Viele Ratsuchende haben ein Alkoholproblem

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Die Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen hat ihren Jahresbericht für 2010 veröffentlicht. Wie schon im Jahr zuvor konnte ein starker Anstieg der Beratungszahlen verzeichnet werden.

Im Jahr 2010 nahmen demnach 661 Personen das Beratungsangebot wahr. Damit war die Zahl rund sechs Prozent höher als 2009. Damals war sie bereits um 15 Prozent angestiegen.

Das Beratungsangebot richtet sich an Menschen, die mit Alkohol, Nikotin, Drogen, Medikamenten oder dem Essverhalten Probleme haben. Aber auch Spielsüchtige finden bei der Leiterin Marlies Trapp und ihren acht Kollegen Hilfe. Hauptursache für den Besuch der Ratsuchenden ist weiterhin mit Abstand der Alkohol. Etwa jeder zweite Ratsuchende hat ein Alkoholproblem oder ist Angehöriger eines Betroffenen. Für Eltern und Angehörige gibt es eigene Gesprächsgruppen.

Das Gruppenangebot „Ambulante Rehabilitation Sucht” (ARS) bietet den Betroffenen die Möglichkeit, ihr Konsumverhalten zu ändern, ohne dafür stationäre Therapien aufsuchen zu müssen. „Daher ist das Angebot sehr gut für Berufstätige und Menschen, die sozial integriert sind, geeignet”, betonte Trapp bei der Vorstellung des Jahresberichtes in den Räumen der Beratungsstelle in Hückelhoven an der Parkhofstraße. Ziel des Angebotes ist eine dauerhafte Abstinenz. Dafür müssen die Patienten ihre Abhängigkeit und die Ursachen dafür verstehen, wie Trapp hervorhob. Ein Ziel der ARS sei es auch, dass sich die Klienten selbst einzuschätzen lernen und sich nicht mehr von negativen Ereignissen „überrollen” lassen, was eine häufige Ursache für Rückfälle darstelle. Die Kosten würden auf Antrag von den Rententrägern und Krankenkassen übernommen. Neben den regelmäßigen Gruppentreffen gehören auch Einzelgespräche und Partner- oder Familienberatungen zum Angebot der ARS-Behandlung.

Die Erfolgsquote ist hoch, so Trapp. Nach einem Jahr leben mehr als 50 Prozent der Teilnehmer noch „clean”. Signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es nicht. „Allerdings kommen Frauen oftmals früher als Männer zur Beratungsstelle”, erklärte Trapp. Dies liege oft darin begründet, dass die Kinder ihren Müttern ins Gewissen reden würden.„Hinter den nüchternen Zahlen stehen jeweils ganz individuelle Lebensgeschichten”, weiß die Diplom-Psychologin aus der Praxis. In vielen Fällen hätten die Suchtkranken in ihrem Leben Gewalt erlebt. Missbrauch sei eine häufige Ursache für Sucht. Trotz der steigenden Fallzahlen legen die Mitarbeiter der Beratungsstelle Wert darauf, Wartezeiten vom Erstkontakt bis zur Beratung zu vermeiden. In den ARS-Gruppen sind auch kurzfristig Plätze zu bekommen. Allerdings muss der Ratsuchende in der Lage sein, ohne seine tägliche Dosis zu leben. Ist dies nicht der Fall, ist eine stationäre Behandlung ratsam.

Auch offene Sprechstunden in der Beratungsstelle

Die Beratungsstelle für Alkohol-, Medikamenten- und Drogenfragen hat dienstags von 16 bis 19 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr offene Sprechstunden, zu denen keine spezielle Terminvereinbarung nötig ist.

Zu erreichen ist die Beratungsstelle in Hückelhoven an der Parkhofstraße 93a von Ratsuchenden entweder unter 02433/86238, Fax 02433/84189 oder per Mail an die Adresse drogenberatung@caritas-heinsberg.de

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert