Zahl der älteren Bürger nimmt deutlich zu

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„Demografischer Wandel und Sozialplanung“: Volkhard Dörr leitet die neue Stabsstelle beim Kreis Heinsberg.

Kreis Heinsberg. Der sogenannte „demografische Wandel“ ist auch im Kreis Heinsberg längst ein Thema. Und dessen Bedeutung wird durch Zahlen eindrucksvoll unterstrichen: Derzeit leben noch 255.000 Menschen im Kreisgebiet, für 2030 prognostizieren die Statistiker eine Zahl von 247.100. In diesem Zeitraum soll der Anteil der 19- bis 25-Jährigen an der Bevölkerung zurückgehen von jetzt 18.500 auf 12.600. Die Zahl der 65- bis 80jährigen soll hingegen im gleichen Zeitraum von 35.900 auf 52.600 steigen, die der über 80-Jährigen von 12.200 auf 18.600.

Grundlegende Veränderungen sind also angesagt. Dies hat in der Heinsberger Kreisverwaltung dazu geführt, dass der demografische Wandel und die Sozialplanung nun mehr Aufgabe einer eigens eingerichteten Stabsstelle sind. Der bisherige kommunale Pflegeplaner Volkhard Dörr, der seit 2006 auf Honorarbasis für den Kreis tätig war, ist seit 1. November als Vollzeitkraft Leiter der neuen Stabsstelle.

Weichenstellungen vorgenommen

Schon in der Vergangenheit hat die Kreisverwaltung – vor allem das Amt für Soziales sowie das Gesundheitsamt sowie die Pflege- und Gesundheitskonferenz – einige Weichenstellungen vorgenommen. Stets fortgeschrieben wird die 2005 erstmals erschienene umfassende Broschüre „Älterwerden im Kreis Heinsberg“ mit allen relevanten Akteuren und Kontaktdaten.

Es sind Handlungsempfehlungen zur Sicherstellung der gesundheitlichen und sozialen Versorgung erarbeitet und veröffentlicht worden. Seit 2006 wurden unter wissenschaftlicher Begleitung Quantität und Qualität des Pflegemarktes untersucht, ebenso die Wohn- und Lebensbedingungen in den Kommunen des Kreises. Auch daraus resultierten eine große Anzahl von Handlungsempfehlungen und Zielsetzungen.

Der Kreis Heinsberg hat durch die wissenschaftlichen Untersuchungen und Befragungen viele Erkenntnisse gewonnen. Erkenntnisse, wie sie die Landesregierung in einem Eckpunktepapier nun ebenfalls formuliert hat. Landrat Stephan Pusch erklärte: „Unsere zentrale Aufgabe wird es sein, generationengerechte Quartiere zu schaffen, der Beratung der Menschen eine zentrale Bedeutung beizumessen und eine inklusive Sozialraumplanung zu schaffen.“

Jahrelang Sozialamt geleitet

Aus diesem Grund wurde in der Kreisverwaltung die Stabsstelle „Demografischer Wandel und Sozialplanung“ geschaffen. Volkhard Dörr gilt als ausgewiesener Fachmann. Der diplomierte Sozialpädagoge und Gerontologe war langjähriger Leiter des Sozialamtes der Stadt Übach-Palenberg. Unterstützt wird Dörr von Albert Philippen, dem bisherigen stellvertretenden Leiter des Amtes für Soziales, der unter anderem die kommunale Pflegeplanung und viele damit in Zusammenhang stehende Aktivitäten mitgestaltet hat.

Die Gestaltung des demografischen Wandels wird beim Kreis nicht nur als Querschnittsaufgabe innerhalb der Verwaltung angesehen. Vielmehr steht die Stabsstelle den kreisangehörigen Kommunen beratend zur Seite. Alle Aktivitäten der Stabsstelle werden wie bisher in der Steuergruppe „Älterwerden im Kreis Heinsberg“, in der alle kreisangehörigen Kommunen vertreten sind, gebündelt und bei Bedarf in den politischen Gremien des Kreises und seiner Kommunen bekannt gemacht.

Die trägerunabhängige Beratungsstelle des Kreises und die Erwachsenenbetreuungsstelle sind der neuen Stabsstelle angegliedert worden. Volkhard Dörr bezeichnete dies als vorteilhaft und als im Interesse der Bürger notwendig, „da durch die Zuordnung zur Stabsstelle die Beratung vom Leistungsrecht getrennt wird und unabhängig von leistungsrechtlichen Vorschriften in Anspruch genommen werden kann“.

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