Hand „erwandern” könne, wie Kuratoriumsvorsitzender Wolfgang Schmitz erläutert. Kostenbeitrag: 25 Euro, Anmeldung bis 8. September an info@burgrode.de

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