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1000 Euro für die Taifun-Opfer

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Herzogenrath. 250 Zuhörer drängten sich in die Pfarrkirche St. Gertrud. In stadtteilübergreifender Kooperation musizierten erstmals die drei Kirchenchöre aus St. Katharina/Kohlscheid, St. Mariä Himmelfahrt und St. Gertrud aus der Innenstadt, begleitet vom Jugendorchester der Musikschule Aachen, gemeinsam zur Ehre Gottes, zur Freude des Publikums und für einen guten Zweck.

Für die Opfer des Taifuns auf den Philippinen kamen insgesamt 1000 Euro zusammen.

Unter der Leitung von Willi König wurde zu Beginn die Barockkantate „Alles was ihr tut“ von D. Buxtehude zu Gehör gebracht. Als junger Bass-Solist glänzte Martin Reisbacher.

Auch die im Eröffnungs- und im Schlusschor in allen Stimmen mit Koloraturen gespickten Passagen, meisterten die Sängerinnen und Sänger mit Bravour.

Dann wurde es vorklassisch. Andrea Nell intonierte ein viersätziges Werk des Bach-Zeitgenossen A. Hasse. Sein „Salve Regina“ wurde zu einem ersten Höhepunkt des stimmungsvollen Konzertes, einfühlsam begleitet durch einige ausgewählte Musiker des Jugendorchesters und mit Kantor Herbert Nell am Cembalo.

Bachs „Wachet auf“, gesungen als Choralkantate in drei Sätzen, war das nächste Chorwerk in dem abwechslungsreichen Programm, bei dem der berühmte Mittelchoral wegen Erkrankung des Tenors kurzfristig durch die Oboistin des Orchesters übernommen wurde.

Mucksmäuschenstill

Dr. Martin Eibach (Fagott) brachte zusammen mit Kantor Nell (Cembalo) zwei Sätze der bekannten 1. Sonate von J.E. Galliard zu Gehör; sicher intonierend, die technischen Schwierigkeiten souverän meisternd, ebenso wie die nachfolgende Choralkantate von F. Mendelssohn „Verleih uns Frieden“, bei der die Choristen unter der Stabführung von Herbert Nell sicher durch die schwierigen harmonischen Wogen geführt wurden.

In der Kirche war es mucksmäuschenstill als Marion Simons-Olivier den Auftakt zum Gracioso aus dem Oboenkonzert Nr. 1 von L.A. Lebrun gab. Was nun erklang, hätte nicht besser in die heimelige Atmosphäre, der mit Kerzenlicht erfüllten St.-Gertrud-Kirche passen können, so innig gelang eine zu Herzen gehende, zauberhafte Interpretation des Solopartes.

„Hör mein Bitten“ – Mendelssohns Vertonung des 55. Psalms bildete kontrastreich den abschließenden Höhepunkt des Konzerts. Leise aufbauender Orchesterklang, die klagende Weise des Psalmisten (überzeugend dargeboten von Andrea Nell), ein melancholischer Kontrapunkt der Soloklarinette (souverän Maya Ockenfels), alles mündet, von rollenden Paukenwirbeln unterstützt, im Einsatz des großen stimmgewaltigen Chores, den Kantor Herbert Nell nun von seiner stärksten Seite zeigen konnte.

Als das Werk nach zehn Minuten im Pianissimo verklang, hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so eindrucksvoll gelang die Interpretation durch den generationsübergreifenden Klangkörper.

Am Ende gab es zwei Zugaben für das begeistert applaudierende Publikum.

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