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Vom Anstecker bis hin zur Pickelhaube

Von: dn
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Gekauft, verhandelt, verkauft, getauscht und diskutiert wurde auf der vierten internationalen Rheinische Feuerwehr-und Tauschbörse im Rheinischen Feuerwehrmuseum Erkelenz-Lövenich. Foto: Dahmen

Erkelenz-Lövenich. Wer in der Hauptstraße 23 in Lövenich das große grüne Eingangstor hinter sich gelassen hat, wird überrascht sein, was dahinter aus den großen Räumlichkeiten des einstigen renommierten Landmaschinenbetriebes Granderath geworden ist.

Seit 1994 beherbergen Wohnhaus und Hallen das Rheinische Feuerwehrmuseum Erkelenz-Lövenich, das bis dahin beim Gründer Peter Höpgens, An der Vogelstange 15, untergebracht war. Zuvor hatte die Stadt Erkelenz die Sammlung erworben, die Betriebsgebäude zum Museum ausbauen lassen und dem am 4. Mai 1976 gegründete Verein Feuerwehrmuseum zur Unterhaltung übertragen.

Der Bekanntheitsgrad

Inzwischen ist das Feuerwehrmuseum weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Immerhin stammen die ältesten Geräte der Sammlung aus dem 16. und 17. Jahrhundert und zeigen eindrucksvoll die feuerwehrtechnische Entwicklung bis in die Moderne.

Die Bedeutung

Neben viele Großgeräten wie Feuerwehroldtimer, Drehleitern sind Handdruckspritzen, Helme, Uniformen, Löscheimer aus Leder, von einfachen bis moderne Atemschutzgeräte und noch sehr vieles mehr zu sehen. Umgeben von dieser Historie fand im Museum die vierte Rheinische Feuerwehr-Tausch- und Sammlerbörse statt, in der 19 Feuerwehr-Sammler aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, den Niederlanden und Belgien, zwei mehr wie im Vorjahr, ihre Stände aufgebaut hatten.

Welche Bedeutung dieser Sammler- und Tauschbörse zukommt, ließ auch erkennen, dass der neue Vorsitzende des Feuerwehrverbandes NRW, Dr. Klaus Schneider, sie besuchte. Auf langen Tischen ausgebreitet ließen internationale Feuerwehrhelme, Anstecker, Orden, Festschriften, Bücher, Ärmelabzeichen, Uniformen, Zeitschriften, Feuerwehrfahrzeuge im Modell - alles was im entferntesten mit Feuerwehr zu tun hat - jedes Sammlerherz höher schlagen. Und die Sammler kamen in Scharen, um zu tauschen oder zu erwerben, was in der heimischen Sammlung noch fehlte.

Ein Besucher erklärte: „Ein solches Sortiment aus der Geschichte der Feuerwehr wie hier in Lövenich ist auf Trödelmärkten oder Antiquitätenhäusern kaum zu finden.” Wer sammelt, muss den Börsen hinterherfahren.

Die Brandeimer

Interessiert blieben die Besucher am Stand von Peter Winkmann, der Vorsitzende des Historischen Feuerlöschzuges Linn (Krefeld), stehen. Er hat sich auf Herstellung von Pickelhauben, Reparaturen, Feuerwehrhelme und Löscheimer aus Leder spezialisiert. Über Löscheimer aus Leder berichtet die Lövenicher Gemeindechronik: „dass ein von hoher Regierung genehmigten Gemeinderats-Beschlusses vom 28. November 1820 von jedem neu verehelichten Paar bei der Trauung, sowie auch jeder, der neu ansiedelt, ein lederner Brandeimer geliefert werden muss.” Deshalb wurden sie auch scherzhaft „verliebte Brandeimer” genannt.

Dass das Feuerwehrwesen nicht nur eine lebendige Sache für das Museum ist, beweisen auch die Sammler, die mit ihrem Hobby ein Stück Zeitgeschichte bewahren. Die Begegnung mit Tradition und Geschichte des Feuerlöschwesens soll allen Bevölkerungsschichten anschaulich und erlebbar gemacht werden.
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