Kreis Heinsberg - Young-Jae Lee schafft neue Formensprache

Young-Jae Lee schafft neue Formensprache

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Handgefertigte Gefäßkeramiken im Blickpunkt: Schalen, Becher und Vasen, geschaffen von der koreanischen Künstlerin Young-Jae Lee, werden ab Sonntag beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch zu sehen sein.

Kreis Heinsberg. Die koreanische Künstlerin Young-Jae Lee zeigt ab Sonntag beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch (Horster Hof) in einer Rauminstallation handgefertigte Gefäßkeramiken: Schalen - Becher - Vasen aus gebranntem, glasiertem Ton, individuelle Meisterwerke ihrer Töpferkunst aus der keramischen Werkstatt Mathildenhöhe auf dem Gelände der Essener Zeche Zollverein, wie Inge Keitel vom Kunstverein ankündigte.

Eine kühne Begegnung mit Keramik zeigt Young-Jae Lee in ihrer Installation: 111 Schalen, jede einzelne frei stehend auf der Fläche des Bodens platziert. Immer sind es Schalen, auf die der Betrachter blickt, doch ist keine wie die andere.

Unterschieden durch Form und Glasur, matt oder glänzend, trüb oder transparent, ergibt sich in der minimalen, unbegrenzten Gestaltungsvariation - den Proportionen und Größen der Schalen - eine neue Formenvielfalt. Sie fallen alle unter den Begriff der Schale, berauschend in ihrer Strenge. Flache, auf zylindrischem Fußring ruhende Scheiben, mal zarte Kelche auf einem kleinen Ring, weit ausholende, sich öffnende Kegel, mal bauchige Becher.

Young-Jae Lee trat früh als Keramikerin aus dem engeren Bereich des Angewandten heraus, öffnete sich der Weite des freien Künstlerischen, ist jedoch den klassischen Grundformen der Gebrauchs wie der ästhetischen Keramik treu geblieben. Ihre Identität ist geprägt vom geistigen Erbe Koreas, wo Kunst und Religion eng zusammengehören.

Zwei Spindelvasen - auf Podest stehend - zeigen den bewussten Rückgriff auf koreanische Keramik. Die Doppelkeramik der Spindelvase - eine konsequente Fortsetzung von Variationen bereits vorhandener Gefäßtypen - war für die Künstlerin die größte Herausforderung. Zwei Schalen wachsen unter ihren Händen zusammen und vereinigen sich zum Körper einer Doppelvase in der Form einer Spindel. Eins plus eins gleich eins: Hinter dieser unkorrekten mathematischen Gleichung verbirgt sich ihre künstlerischen Schaffensformel. Für die Spindelvase dient ihr der im 17. und 18. Jahrhundert traditionelle Mondtopf als Inspirationsquelle. Seine kugelige Gestalt erinnert an die runde Wölbung des Vollmondes.

Young-Jae Lee schafft eine neue Formensprache, mit minimalen Gestaltungsvariationen, in der Tradition überlieferter koreanischer Keramik, in die Gegenwart transzendiert mit westlichem Ansatz. Sie lebt und arbeitet seit über 30 Jahren in Deutschland, wurde mehrfach ausgezeichnet, zweimal mit dem Bayerischen Staatspreis. 2002 platzierte sie Schalen zum liturgischen Gebrauch auf dem Boden der Emporen der spätgotischen Kirche St.Peter in Köln, 2006 1111 Schalen freistehend in der Pinakothek der Moderne in München.

Die Ausstellung „Installation und Gefäße” mit Werken von Young-Jae Lee ist beim Kunstverein in Unterbruch (Horster Hof) vom 10. bis 31.Januar zu sehen: sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr. Bei der Ausstellungseröffnung und dem Neujahrsempfang am Sonntag, 10.Januar, um 11.30 Uhr wird die Künstlerin anwesend sein. Zur Einführung spricht Susanne Wedewer-Pampus, Kunsthistorikerin vom Kunstverein Leverkusen.
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