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Warum kam der Visionär nach Erkelenz?

Von: hewi
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Der in Wien lebende Schauspieler und Rezitator Stephan Paryla-Raky ist der Enkel von Anton Raky. Er wird zur Ausstellungseröffnung möglicherweise nach Erkelenz kommen .und möchte die Texte zu einer geplanten Videodokumentation über seinen berühmten Großvater sprechen

Erkelenz. Der Heimatverein forscht derzeit über das Leben und Wirken des Bohrpioniers und Unternehmers Anton Raky (1868 bis 1943). Raky gründete 1897 das heute noch in Erkelenz ansässige Unternehmen Aker Wirth und prägte nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Ziel der Forschungsarbeit ist neben einer Veröffentlichung im Rahmen der Schriftenreihe im kommenden Jahr auch eine Ausstellung im Haus Spiess. Dabei soll nicht nur der Unternehmer Raky gewürdigt werden. Vielmehr gehe es auch darum, sein Wirken in und für Erkelenz zu beleuchten, wie der Vorsitzende des Heimatvereins, Günther Merkens, betont.

Die Projektgruppe besteht neben ihm und den Heimatforschern Hubert Rütten und Willi Wortmann auch aus den Düsseldorfer Professorinnen Gertrude Cepl-Kaufmann und Susanne Hilgers von der Heinrich-Heine-Universität sowie Dieter Pradel.

Dieser war gemeinsam mit Cepl-Kaufmann schon maßgeblich an der Ausstellung über den Ritter und Pilger Arnold von Harff beteiligt, mit der der Heimatverein 2009 für Erkelenzer Verhältnisse alle Besucherrekorde brach. Auch ein Nachkomme des Ingenieurs und Erfinders beteiligt sich an der Arbeit. Basis der Buchveröffentlichung im kommenden Jahr wird die Master-Arbeit von Ann-Katrin Strucken, die an der Heinrich-Heine-Universität über Raky und sein Wirken forscht. Die Ergebnisse werden auch in die Ausstellung einfließen, die im kommenden Jahr von Ende August bis Ende September im Haus Spiess zu sehen sein wird.

„Wichtig ist dabei, dass nicht nur Flachwaren, also Dokumente und Reproduktionen zu sehen sind”, beschreibt Merkens das Konzept der Ausstellungsmacher. Daher werden immer noch neue Ausstellungsstücke gesucht und gefunden, wie das Modell des 1902 patentierten Bohrkopfes, mit dem der wirtschaftliche Aufstieg Rakys begann. Noch heute sind 62 Patente auf Rakys Namen angemeldet. „Bei der Suche kommen auch kuriose Dinge zutage”, erklärt der Geschäftsführer des Heimatvereins, Theo Görtz. So fand man zum Beispiel in Rumänien eine Urkunde über die Stiftung einer neobarocken Kirche, die noch heute existiert. Für die Zigarettenmarke „Salem Nr. 6” wurde Raky sogar als Comicfigur in einer Werbung verbraten.

Die Ausstellung soll den Menschen Raky auch über seine Erkelenzer Zeit hinaus darstellen. Denn Raky war nicht nur Unternehmer, sondern auch ein Mäzen, dem die Stadt unter anderem ihre erste öffentliche Straßenbeleuchtung zu verdanken hat. „Über Raky gibt es viele Geschichten und Legenden”, weiß Görtz. „Und wir stoßen immer auf neue Fakten.”

So entwickelt sich die Arbeit zu einer spannenden Suche, die immer mehr über Raky ans Tageslicht befördert.

Ungeklärt ist immer noch, weshalb es den Visionär Ende des 19. Jahrhunderts ausgerechnet nach Erkelenz verschlug. Vermutlich hatte dies mit der damals sehr bedeutenden Eisenbahnverbindung zwischen Aachen und Düsseldorf zu tun. Auch bei Aker Wirth ist man gespannt, was noch alles über den Unternehmensgründer herausgefunden wird. „Die Stadt ist vom Raky-Fieber besessen”, erklärt Merkens. In der Arbeitsgruppe habe sich deshalb die Redewendung „es rakyt wieder” etabliert, wenn neue Funde zu vermelden sind. Auch die Bevölkerung ist zur Mithilfe aufgerufen. Wer Dokumente oder Erinnerungsstücke aus der Raky-Zeit hat, ist aufgerufen, sich in der Geschäftsstelle des Heimatvereins bei Theo Görtz zu melden.
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