Gangelt-Langbroich - „Wirtschaftswunder”: Selfkanttheater mit neuem Stück

„Wirtschaftswunder”: Selfkanttheater mit neuem Stück

Von: Karl-Heinz Hamacher
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„Knapp ierlek on neet jeloore
„Knapp ierlek on neet jeloore!” (Knapp ehrlich und nicht gelogen!). So heißt das Stück, mit dem das „Langbröker Selfkanttheater” am 13. Januar Premiere feiern wird. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Langbroich. Wenn man nicht ganze die Wahrheit spricht, ist das dann auch schon gelogen? Diese Frage hat für Matthese Tuen, Bürgermeister von Langbroich und Krueschele Hein, Pensionswirt im Schatten von St. Marien, bestenfalls rhetorischen Charakter.

Sie reisen in der Wirtschaftswunderzeit nach Mallorca - offiziell um eine Städtepartnerschaft zu besiegeln. Und im Bierkönig hebt man die Humpen mit einem vielstimmigen „Auf die Langbroicher”. So was kostet natürlich. Aber die beiden Völkerverständiger sind gewitzt - meinen sie.

Seit 1980 gelingt es dem Ensemble des „Langbröker Selfkanttheater” gerade mit solchen Stücken immer wieder, für ein ausverkauftes Haus zu sorgen, wenn in deftiger Mundart dem Langbroicher aufs Maul und vor allem in die mit Bauerschläue gefüllte Seele geschaut wird.

„Knapp ierlek on neet jeloore!” gehört dann zu den Weisheiten von denen er - der Langbroicher - selbst am meisten überzeugt ist. Sie baden in den Errungenschaften des Erhardschen Wirtschaftswunders und haben nicht einmal eine Ahnung davon, dass sie sich gut 50 Jahre später mit der Eurokrise beschäftigen werden.

Propellerflugzeuge bringen die ersten Pauschaltouristen auf die Insel, die man bald das 17. deutsche Bundesland nennen sollte. Damals gab es auch noch keine Pflegeversicherung, und so wird Opa Jen im Rollstuhl halt von der Magd Berta gepflegt. Opa, der König der Langbroicher Schwerenöter, und Berta liefern sich, was die gegenseitigen Gemeinheiten angeht, ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

In dieser Rollen-Besetzung wird das Motiv der deutschen Wiedervereinigung vorweg genommen. Nach sechs Jahren Bühnenpause steht Willi Jütten als Opa Jen wieder auf den Brettern, die in Langbroich mehr als die Welt bedeuten, und man darf gespannt sein, ob das alte Traumduo Willi Jütten (Jen) und Maria Horrichs (Berta) so funktioniert wie zu besten Zeiten.

Die Daheimgebliebenen warten erstmal vergeblich auf die Städtepartnerschaftbesiegeler, denn eine „schwere Krankheit” fesselt die Bierkönig-Könige zwei weitere Wochen auf „Malle”. Dann kommen sie doch heim. Die gefälschte Arztrechnung wird noch eine besondere Rolle spielen, Opas ungewohnte Zurückhaltung in Sachen Mallorca wird sich aufklären, und auch den beiden Damen, die da plötzlich von der Sonneninsel anreisen, wird bald Glück beschert sein.

Bevor aber mit „Langbröker Flaa” allseitiger „Friede, Freude, Eierkuchen” gefeiert werden kann, erwartet das Publikum im Bürgertreff Langbroich ab dem 13. Januar, dem ersten von zwölf Aufführungsterminen, ein kurzweiliger Abend, bei dem in Mundart Gemeinheiten gepaart mit Hinterlist, Deftigkeiten und wahre, ehrliche Liebesbeweise einander abwechseln werden.

Darstellen werden Helmut Schürkens den Bürgermeister Mattese Tuen, Elisabeth Palmen seine Frau Mattese Änn. Arndt Horrichs ist der Pensionswirt Krueschele Hein, Doris Nießen seine herzallerliebste Gattin Krueschele Seef und, neu dabei, Stefan Keulen deren Bruder Schrüffkes Waldemar. Willi Jütten ist als Opa Schrüffkes Jen zu sehen, Marianne Heutz als Carla Makarele, Stefanie Schröder als ihre Enkelin Maria Santana. Schnell wird man sehen, warum Dr. Fränz (Sebastian Arnusch) mit Nachnamen Fummel heißt; Verena Schlebusch ist seine Verlobte Lucia Langosta. In die Rolle der Hausmagd Schnüerterkes Berta schlüpft Maria Horrichs.

Hinter der Bühne wirken als Bühnebauer mit Leo Herfs, Karl-Heinz Gossen, Hubert Schlicher, Franz-Josef Ronkartz und Leo Schroten. Die Technik liegt bei Gino Ronkartz, die Maske machen Isabelle Schlicher und Melanie Helmes, Letztere neu in Team. Souffleusen sind Hedwig Barion, Rita Schroten sowie Christina Schroten.

Die Hoheit über die begehrten Eintrittskarten liegt wie immer bei Isabelle Schlicher, Telefon 02454/7929. Der Eintritt kostet sechs Euro.

In Heinsberg in der Begegnungssstätte wird das Stück am Wochenende vom 2. bis zum 4. März aufgeführt: Am Samstag und Sonntag um 19.30 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr.

Interessierte können sich aber auch an alle andern Mitglieder wenden.
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