Heinsberg - Weltklasse-Duo begeistert Zuhörer beim Festival-Auftakt

Weltklasse-Duo begeistert Zuhörer beim Festival-Auftakt

Von: sche
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Die Besucher warteten darauf, dass das Duo Christian Gruber & Peter Maklar zum Auftakt des dritten Heinsberger Gitarre-Festivals wie David Garett in Aachen „dem Affen Zucker gab”.

Bei den drei Zugaben mit Stücken von de Falla oder Albeniz ließen sie dennoch erahnen, dass sie auch zur großen Show jederzeit in der Lage sind.

Die Beiden gehören seit 20 Jahren zur Weltspitze. Ihre größte Tugend ist das „Doppelspiel”. Diese Fähigkeit erwirbt man erst nach Jahren. Ein Herz und eine Seele zu sein, muss mühsam erarbeitet werden. Sie beherrschen es perfekt und lieferten ein Musterbeispiel für menschliche wie künstlerische Zweierbeziehungen, ohne die Individualität preiszugeben.

Was in den Kritiken immer wieder gerühmt wird, ist diese bis in die Details gereifte Duo-Fähigkeit. Selbstverständlich ist ihre Perfektion. Die renommierte Süddeutsche Zeitung erhebt ihre Interpretationen zum „Maß aller Dinge”, während in der Guitar review der USA zu lesen war: „Eines der besten Gitarrenduos der Welt”.

Wer sich in der Szene auskennt, weiß, was das bedeutet, ist doch die „Rivalität” gnadenlos. Es tut uns Deutschen gut, dass nach dem erneuten Reinfall beim europäischen Song-Contest bei den Weltgitarristen dauerhaft Mitspracherecht besteht.

Der Anfang war mit Gruber & Maklar gut gewählt, setzt man bei diesem Festival doch nicht nur auf künstlerische Höchstleistungen, sondern auch auf menschliche Begegnungen. Das Duo wich vom Programm ab und bot auch die Werke in anderer Reihenfolge. Dabei wurde viel Liebe zu Tradition und gleichsam Neuheit deutlich.

Auch wenn es sich dabei um Transkriptionen handelte, dem Niveau tat es keinen Abbruch. Isaah Albeniz, Claude Zebussy und Domenico Scarlathi waren nun mal keine Gitarristen. Dennoch werden ihre Werke von Gitarristen bevorzugt, weil sie sich vorzüglich eignen, Klassiker in höchster Spielkunst zu demonstrieren. Dazu kommt die südländische Aura, der wir jederzeit erliegen.

Stattdessen verzichteten sie aber auf virtuos-spektakuläre „Mätzchen”.

Von Albeniz waren zu Anfang Landschaftsbilder von Cordoba, Aragon und Cataluna zu hören, Namen, die schon Musik sind. Dann kamen hektisch angehauchte Baumbilder von Linde, Esche und Weide, die Enjott Schneider in Gitarrenmusik goss. Dabei kamen Quintbassgitarren mit sechs Saiten und einer freischwingenden siebten Kontrasaite zum Einsatz. Ein waschechter Gitarrist war Mauro Giuliani, der ganzen Reihen von zeitgenössischen Komponisten wie Spohr und Haydn imponierte.

Seine Virtuosität war einmalig. Beethoven sagte von ihm, seine Gitarre verkörpere ein ganzes Orchester. Damit gab er gleichzeitig eine Antwort auf die Frage nach dem Klangvermögen, das, laut oder leise, wahre Gitarristen wie die Beiden zu entfachen vermögen, ohne dabei den Wohlklang zu verletzen.

Interessant waren auch die einsätzigen vier Scarletti-Sonaten. Der Bulgare Atanas Ourkouzounov widmete dem Duo eine Komposition mit dem Titel „Reflet V”, die einen Spagat von der Abstraktion bis zur Folklore beinhaltete und dafür stand, dass die Folklore ein wesentliches Merkmal der Gitarrenmusik ist, was sie bei vielen Menschen populär macht.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert