Wie geht der Kreis mit dem Armutsbericht um?

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Kreis Heinsberg. Wie ist der Stand der Dinge? Wie geht es weiter? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der regionalen Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz Kreis Heinsberg, die beim Hilfsverein Amos in Oberbruch tagte.

Die Konferenz wollte erfahren, wie der Kreis mit dem „Armutsbericht – Lebenslagen im Kreis Heinsberg“ und dessen Handlungsempfehlungen – erstellt von der Projektgruppe Bildung und Region aus Bonn – weiter verfährt. Rede und Antwort stand Albert Philippen von der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung des Kreises Heinsberg.

„Auch wir haben uns mit dem dicken Werk des Armutsberichts auseinandergesetzt und finden es grundsätzlich gut, dass es ihn gibt“, sagte Johannes Eschweiler, Sprecher der Armuts- und Arbeitsmarktkonferenz. Das weitere Vorgehen wolle die Konferenz ein Stück weit begleiten. Deshalb habe sie Volkhard Dörr, den Leiter der Stabsstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung, eingeladen. Dörr war krankheitsbedingt verhindert, sodass Philippen der Einladung gefolgt war.

Albert Philippen ging zunächst darauf ein, was im Kreis bezüglich des Armutsberichts gelaufen ist, um dann vorzustellen, was der Kreis beabsichtigt. Der Armutsbericht war in der gemeinsamen Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales und des Jugendhilfeausschusses im Februar 2012 vorgestellt worden. „Der Bericht ist sehr umfangreich, beleuchtet viele Facetten und gibt viele Handlungsempfehlungen“, so Philippen. Der gemeinsame Ausschuss habe in der Sitzung beschlossen, zur Auswertung und Umsetzung der Erkenntnisse aus dem Armutsbericht eine interfraktionelle Arbeitsgruppe zu bilden, die sich zunächst darauf verständigt habe, die einzelnen Handlungsempfehlungen nach Schwerpunkten (zunächst Kinderarmut) zu behandeln. In den anschließenden Sitzungen der interfraktionellen Arbeitsgruppe sei festgehalten worden, die Themen kleinräumiger zu betrachten. Eine entsprechende Empfehlung sei an die politischen Gremien des Kreises ausgesprochen worden.

In der Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz im Februar 2013 sei dann mit den Bürgermeistern vereinbart worden, ein Sozialmonitoring einzuführen. Der Kreistag habe nach vorheriger Beratung und Beschlussempfehlung in den zuständigen politischen Gremien dann im Mai 2013 dafür votiert, die Voraussetzungen für die Umsetzung von Quartierskonzepten zu schaffen und die Stabstelle Demografischer Wandel und Sozialplanung zu beauftragen, mit dem 1. Januar 2014 ein kreisweites Sozialmonitoring als Bestandteil einer kontinuierlichen Sozialberichterstattung einzuführen. Die Stabsstelle hat den Kommunen vorgeschlagen, im Kreisgebiet 20 Sozialräume zu bilden. In jedem Sozialraum mit maximal 10.000 bis 15.000 Einwohnern könnten weitere Quartiere mit 2000 bis 2500 Einwohnern als kleinere Strukturen gebildet werden. Die Kommunen hätten dies zum Teil bereits umgesetzt, so Philippen. „Wir sind dabei, zum Stichtag 1. Januar alle Daten zu definieren und für die Datenerhebung zu strukturieren.“ Erhoben werden sollen Daten wie Bewohnerzahlen, Geburten, Sterberaten, Bildungsstand und vieles mehr, bezogen auf die Quartiere beziehungsweise die Sozialräume. Die Analyse mache Sinn, da vieles ineinander greife beziehungsweise zusammenhängen kann, erklärte Albert Philippen.

„Wir sind froh über diese gute Entwicklung. Sie haben überzeugend dargestellt, dass das der richtige Weg ist“, kommentierte Johannes Eschweiler anschließend den Bericht. Eine kleinräumige Analyse sei der beste Weg, um in die Sozialplanung eingreifen zu können. Nun sei er gespannt, „wohin die Reise gehe“, wenn alle Daten erhoben seien.

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