Kreis Heinsberg - Verstärkte Zusammenarbeit zum Wohl von Schülern

Verstärkte Zusammenarbeit zum Wohl von Schülern

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Auch Lehrer Ronny Hennings und Schulsozialarbeiterin Nicola Rasche von der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen sowie Birgit Gerhards vom Jugendamt der Stadt Geilenkirchen (vorne, von links) unterzeichneten die Vereinbarung im Beisein von Peter Kaiser (hinten, links) und Dr. Hans-Heiner Gotzen. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Rund 40 Vertreter von Schulen und Jugendämtern im Kreis Heinsberg haben im Heinsberger Kreishaus eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und damit ihren Willen zu einer verstärkten Zusammenarbeit zum Wohl von Schülern in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I jetzt auch ganz offiziell besiegelt.

„Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor drohender Gefährdung ist gemeinsamer gesellschaftlicher Auftrag für Schule und Jugendamt”, heißt es in der Präambel der Vereinbarung. Auf vier Seiten beschreibt sie in insgesamt acht Paragraphen die rechtlichen Grundlagen der Kooperation und die jeweiligen Aufgaben von Jugendamt und Schule. Es folgen detaillierte Handlungsanweisungen für die Beteiligten.

Gültigkeit hat die nun unterzeichnete Vereinbarung zunächst für ein Jahr, sie verlängert sich aber automatisch, wenn sie nicht aktiv gekündigt wird. In einem Anhang sind zahlreiche Beispiele aufgelistet, an denen Lehrer Anzeichen für eine sogenannte Kindeswohlgefährdung erkennen können.

Hinzu kommt eine Liste aller Ansprechpartner in den Jugendämtern sowie die Vorlage eines Dokumentationsprotokolls, das die jeweilige Schule und das für sie zuständige Jugendamt im Falle einer konkret notwendigen Kooperation nutzen können.

Bevor alle Anwesenden ihre Unterschriften unter den Vertrag setzten, erinnerte Schulamtsdirektor Peter Kaiser an den Auftakt der Kooperation im Februar. Bei dieser Informationsveranstaltung im großen Sitzungssaal des Kreishauses hatte Klaus Nörtershäuser vom LVR Rheinland zum Thema Kindeswohlgefährdung referiert.

Grundlage der Vereinbarung seien die Bestimmung von Sozialgesetzbuch (SGB VIII) und Schulgesetz (§ 42,6), betonte Kaiser. Darin finde sich ein klarer Auftrag an Schulen und Jugendämter, „aber auch mit Teilung der Aufgaben”, betonte er.

Das Ineinandergreifen dieser Aufgaben im Rahmen der Schutzfunktion bilde jetzt den Inhalt der für den Kreis Heinsberg unterzeichneten Kooperationsvereinbarung. Sie beschreibe die notwendigen Abläufe in diesem sehr sensibel zu handhabenden Geschehen ebenso wie die nachhaltige Information des jeweils anderen Partners.

Dabei seien die Eltern immer einzubeziehen, soweit nicht eine dringende Gefährdung vorliege. „Wichtig ist auch, den Bogen der Kindeswohlgefährdung zu spannen, der von einem unregelmäßigen Schulbesuch bis hin zu einer körperlichen oder seelischen Gefährdung des Kindes reicht”, so Kaiser.

Sicherlich habe es auch bisher schon rege Kontakte und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schulen und Jugendämtern gegeben, betonte er. Das dabei entstandene Vertrauen gelte es weiter auszubauen und die Vereinbarung mit Leben zu füllen, Erfahrungen damit zu sammeln und ihre Bestimmungen im Rahmen einer Evaluation nach einem Jahr eventuell auch anzupassen.

Am Willen zur Kooperation habe es nie gehapert, „aber wir brauchten ein strukturiertes Vorgehen”, erklärte Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz, als Vertreter der Jugendämter zu der neuen Vereinbarung. „Wir müssen da ansetzen, wo erste Fehlentwicklungen entstehen.” Er wertete die neue Vereinbarung als einen weiteren Baustein in der Sorge um die jungen Bürger im Kreis Heinsberg.

Insgesamt sind es rund 28.000 Kinder und Jugendliche, die Schulen in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I besuchen, wie Kaiser erklärte.
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