Wanderausstellung: Goldschmiede wollen gemeinsam glänzen

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Kreis Heinsberg. Roland Simons aus Wegberg hat ein Faible für goldene Ketten. Er kombiniert sie mit farbigen Edelsteinen, während Patrick Machnik aus Geilenkirchen schwarze Süßwasserperlen zeigt.

Andrea Lennartz aus Erkelenz überrascht in ihren beiden Vitrinen mit Nerzketten, Besteckteile aus Silber gehören zur Präsentation von Johannes Hieronimi aus Heinsberg.

Schon die Arbeiten dieser vier Gold- und Silberschmiedemeister aus dem Kreis Heinsberg zeigen eine große Bandbreite an Kreativität dieses Handwerks. Sie gehören zu einer Wanderausstellung von insgesamt 18Meistern der Aachener Gold- und Silberschmiede-Innung unter dem Motto „Gemeinsam glänzen”, die am Dienstag in den Abendstunden in der Filialdirektion der Kreissparkasse in der Kreisstadt Heinsberg eröffnet wurde. Anlass für diese Ausstellung ist das 500-jährige Bestehen der Innung.

„Geld und Gold wirken auf viele Menschen gleichermaßen faszinierend und erstrebenswert”, betonte Manfred Dreßen, Abteilungsdirektor der Kreissparkasse, in seiner Begrüßung. Er hieß dabei auch Dr. Arend Katterbach, Geschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, willkommen. Die Sparkassen seien bodenständige, starke Partner der lokalen Wirtschaft, betonte er, und fügte hinzu: „Wir freuen uns, auch auf diese Weise Ihr Partner zu sein.”

Der Obermeister der Innung, Georg Comouth aus Aachen, erklärte in seiner Ansprache, dass er die Obermeisterkette nur anlässlich ganz besonderer Momente trage, von denen diese Ausstellungseröffnung einer sei. Die Gravur von Wappen alter Meister in der Kette verbinde die Innung sinnbildlich mit deren Leistungen in der Geschichte der Vereinigung. Vor zwei Jahren habe man einen Professor der RWTH beauftragt, das Gründungsdatum herauszufinden, das der 8. Oktober 1510 gewesen sei, erklärte er.

Seitdem habe sich vieles verändert. Geblieben sei jedoch, dass jedes von einem Gold- oder Silberschmied geschaffene Werkstück auch heute noch voller persönlicher Werte sei über den rein materiellen Wert hinaus, schloss er sein leidenschaftliches Plädoyer für seinen Berufsstand. „Unsere Unikate sind so persönlich und individuell, wie sie kein Modelabel und keine Supermarktkette je anbieten kann”, sagte er.

Sein Dank ging an die Kreissparkasse für die Möglichkeit der Ausstellung, aber auch an die Mitglieder der Innung, die er als eine sehr aktive bezeichnete. Obwohl potenziell Wettbewerber, seien die Mitglieder nicht nur kollegial, sondern freundschaftlich miteinander verbunden.

Gold- und Silberschmiedemeister Philipp Hausmann aus Aachen ergänzte Details zur Geschichte der Innung. So berichtete er, dass von der Zunftrolle aus dem Jahre 1510 nur noch eine Abschrift aus dem Jahr 1573 bekannt sei, die wiederum auch nur in einer Kopie erhalten sei. Gold- und Silberschmiedemeister aus der Heinsberger Region würden erst seit dem 19. Jahrhundert zur Aachener Innung gehören, erklärte er. Als bedeutenden Vertreter nannte er den 1827 in Erkelenz geborenen Goldschmied Reinhold Vasters.

Den musikalischen Rahmen der Eröffnungsfeier gestalteten von der Jugendmusikschule Heinsberg Frank Ollertz am Klavier und Nils Plum am Schlagzeug.

Noch bis 7. Mai ist die Ausstellung „Gemeinsam glänzen” während der Öffnungszeiten der Kreissparkasse in der Filialdirektion in Heinsberg (Hochstraße) zu sehen. Danach wandert die Ausstellung durch Filialdirektionen im Kreisgebiet: Vom 12. bis 28. Mai ist sie in Erkelenz (Dr.-Eberle-Platz) zu Gast, vom 2. bis 15. Juni in Wegberg (Rathausplatz) und vom 18. Juni bis 2. Juli in Geilenkirchen (Konrad-Adenauer-Straße). Weiter geht es dann über Düren und Jülich bis nach Aachen.
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