Waldkindergarten sorgt auch für Verdruss

Von: syn
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Erkelenz-Lövenich. Der Waldkindergarten Wühlmäuse hat am Anfang des Monats seinen Betrieb in Lövenich aufgenommen (wir berichteten). An der Bruchstraße am Bolzplatz in Lövenich hat er sein Zuhause gefunden.

Doch nicht alle Anwohner sind zufrieden mit der Lösung am Scherresbruch und Harberger Bruch. Paul Jäschke von der Initiative Naturschützer ist einer von ihnen.

Jäschke betont, dass er nichts gegen die Kinder und die Idee eines Waldkindergartens habe. Seine Enkel gehen in Krefeld ebenfalls in einen Waldkindergarten.

Einzig der Standort ist seiner Meinung nach ungünstig gewählt. Denn der Weg, den die Wühlmäuse jeden Tag gehen, führt mitten durch das rund 200 Meter breite Naturschutzgebiet. „Der Waldkindergarten widerspricht dem Naturschutzgedanken”, so Jäschke.

Er sieht die Belange des Naturschutzes durch den Waldkindergarten gefährdet. Denn der natürliche Kindergarten der Wühlmäuse befinde sich in einem Naturschutzgebiet, in dem es neben Rehen auch seltene Vogelarten gibt, die in dem Gebiet auch brüten. Dabei, so Jäschke, hätte die Stadt sicherlich andere Alternativen für die Ansiedlung des Waldkindergartens gehabt.

Im Mai wurde auf einer Sitzung des Bezirksausschusses in Lövenich über die geplante Ansiedlung der Wühlmäuse in Lövenich gesprochen. Von der Stadt Erkelenz sieht sich Jäschke deshalb überrumpelt, denn erst als genehmigungstechnisch alles in trockenen Tüchern war, seien die Bürger über den geplanten Waldkindergarten informiert worden. „Wir wurden mit unseren Bedenken nicht ernst genommen”, betont er.

Nach Ansicht der Stadt habe sich nach Prüfung aller Alternativen das Gelände in Lövenich als das am besten geeignete herausgestellt, so erklärte die Verwaltung bei der Ausschusssitzung.

Zwischenzeitlich wurde auch der Petitionsausschuss des Landtages eingeschaltet, der sich mit dem Thema befassen soll.

Auch von den Verantwortlichen beim Verein „Wühlmäuse”, der den Waldkindergarten betreibt, fühlen sich die Naturschützer nicht ernst genommen, vielmehr würden sie als Nörgler diffamiert, die etwas gegen Kinder vor ihrer Haustür hätten., so glaubt Jäschke. Der Bauwagen, der als Station des Waldkindergartens dient, steht direkt gegenüber seinen Garageneinfahrt.

Er soll, so versichert der „Wühlmäuse”-Vorsitzende Florian Kuß in das Gelände hinein verlegt werden. Den Standort empfindet auch er als „ungünstig”, weist aber darauf hin, dass der Verein bei dieser Entscheidung der Stadt keinen Einfluss nehmen konnte.

Auch darüber, was dem provisorischen Bauwagen folgen soll, gibt es unterschiedliche Aussagen. Während Kuß von einem größeren Bauwagen spricht, spricht Jäschke von Plänen, dass dort ein Betongebäude errichtet werden solle, wobei er sich wiederum auf Kuß beruft. „Was wir mit dem Waldkindergarten machen, ist gelebter Naturschutz”, sagt dazu Kuß.

Der Verein hat einen Nutzungsvertrag mit der Stadt über rund 300 Quadratmeter auf dem Gelände.

Jäschke befürchtet, dass die Errichtung einer wie auch immer gearteten Unterbringungsmöglichkeit der Kinder weitere Baumrodungen verbunden sein werden. Darüber hinaus zweifelt Jäschke auch den Sinn eines dritten Kindergartens in Lövenich an.

Kuß verweist auf die Sitzung des Bezirksausschusses. Dort betonte die Stadt ausdrücklich, der Waldkindergarten sei kein dritter Kindergarten für Lövenich, sondern ein Kindergarten für alle Kinder aus der Stadt Erkelenz.

Jäschkes Ziel ist klar: Erhalt des Naturschutzgebietes in seiner derzeitigen Form. „Allerdings wollen wir es im Guten hinbekommen”, betont er.

Dass Kinder an die Natur herangeführt werden sollen, finden er und seine Mitstreiter weiterhin richtig.
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