„Zärtliche Machos” bieten pfiffige Gags und Wortwitz

Von: defi
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Werner Michael Dammann, Hans-J
Werner Michael Dammann, Hans-Jürgen Bäumler, Michaela Schaffrath und Mogens von Gadow (von links) gastierten in Heinsberg. Foto: defi

Heinsberg. „Zärtliche Machos” ist ein Boulevardtheaterstück, wie die Zuschauer es lieben. René Heinersdorff hat die Komödie inszeniert, den Mann kennt man auch als Schauspieler, beispielsweise als Dauercamper in einer erfolgreichen Fernsehserie.

Zwei, die auch Bekanntheitsgrad erworben haben, sind Hans-Jürgen Bäumler als Prinz auf dem Eis und später als Moderator sowie Michaela Schaffrath als ehemaliges Pornosternchen Gina Wilde. Beide Schauspieler haben inzwischen bewiesen, dass sie ihre zweite Karriere ebenso erfolgreich absolvieren wie die erste. Das Publikum in der Stadthalle Heinsberg verlebte auf jeden Fall einen höchst amüsanten Abend bei „Zärtliche Machos”.

Das Stück, auf die Heinsberger Bühne gebracht von der Komödie im Bayrischen Hof im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt Heinsberg, bietet vier Schauspielern Raum, sich zu entfalten. Neben den beiden Genannten sind dies Mogens von Gadow, der schon in internationalen Filmen unter anderem mit dem Regisseur Roman Polanski arbeitete und Werner Michael Dammann, der Jüngste im Ensemble, der schon preisgekrönt für seine Darbietungen seinen älteren Kollegen durchaus Paroli bieten konnte. So unterschiedlich die vier Darsteller von ihrem Werdegang auch sein mochten, in „Zärtliche Machos” agierten sie als ein homogenes Ensemble, ohne Starallüren, aber mit viel Freude am Schauspiel.

René Heinersdorff gilt zu Recht als ein Regisseur mit einem Instinkt für Situationskomik. Diese Komik entwickelt sich aus der nicht alltagstauglichen Erkenntnis heraus: „Keine Frauen unter diesem Dach!” Diesen Schwur haben Vater Harald (Hans-Jürgen Bäumler), Großvater Karl (Mogens von Gadow) und Sohn Philipp (Werner Michael Dammann) sich für ihre Wohngemeinschaft gegeben. Nur blöd, dass die auch in einer grünen Latzhose noch sehr hübsche Cecilia (Michaela Schaffrath) mit ihrem „Minizoo” in die Wohnung oberhalb der Männer-WG einzieht.

Ihre Schlange hat sich schon selbstständig gemacht, aber Schwein Schleumel ist immerhin noch mit seinem Plätzchen auf dem Balkon zufrieden. Eigentlich hätte das WG-Leben weiter seinen gewohnten Lauf nehmen können, ein paar Bierchen, die Skatrunde und vor allem keine Frauen. Aber wie zitiert Papa (Bäumler) so schön: „Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt.” Opa (von Gadow) in Erinnerungen schwelgend: „Der Krieg fehlt mir manchmal.” Zerstörung, Zerrüttung, Zerwürfnis sind aber nicht nur dem sicher, der in kriegerisches Geschehen gerät, auch die Frau, so die Erkenntnis der WG-Insassen, zieht gleiches Übel nach sich.

Dennoch geschieht, was geschehen muss: Opa, Vater und Sohn versuchen, obwohl enttäuscht von der Liebe, die hübsche Latzhose an Land zu ziehen und setzen ihre zurückgezogene Männerwirtschaft in der Altbauwohnung bereitwillig aufs Spiel. Ein Höhepunkt, neben vielen lustigen Szenen, war das romantisch geplante Abendessen des Vaters mit der hübschen Blondine, das seine beiden Rivalen auf höchst vergnügliche Art und Weise boykottieren. „Zärtliche Machos” ist eine Boulevardkomödie mit pfiffigen Gags und viel Wortwitz, die in dieser Rollenbesetzung dem Heinsberger Publikum einen überaus vergnüglichen Abend bescherte.
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