„Zeit” heißt das Zauberwort

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Im Alten Rathaus fand die Ausstellung „Zeit” des Wassenberger Künstlerstammtischs statt. Foto: Koenigs

Hückelhoven. „Alles hat seine Zeit, und jegliches Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.” Dieses Wort des alttestamentlichen Weisheitslehrers könnte man über eine Ausstellung im alten Rathaus in Ratheim schreiben.

31 Mitglieder des „Künstlerstammtischs Wassenberg” präsentierten jeweils ein Werk zum Thema „Zeit”; und so zahlreich wie die Aussteller waren auch Form und Inhalt der gezeigten Arbeiten.

Seit April 2006 treffen sich einmal im Monat durchschnittlich 20 bis 40 Leute von insgesamt etwa 80 diesem offenen Forum Angehörenden zum Gedankenaustausch und Kennenlernen, wobei als einzige Spielregel der gegenseitige Respekt gilt.

Zusammen mit der Teilnahme an Ausstellungen auch im Rahmen des „Kunstroom Roerdalen”, einer Tour entlang der Rur, ist so ein Netzwerk entstanden, das sich von den Anfängen bis heute stetig erweitert hat. Die eigentliche Anregung zu diesem Unternehmen stammt von der inzwischen 81-jährigen Maria Brosch, deren Initiative nun von Eva-Stefanie Mosburger-Dalz logistisch und strukturell fortgesetzt wird.

Im Namen der Ausstellenden und stellvertretend für sie begrüßte Beate Königs die zahlreichen Gäste und führte dabei in das Thema ein. Sie verwies auf die physikalischen, psychologischen, sprachlichen und philosophischen Aspekte dieses ewig rätselhaften Phänomens und zitierte Horaz, dessen „Carpe diem” (Nutze den Tag) auch nach 2000 Jahren nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Beate Königs: „Wir können die uns zur Verfügung stehende Lebenszeit nutzen, sie aber auch verstreichen lassen, vielleicht aus Freude an Mußestunden oder aber aus Unfähigkeit, mit ihr umzugehen.” Und den Umgang mit der Zeit erläuterte sie mit Seneca: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.”

Auf die Frage, was denn Zeit sei, habe Augustinus geantwortet: „Wenn mich niemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es jemandem erklären will, weiß ich es nicht.”

Mit einem Gedicht über die Zeit von Waltraud Philippen entließ Beate Königs die Besucher „in die greifbare Welt der Versuche, die Zeit in Form und Farbe sichtbar zu machen.” Dass beim Rundgang durch die Ausstellung die Uhr als sichtbares Zeichen für die Zeit mit ihrer Unumkehrbarkeit und ihrem nicht wiederholbaren Nacheinander des Öfteren vorkam, war zu erwarten.

Darüber hinaus hatten die 31 Ausstellenden (übrigens mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer), die sich mit Kunsthandwerk, Malerei, Tiffany, Design, Email, Ton, Holz, Keramik, Holzschnitt, Seide, Gouache und Zwischenformen beschäftigen, ein weit gespanntes Feld inhaltlicher Auseinandersetzungen bearbeitet; und das ging vom Urknall über zeitgeschichtliche Zusammenhänge bis zu religiösen Aussagen. Wie sagt doch das Sprichwort?: „Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen.”
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