Versorgungslücke schließen: Psychisch Kranken wird hier geholfen

Von: Anna Petra Thomas
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Grundsteinlegung für neue Tag
Grundsteinlegung für neue Tagesklinik: Während Polier Konrad Halcour (r.) die Zeitkapsel einmauerte, präsentierte Dieter Erfurth, Geschäftsführer Maria Hilf NRW gGmbH, den Grundstein. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Im Rahmen einer Feierstunde haben Vertreter der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf zusammen mit Gästen im Rohbau offiziell den Grundstein für die neue Heinsberger Tagesklinik gelegt. Sie befindet sich an der Genneper Straße in unmittelbarer Nähe zum städtischen Krankenhaus.

„Wo vor kurzem noch ein wilder Parkplatz war, sehen Sie heute einen fertigen Rohbau”, sagte Dieter Erfurth, Geschäftsführer Maria Hilf NRW gGmbH, in seiner Begrüßung. Er freue sich besonders, dass neben Jakob Gerards, Erster Beigeordneter, auch Heinsbergs Wirtschaftsförderer Bert Dohmen gekommen war, mit dem er seine Idee bereits vor zehn Jahren geteilt hatte. Eigentlich habe man die Tagesklinik zeitgleich und somit kostensparend mit der bereits fertiggestellten Tagesklinik für Kinder und Jugendliche des Landschaftsverbands gleich nebenan bauen wollen, erinnerte er sich in einem kurzen Gedankenaustausch mit Dohmen. Dies hätten geänderte Förderrichtlinien dann aber nicht zugelassen.

700 Quadratmeter Fläche

Nun sollen hier ab Anfang des kommenden Jahres 15 Erwachsene mit psychischen Erkrankungen Hilfe erhalten. Dazu steht in der Klinik eine Gesamtnutzfläche von knapp 700 Quadratmetern zur Verfügung. „Doch bevor wir dieses Ziel verwirklichen können, haben wir hier in den nächsten Wochen und Monaten noch verschiedene Arbeiten zu verrichten, denn ein stabiles Haus braucht ein solides Fundament, auf dem es lange stehen kann!”, so Erfurth. Bevor Polier Konrad Halcour die Zeitkapsel zum Grundstein einmauerte, erläuterte der Geschäftsführer deren Inhalt. Neben einer aktuellen Tageszeitung, neuen Münzen und den Bauplänen der Klinik enthält sie zwei Dinge, die einen besonderen Bezug zu den Wurzeln der Gangelter Einrichtungen haben: eine Medaille mit dem Abbild von Maria Katharina Kasper, der Ordensgründerin der Armen Dienstmägde Jesu Christi, und einen Basaltstein aus Dernbach, dem Ort, wo die Ordensgründerin vor mehr als 190 Jahren, am 26. Mai 1820, geboren wurde.

Schwester Patricia, die Hausoberin Gangelter Einrichtungen Maria Hilf, und Sabine Mevissen, Seelsorgerin im Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, segneten den Grundstein. Simeon Matentzoglu, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Krankenhauses gab anschließend interessante Einblicke in die Thematik Tagesklinik: Die erste Klinik dieser Art sei bereits Ende des 18. Jahrhunderts in Russland entstanden. Die erste Klinik von Maria Hilf im Jahre 1984 in Gangelt habe Modellcharakter in Nordrhein-Westfalen gehabt. „Diese Klinik ist kein Kompromiss!”, betonte er. So werde der Patient bei einer tagesklinischen Behandlung nicht aus seinem sozialen Umfeld herausgerissen. Zum anderen könne er da bleiben, wo die Probleme seien und sie auch dort lösen.

Bereits 1998 seien bei Maria Hilf 7,5 Prozent der Gesamtversorgung tagesklinische Behandlungsfälle gewesen. 1999 sei eine Tagesklinik in Erkelenz eröffnet worden. 2005 sei die Quote auf 16 Prozent gestiegen und hochgerechnet für 2012 komme er bereits auf 20 Prozent. „Das ist eine beachtliche und zukunftsweisende Entwicklung”, sagte er. Die Gangelter Einrichtung lägen damit über dem Durchschnitt.

Mit der Tagesklinik in Heinsberg werde eine Versorgungslücke geschlossen und die Behandlung könne „noch mehr in die Gemeinden rücken”, erklärte Matentzoglu. Für ihn ist sie dabei nur ein Schritt auf dem Weg in weitere Formen teilstationärer Behandlung für psychisch kranke Menschen. Seine Vision ist eine Nachmittagsklinik, in der Menschen Hilfe finden könnten, die tagsüber ihrer Arbeit weiter nachgehen können.
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