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Wertewandel im Sparkassengespräch

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
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Willkommen in Heinsberg: Als ersten Referenten in der neuen Reihe der Sparkassengespräche zum Thema Wertewandel begrüßte Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz (r.) Dr. Manfred Lütz. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Ein echter Verkehrsstau in Heinsberg auf der Apfelstraße vor der Tiefgarage deutete die Größe des Ereignisses in der obersten Etage des Kreissparkassen-Gebäudes an: Mehr als 270 eingeladene Gäste und damit so viele wie bei keiner Veranstaltung zuvor waren der Einladung zum ersten der sogenannten Sparkassengespräche 2013 gefolgt. „Wertewandel – Phänomen oder wiederkehrender Prozess“ sind sie überschrieben.

In seiner Begrüßung erinnerte Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz noch einmal an die beiden vorangegangenen Gesprächszyklen. 2011 hatte die Kreissparkasse sich darin mit prominenten Referenten dem Thema „Energie der Zukunft – Zukunft der Energie“ gewidmet. Im vergangenen Jahr stand „Vertrauen – Wert oder Wagnis“ im Mittelpunkt.

Der große Zuspruch zum Auftakt 2013 sei sicherlich auch dem Referenten geschuldet, räumte Pennartz ein, bevor er den Arzt, Theologen und Schriftsteller Dr. Manfred Lütz aus Köln vorstellte und ihn schon vorweg als „sehr streitbar, wortstark und zugleich sehr unterhaltsam“ charakterisierte. Allen drei Adjektiven sollte der Referent sehr schnell gerecht werden.

„Oh, sind dat viel!“, staunte dieser als echter Rheinländer erst einmal ins Publikum. „Sie ahnen ja direkt am Rhein gar nicht, dass hier noch Leute wohnen.“ Es folgten Blicke gen Westfalen à la Willibert Pauels, womit sein Humor im Raum dann schnell gänzlich Platz griff.

„Bluff – die Fälschung der Welt“

Mitgebracht hatte er sein jüngstes, im September 2012 erschienenes Buch „Bluff – Die Fälschung der Welt“. Er las nicht daraus, nur ganz zum Schluss die letzte Seite. Er zog jedoch in einem wortgewaltigen Vortrag sehr schnell sehr feste Verbindunglinien vom Buchinhalt zum Titel der Gesprächsreihe. In gewisser Weise würden alle Menschen nur noch in künstlichen Welten leben, nannte Lütz etwa die Welt der Wissenschaften oder die der Medien. Und diese Welten seien ihnen wichtiger als das eigene Leben, das mit Werten zu tun habe.

„Die Leute leben in der Lindenstraße, und das, was in der Tagesschau läuft, hat für sie mehr Realität als die Tränen der eigenen Tochter.“ Die Liebe, Gut und Böse oder der Sinn des Lebens seien existenzielle Erfahrungen ­eines Menschen, die in diesen künstlichen Welten überhaupt nicht vorkämen, erklärte er. „Man muss diese Rollen mal unterbrechen! Die Alten nannten es Muße.“ Eine halbe Stunde pro Tag empfahl er.

In der Welt der Wissenschaften seien nicht die großen Wissenschaftler das Problem. „Die wissen um ihre Grenzen“, fuhr er fort. Das Problem seien die Wissenschaftsgläubigen. „Gott kann man nicht messen, die Liebe auch nicht.“ Existenzielles könne man nicht definieren, man könne sich ihm nur gewiss sein. „Und Gewissheit ist mehr als Wissen“, betonte Lütz.

„Uli Hoeneß hat sich verlaufen“

Seine Sicht der Dinge übertrug er auf die Finanzwelt und wurde ganz aktuell: Uli Hoeneß habe sich ganz einfach in der Finanzwelt verlaufen, befand er. Oder das Beispiel Gesundheitswelt: „Plötzlich wachen Sie auf und sind tot. Und Sie haben dauernd Körner gegessen und die waren nicht lecker.“ Sätze dieser Art waren es, mit denen es Lütz gelang, ganz ernst Gemeintes sehr humorvoll zu verpacken.

Schließlich sei es wichtig, sich auch seine geistliche Identität zu bewahren, schloss der Referent. „Wir haben das Christentum ja quasi entsorgt.“ Dabei sollten die Christen doch stolz sein auf das, was das Christentum in 2000 Jahren geleistet habe.

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