Welche Impulse kann das Konzil noch heute geben?

Von: anna
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Auch der Katholikenrat der Region Heinsberg hatte eingeladen: Professor Peter Hünermann und Moderatorin Renate Müller bei der Veranstaltung im Oberbrucher Dechant-Sauer-Haus. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Zu einer offenen Reflexion der Inhalte des Zweiten Vatikanischen Konzils hatten die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung, die regionalen Katholikenräte und das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung nach Mönchengladbach und nach Heinsberg eingeladen. Insgesamt 65 Teilnehmer konnten sie dazu begrüßen, 25 davon im Dechant-Sauer-Haus in Oberbruch.

Was kann die „Besinnung“ auf das Zweite Vatikanische Konzil bringen? Welche Impulse kann dieses Konzil noch heute für die Erneuerung und „Verlebendigung“ von Kirche geben? So lauteten die zentralen Fragen in den Veranstaltungen, die von Renate Müller, Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Aachen, moderiert wurden.

Referent Peter Hünermann, Priester des Bistums Aachen, lehrte als Professor für Dogmatik in Münster und Tübingen. Er ist Gründungspräsident der Europäischen Gesellschaft für Katholische Theologie und Mitherausgeber des fünfbändigen Theologischen Kommentars zum Zweiten Vatikanischen Konzil.

So gelang es ihm als ausgewiesenen Experten der Materie zum Auftakt der mehr als dreistündigen Veranstaltung, das Konzil in die Weltgeschichte einzuordnen, seine Zuhörer mitzunehmen in die Zeit vor 50 Jahren, an den Anfang des Konzils, und sie dann an seinen Inhalten teilhaben zu lassen. „Hier ist etwas Neues aufgebrochen“, sagte Hünermann.

Schwerpunkt der Veränderungen war laut Hünermann der gesamte Bereich der Liturgie. Stichworte dazu waren die Liturgie in der Landessprache, neue Musik, mehr Laien in Verantwortung, eine größere Nähe zwischen Klerus und Volk sowie eine verstärkte Hinwendung zu den Menschen am Rande der Gesellschaft. Sie gipfelte 1983 in einem neuen Kodex der katholischen Kirche.

In zweiten Phase nach dem Konzil seien jedoch ab Mitte der 1980er-Jahre „bewahrende“ Kräfte wieder stärker aktiv gewesen, was sich unter anderem in der Stellung gegenüber der Pius-Bruderschaft oder der Zulassung der alten liturgischen Formen niedergeschlagen habe. Mit Beginn des Pontifkats von Papst Franziskus stelle sich die Frage, ob es nun eine neuerliche Wende gebe. So verwies Hünermann etwa auf dessen Anregung, über eine neue Kollegialität nachzudenken.

Ein zweiter wesentlicher Fragen- und Gesprächskomplex war die Rolle der Frau, insbesondere im Hinblick auf die Diakoninnenweihe. Diese sei in der frühen Kirchengeschichte üblich gewesen, so Hünermann. Auch bei diesem Themen erwähnte er den neuen Papst, dessen Jesuitenorden 2007 die Rolle der Frau ausdrücklich in Mitverantwortung und Mitentscheidung definiert habe.

Im Bereich der Ökumene sieht Hünermann einen positiven Weg seit dem Konzil. Dieser sei jedoch nun an einen Punkt gelangt, wo er nicht mehr weiter führe, sondern neue Ansätze verlange.

Die Reflexion der Inhalte des Konzils sei eine bleibende Aufgabe, so Hünermann abschließend. Dabei müssten die Strukturen ein neues Gewicht erhalten, ein Meinungsausgleich zwischen den Bischöfen und dem Volk Gottes müsse stattfinden.

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