Wie geht es mit QVC weiter?

Von: disch
Letzte Aktualisierung:
6811940.jpg
Millionen QVC-Pakete gehen alljährlich in Hückelhoven-Baal auf die Reise zu den Kunden. Foto: QVC / John M. John

Düsseldorf / Hückelhoven. Personelle Veränderungen an der Spitze des Unternehmens und die Ankündigung, das Live-Programm deutlich reduzieren zu wollen, haben zu der Frage geführt: Wie geht es weiter mit QVC Deutschland? Ist bei dem Teleshopping-Anbieter, der in Hückelhoven-Baal sein großes Distributionszentrum betreibt, gar eine Krise zu spüren?

Johanna Pistor aus der Kommunikationsabteilung in der QVC-Zentrale in Düsseldorf nahm am Montag in ihrer Antwort das Wort Krise gar nicht erst in den Mund. Die Veränderungen der letzten Monate seien „Teil der organisatorischen Weiterentwicklung von QVC auf dem Weg zum Multimediaversandhändler“. Der Anpassung des Live-Betriebs sei eine umfassende Analyse vorausgegangen, „die gezeigt hat, dass aufgrund unserer zahlreichen Kanäle ein live gesendetes Nachtprogramm nicht mehr erforderlich ist“. Zudem befinde sich QVC „gerade in einer Entwicklungsphase“, die sich dafür anbiete, die Führung in neue Hände übergehen zu lassen. Zu diesem gemeinsamen Entschluss sei Dr. Ullrich Flatten nach über zwölf Jahren in seiner Position als Chef von QVC Deutschland in Übereinstimmung mit dem internationalen Management gekommen.

Johanna Pistor erklärte weiter: „All diese Faktoren stellen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft als Multimediaversandhändler. Auch im Logistikbereich sind wir dafür gerüstet.“ Im Oktober habe QVC seine Kooperation mit Hermes um zehn Jahre verlängert. Dies sei eine Bestätigung der langjährigen Partnerschaft, die eine der effektivsten Logistikketten im deutschen Versandhandel hervorgebracht habe. „Symbol dafür ist der gemeinsame Standort in ­Hückelhoven“, betonte die QVC-Sprecherin.

Zahlen erst im Februar

Unternehmenszahlen – insbesondere zur Entwicklung in diesem Jahr – soll es nach den Vorgaben des amerikanischen Mutterkonzerns Liberty Media erst im Februar wieder geben. Für das Jahr 2012 hatte Marktführer QVC Deutschland gesunkene Netto-Erlöse (von 770 auf 743 Millionen Euro) und auch ­einen Rückgang im Ergebnis (von 144 auf 139 Millionen Euro) gemeldet. Umsatz und Erträge lagen um 3,5 Prozent unter den Werten des Rekordjahres 2011.

Im Oktober war das Ausscheiden von Dr. Ulrich Flatten als Chef von QVC Deutschland „in freundschaftlichem Einvernehmen“ angekündigt worden. Flatten wird Ende des Jahres das Unternehmen nach über zwölf Jahren verlassen. Als Interimslösung soll Steve Hofmann, der Chef von QVC ­Europe, die Aufgabe als Chef von QVC Deutschland in der Übergangsphase übernehmen. Zudem hat inzwischen Dr. Andreas Büchelhofer, Director Multimedia Sales Strategy, QVC Deutschland verlassen – „im freundschaftlichen Einvernehmen auf eigenen Wunsch“, so die Unternehmensmitteilung. Seine Position sei nicht neu besetzt worden, vielmehr seien seine Aufgaben intern anderen Bereichen zugeordnet worden. Zum Bereich Multimedia Sales gehört die Betreuung der Planungsprozesse der unterschiedlichen Vertriebskanäle, wie Marketing im Printbereich, E-Commerce im Onlinebereich und Planung der Sendezeiten auf den drei QVC-Kanälen.

Stolz hatte QVC in der Vergangenheit stets auf das 24-Stunden-Live-Programm im Hauptkanal verwiesen. Aktuell seien es noch 23 Stunden, erklärte Johanna ­Pistor aus der Kommunikationsabteilung. Ab Frühjahr sollen es noch 17 Stunden live sein. Vorausgegangen sei eine umfassende Analyse, „mit der wir in den letzten Monaten unseren Studiobetrieb vor dem Hintergrund unserer inzwischen erfolgreich etablierten weiteren Vertriebskanäle mit insgesamt drei TV- sowie Online-Angeboten und dem veränderten Bestellverhalten unserer Kunden untersucht haben“. Ziel dieser Analyse sei es gewesen, Erkenntnisse über mögliche Optimierungen des On-Air-Angebotes zu gewinnen.

Dabei hätten letztlich verschiedene Gründe den Ausschlag für die neuen Überlegungen gegeben: „Die Umsätze mit unseren aufgezeichneten Inhalten in den Nachtstunden haben unsere Erwartungen übertroffen und sich bewährt. Die Notwendigkeit zum Live-Betrieb im Nachtprogramm ist aufgrund unserer zahlreichen neuen Kanäle, mit denen wir unseren Kunden auf verschiedenen Wegen rund um die Uhr unser Angebot verfügbar machen, nicht mehr erforderlich. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen ist das Verhältnis von Kosten zu Umsatz für die Produktion unserer Nachtstunden inzwischen nicht mehr wirtschaftlich. Zudem sind wir überzeugt, mit der Teilnahme von Gästen und Models in den zukünftig nachts ausgestrahlten Shows die Attraktivität unseres Nachtprogramms noch einmal steigern zu können.“ Mit dieser Anpassung des Live-Betriebs werde letztlich der Entwicklung von QVC Deutschland zu einem „Multichannelanbieter“ und den damit einhergehenden Kundenbedürfnissen Rechnung getragen.

Laut Medienmagazin DWDL.de ist von 35 bedrohten Arbeitsplätzen im Produktionsbereich des Einkaufssenders die Rede. Das Unternehmen verwies am Montag auf laufende Gespräche mit dem Betriebsrat.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert