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Zukunft der Energie: Der Stromverbrauch muss reduziert werden

Von: anna
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Thomas Pennartz, Vorstandsvors
Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse (l.), begrüßte in Heinsberg Professor Dr. Matthias Kleiner zur Vortragsreihe „Zukunft der Energie - Energie der Zukunft”. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Ex-Minister Wolfgang Clement war im April nach Heinsberg gekommen, um die Kernenergie als Brückentechnologie zu verteidigen. Ihm folgte der Journalist Dr. Franz Alt, um eine schnelle Abschaffung der Kernenergie zu fordern. Dritter im Bunde der Referenten der Veranstaltungsreihe „Zukunft der Energie - Energie der Zukunft” der Kreissparkasse Heinsberg war jetzt Prof. Dr. Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgesellschaft.

Gemeinsam mit Ex-Umweltminister Klaus Töpfer hat er die im März nach der Katastrophe in Fukushima von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingesetzte Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung geleitet. Sie hat im Mai ihren Abschlussbericht vorgelegt. „Hier wird das, was wir bisher gehört haben, zusammengeführt”, führte Thomas Pennartz, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, in den Vortrag von Kleiner ein.

Dieser stellte zunächst die Kommission vor. Ihr Mandat sei gewesen, die Risiken der Kernenergie zu bewerten und einzuordnen sowie einen Ausstieg mit Augenmaß vorzubereiten. 17 Personen hätten ihr angehört, acht von ihnen Wissenschaftler.

Die Mischung sei „konfliktfähig und konfliktträchtig” gewesen. „Es gab durchaus heftige Diskussionen”. Die Medien hätten versucht, die Mitglieder in Pro und Kontra einzuteilen, allerdings bei ihm so ihre Mühe gehabt. Kleiner machte jedoch kein Hehl aus seiner Einstellung, dass Technologien, die für Menschen unkalkulierbar und nicht beherrschbar seien, nicht als Hypothek für die Kinder hinterlassen werden dürften.

Von Anfang an habe man sich in der Kommission vorgenommen, nicht abzustimmen, sondern einen Konsens zu erarbeiten. Oberste Regel sei gewesen, dass nicht aus der Arbeit der Kommission habe berichtet werden dürfen.

Und doch sei hier und da etwas durchgesickert. „Das würde ich heute anders machen, von vornherein transparent alles ins Netz stellen”, erklärte Kleiner. Positiv war sein Resümee dagegen im Hinblick darauf, dass die Kommission tatsächlich unabhängig gewesen sei, „von jeder Einflussnahme verschont”. Und so sei abschließender Konsens dann auch gewesen, dass der Ausstieg aus der Kernenergie innerhalb eines Jahrzehnts abgeschlossen werden kann.

Fukushima habe gezeigt, dass die Kernenergie mit Risiken behaftet sei. In Deutschland gebe es risikoärmere Alternativen in Form regenerativer Energien. Hinzu komme ein großes Potenzial für die effizientere Nutzung von Energie. „Energiewende kann nur funktionieren, wenn wir den Stromverbrauch reduzieren. Da muss uns viel einfallen!”, betonte Kleiner.

Wichtige Punkte für eine Energiewende seien zudem der Ausbau von Infrastruktur und Speichermöglichkeiten. Gefordert habe die Kommission darüber hinaus im Hinblick auf die Endlagerung die Rückholbarkeit von Atommüll, um zukünftigen Generation bei eventuell vorhandenen Technologien eine verbesserte Entsorgung zu ermöglichen.

In der Diskussion nahm Kleiner die Kritik an, dass die Empfehlungen zur Energiewende spät kämen. „Wir haben uns eine Zeit lang an der Stelle versteckt”, räumte er ein. Mit Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder diskutierte er zudem dessen Bedenken, dass ein Jahrzehnt für den Ausstieg vielleicht zu knapp gerechnet sei im Hinblick auf die vielfältigen bürokratischen Hürden, etwa bei der Genehmigung von Windkraftanlagen.
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