Kreis Heinsberg - Verwaltungsgericht urteilt: Tiere erheblich vernachlässigt

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Verwaltungsgericht urteilt: Tiere erheblich vernachlässigt

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Kreis Heinsberg. Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Aachen hat den Eilantrag einer Tierhalterin aus Heinsberg gegen die Fortnahme und anderweitige pflegliche Unterbringung ihrer Tiere - es handelt sich um zwei Ziegen, sieben Shetland-Ponys und ein Kälbchen - abgelehnt.

Die Tiere seien bei der Fortnahme am 30. Dezember nach den Feststellungen des Amtstierarztes erheblich vernachlässigt gewesen, erklärte die Kammer. So seien die Tiere nicht angemessen ernährt gewesen.

Ihnen habe kein Trinkwasser zur Verfügung gestanden. Ein Trinkwassereimer und eine mit Wasser gefüllte Badewanne seien gefroren gewesen. Den Ponys habe als Futter bloß der extrem spärliche Bewuchs der hart gefrorenen Weidefläche zur Verfügung gestanden.

Beim Erscheinen des Amtstierarztes seien das Kalb und die Ponys bettelnd an den Zaun gekommen. Der Ernährungszustand der Ziegen und des Kalbes sei mangelhaft gewesen. Sie seien auch nicht artgerecht unterbracht gewesen. Die Ziegen seien auf engstem Raum auf einem Viehanhänger eingesperrt gewesen und hätten vor Kälte gezittert. Für alle Tiere habe eine trockene, wärmegedämmte Liegefläche gefehlt. Die gemeinsam gehaltenen Ponys und das Kalb hätten sich nicht vertragen; wiederholt habe ein Pony das Bullenkalb attackiert.

Die Weide sei auch nicht ausbruchsicher gewesen. Einige Tiere seien auch nicht angemessen gepflegt gewesen. Die dunkle Zwergziege habe an Durchfall gelitten; dadurch sei ihr Fell bei den Hintergliedmaßen stark mit Kot verunreinigt gewesen. Beide Ziegen hätten sofort medizinisch behandelt werden müssen. Die eine habe an hochgradiger Abmagerung, Schleimhautblässe, Untertemperatur und einem Magen-Darm-Wurmbefall gelitten, die andere an Unterernährung und Schleimhautblässe.

Diese Feststellungen habe die Antragstellerin nicht entkräften können. Ihre Behauptung, dass das Kalb wohlgenährt gewesen sei, sei schlichtweg unglaubhaft, so die Kammer. Denn sein schlechter Ernährungszustand sei nicht nur Ende Dezember 2008 aufgefallen, sondern auch von der Amtstierärztin festgestellt worden, die die Haltung der Tiere in der Zeit davor kontrolliert habe.

Bei keiner der seit 24. November ausgeführten Kontrollen sei Futter vorgefunden worden. Auch hätten keine Belege für die behaupteten Futterkäufe vorgelegt werden können. Auch der Behauptung, für die Ponys sei regelmäßig trockenes Stroh ausgelegt worden, könne nicht geglaubt werden. Nach den amtstierärztlichen Feststellungen sei das Stroh im Viehanhänger seit 15. Dezember nicht mehr erneuert worden.

Eine weniger einschneidende Anordnung als die Wegnahme der Tiere sei nicht in Betracht gekommen. Die Antragstellerin habe sich weder einsichtig gezeigt noch dartun können, überhaupt dazu in der Lage zu sein, die Tiere zukünftig angemessen unterzubringen, zu versorgen und zu pflegen. Zweifel daran seien dadurch gewachsen, dass ihrer bisherigen Hilfsperson, ihrem Ehemann, ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot auferlegt worden sei.

Gegen den Beschluss kann die Antragstellerin Beschwerde einlegen, über die das Oberverwaltungsgericht in Münster entscheidet.
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