„Vorbild Natur“: Dauerausstellung im Naturparkzentrum Wildenrath

Von: disch
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„Vorbild Natur“: Erneuerbare Energien stehen bei der neuen Ausstellung im Naturparkzentrum Wildenrath ebenfalls im Blickpunkt. So konnten große und kleine Besucher bei der Eröffnung am Sonntag auch das Modell einer Biogasanlage erkunden. Foto: Passage
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Freude bei der offiziellen Ausstellungseröffnung: Peter Ottmann (links), Landrat des Kreises Viersen und Verbandsvorsteher vom Naturpark Schwalm-Nette, und Dr. Ferdinand Schmitz (rechts), Vorsitzender der Verbandsversammlung. Foto: Passage

Kreis Heinsberg. Die fünf hohen Windräder, die in der Nähe des auf dem ehemaligen Royal-Air-Force-Flugplatz in Wegberg-Wildenrath gelegenen Siemens-Bahnprüfzentrums stehen, können eigentlich auch als Wegweiser für das Naturparkzentrum Wildenrath dienen.

Denn dort wurde am Sonntag die neue Dauerausstellung mit dem Titel „Vorbild Natur“ eröffnet, die mit einem Themenschwerpunkt die erneuerbaren Energien in den Blickpunkt rückt. „Nützlich. Nachhaltig. Naturpark“: Auf diesen Nenner lässt sich nach Ansicht von Peter Ottmann, Landrat des Kreises Viersen und Verbandvorsteher des Naturparks Schwalm-Nette, die neue Ausstellung bringen. Schon Michelangelo habe einst erkannt, dass es lohne, von der Natur zu lernen, als er Flugmaschinen nach dem Vorbild der Fledermaus gebaut habe.

„Ohne dieses ausgesprochene Lernbedürfnis von der Natur gäbe es heute keine Triebwerke, keinen Klebstoff, keinen Klettverschluss und natürlich keine Flugzeuge“, sagte Ottmann. Das Prinzip Bionik gelte bis heute, insbesondere mit Blick auf den schönen Naturpark Schwalm-Nette. So bunt wie die Natur sei die Vielfalt von Erlebnissen und Angeboten, die große und kleine Besucher dieses Paradieses erwarte. „,Von der Natur lernen‘ – das ist ein Leitspruch für unser Handeln inmitten des Naturparks Schwalm-Nette“, so Ottmann.

Von 2003 bis 2012 war die Ausstellung „Bionik – Zukunftstechnik lernt von der Natur“, die vom Mannheimer Landesmuseum für Technik und Arbeit konzipiert worden war, in Wildenrath zu sehen. Doch nachdem der Mietvertrag mit dem Museum über die meisten Exponate ausgelaufen war, wurde die Bionik-Ausstellung Ende 2012 abgebaut. Wechselausstellungen folgten, doch es wurde auch die Idee geboren, in Wildenrath eine Ausstellung unter Einbeziehung der noch im Naturparkzentrum verbliebenen Exponate aufzubauen. Gleichzeitig sollte es einen Ausblick in die Zukunft geben: So kamen als neues Thema „Erneuerbare Energien“ hinzu.

Ottmann erinnerte daran, dass die Verbandsversammlung sich dafür ausgesprochen habe, nach der Bionik-Ausstellung wieder „ein Ausrufezeichen zu setzen, das naturbegeisterte Menschen nach Wildenrath in dieses Zentrum lockt.“ Aber: „Ohne Moos nichts los“, könne man mit einer Metapher aus der Natur formulieren. Dank großzügiger finanzieller Unterstützung von vier Einrichtungen habe das Projekt umgesetzt werden können: Da sei allen voran die Sparkassen-Stiftung „Natur und Kultur Kreis Viersen, die 32.000 Euro zur Verfügung gestellt habe. Dank galt auch Kreissparkasse Heinsberg (8000 Euro), West Energie und Verkehr (5000 Euro) und Kreiswasserwerk Heinsberg (3000 Euro).

Diesen Tag der Eröffnung der neuen Ausstellung bezeichnete Ottmann als „eine weitere Etappe“. Und als Beleg dafür, dass alle drei Zentren des Naturparks – Haus Püllen in Wachtendonk (Kreis Kleve), Burg Brüggen im Kreis Viersen sowie eben Wildenrath – mit Leben und Aktivität gefüllt und wichtige Anlaufstellen für die Besucher des Naturparks seien.

Geplant wurde die neue Ausstellung von Kessler & Co. (Mülheim an der Ruhr). Dr. Jörg Widera von dieser Agentur führte die Eröffnungsgäste am Sonntag durch die Schau. An neun Stationen können sich die Besucher mit ausgewählten Themen des Abschauens von der Natur und mit erneuerbaren Energien wie Wind, Solar, Bio oder Wasser befassen – nicht nur mit Texte und Bildern, sondern auch mit Modellen und Experimenten. Geplant sind Führungen, Besuche von Schulklassen, möglicherweise auch Exkursionen vor Ort. Parallel zur Dauerausstellung werden kleinere Sonderaustellungen präsentiert. Aber auch Vorträge, Workshops und Lesungen soll es geben.

So äußerte der Verbandsvorsteher schließlich die Hoffnung, dass die neue Ausstellung den nötigen Schwung über 2016 hinaus mit sich bringen möge – mit Blick darauf, einen neuen Stützpunkt des Naturparks im Kreis Heinsberg zu schaffen. Der Mietvertrag im List-Zentrum auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in Wildenrath läuft Ende 2016 aus. Die Ausstellung ist so konzipiert worden, dass sie an einer zukünftigen neuen Adresse – zumindest in Teilen – auch präsentiert werden kann.

Wo das Zentrum, das als „südliches Eingangstor“ in das Naturparkgebiet dienen soll, nach 2016 seinen Platz haben wird, ist nach Angaben des Naturpark-Geschäftsführers Michael Puschmann allerdings noch völlig offen, zumal die Vor-Ort-Präsenz des Naturparks unter der Fragestellung „Zentral? Dezentral? Mobil?“ auch ein Thema für den Naturparkplan sei. Die Erarbeitung eines solchen Plans war von der Verbandsversammlung im November beschlossen worden.

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