Kreis Heinsberg - Wechselspiel zwischen Beobachtung und Imagination

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Wechselspiel zwischen Beobachtung und Imagination

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Kreis Heinsberg. Der Kunstverein Region Heinsberg eröffnet am kommenden Sonntag, 7. Juni, um 11.30 Uhr in Heinsberg-Unterbruch (Horster Hof) die Ausstellung „Fragmentary Views” mit Arbeiten der Fotografin Yun Lee.

Die Einführung hält Anke Volkmer von der Julia Stoschek-Collection aus Düsseldorf. Es erscheint eine Edition. Die Künstlerin wird anwesend sein. Die Ausstellung wird bis zum 26. Juni zu sehen sein, sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr.

Die fotografischen Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Yun Lee nehmen ihren Ausgangspunkt in der Porträt- und Stilllebendarstellung, können aber durch den kombinatorischen Einsatz der beiden Genres deren Spektren konzeptuell entscheidend erweitern. Anknüpfend an das offene Prinzip der Serie beziehen sich ihre Werke häufig auf das Wechselspiel zwischen analytischer Beobachtung und poetischer Imagination, in welchem sich Freiräume von atmosphärischer Dichte entfalten.

In der Werkgruppe „Private World” stellt Yun Lee das Individuum im Spannungsfeld seiner privaten Sphäre dar. Neben die Bildnisse von Frauen setzt sie fragmentarische Beobachtungen aus deren dinglichem Lebensumfeld. Ihr ausgebildeter Blick und ihr intuitives Gespür für malerische Lichtverhältnisse und Farb- und Formenanalogien lassen sie stimmungsvolle Augenblicke von stiller Konzentration einfangen. Auf diese Weise schafft sie eine zeitlose Vergegenwärtigung des Menschen in harmonischer Komposition und kleinformatiger Intimität.

Für die Reihe „Private Public” ließ sich Yun Lee von historischen Motiven inspirieren. Berühmte Frauenbildnisse der Renaissancemalerei erscheinen merkwürdig auf den Kopf gestellt, so dass erst beim zweiten Blick bewusst wird, dass die Künstlerin ihren Kamerablick auf einen aufgeschlagenen Kunstband richtet. Von besonderer Bedeutung ist wiederum der Mensch im Bild, der, nur durch seine Hand bruchstückhaft angedeutet, eine Verbindung mit dem Buch und seinen Abbildungen eingeht. Metaphorisch visualisiert der unmittelbare haptische Moment der Berührung die Paarung der Medien Fotografie und Malerei.

Mit der Serie „Sleeping Woman” führt Yun Lee ihren Weg der bildnerischen Assimilation konsequent fort. Wesentlich ist die assoziative Montage, in der Bilder von Landschaften und Darstellungen von schlafenden Frauen überlagert werden und zu traumartigen Chimären verschmelzen. Inhaltlich um das Gefüge von Distanz und Nähe kreisend, bieten sich die Werke als surreal anmutende Projektionsflächen an, ohne die ihnen eingeschriebene Ambivalenz zu verlieren.

Die Koreanerin Yun Lee wurde 1967 in Tokyo geboren. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Jannis Kounellis und Thomas Ruff. 1999 wurde sie Meisterschülerin und erhielt 2001 den Akademiebrief. Seitdem wurde ihre Arbeit mit den Förderpreisen Young Artists on the Road in Aachen (2005), Lumiére International Photography Award in Seoul (2006), Rheinischer Kunstpreis im Rhein-Sieg-Kreis (2006) und dHSC Atelier Stipendium beim Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf (2007) ausgezeichnet.
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