Wassenberg - Verleihung des Rheinlandtalers an Franz-Josef Breuer

WirHier Freisteller

Verleihung des Rheinlandtalers an Franz-Josef Breuer

Von: wo
Letzte Aktualisierung:
was-rheinlandtaler-fo
Bei der Verleihung des Rheinlandtalers im Wassenberger Rathaus: Willibert Roggen, Stephan Pusch, Franz-Josef Breuer, Corinna Beck und Käthe Breuer (von links). Foto: Petra Wolters

Wassenberg. Wo ansonsten die Mitglieder des Stadtrates ihren Platz haben, waren die Stuhlreihen ebenso voll besetzt wie im Zuschauerraum des Wassenberger Ratssaals.

Als erster stellvertretender Bürgermeister begrüßte Willibert Roggen zur Verleihung des Rheinlandtalers an Franz-Josef Breuer neben Familienangehörigen und Freunden, Politikern sowie Vertretern der Birgelener Vereine besonders Corinna Beck, die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Landrat Stephan Pusch sowie den Wassenberger Ehrenbürger Hanns Heidemanns, der selbst den Rheinlandtaler des Landschaftsverbands Rheinland im Jahr 2000 erhalten hat.

Im Vereinsleben aktiv

Mit Franz-Josef Breuer werde der Rheinlandtaler „an einen verdienten Brauchtumskenner und Heimatforscher” der Region verliehen, erklärte Beck in ihrer Laudatio. Sie ließ das Leben des 1931 geborenen Schuhmachers Revue passieren. „Er engagierte sich über Jahre und Jahrzehnte hinweg im Vereinsleben - wobei das Spektrum vom Fußballverein und dem Schützenverein über den Briefmarkenverein bis zur Freiwilligen Feuerwehr reicht”, betonte sie.

Diese Mitgliedschaft sei allerdings nicht nur eine formale gewesen. Breuer habe sich hier vorbildlich engagiert, „sodass er maßgeblich zum Gemeinschafts- und Kulturleben in Birgelen beitrug.”

Ausschlaggebend für die Auszeichnung sei darüber hinaus aber vielmehr gewesen, dass sich der Vereinsmensch Breuer zunehmend zum Sammler und Bewahrer von historischen Zeugnissen des Dorfes entwickelt habe. Seit über 30 Jahren trage er Dokumente aus dem Orts- und Vereinsleben zusammen.

Nach dem Abriss der Birgelener Mühle im Jahre 1987 habe er begonnen, Bildmaterial aus Birgelen zu dokumentieren und dies auch schon erfolgreich öffentlich präsentiert. „Es entstand nach und nach eine Art von Dorfarchiv zu Birgelen, wie es sonst nirgendwo zu finden ist”, würdigte Beck seine Arbeit.

„In gewisser Hinsicht ist er so etwas wie das lebendige Gedächtnis von Birgelen”, schloss sie, bevor sie ihm den Rheinlandtaler nebst Urkunde übergab. Anlässlich seines Geburtstages schenkte sie ihm zudem eine Freikarte für alle LVR-Museen. Für seine Frau Käthe hatte sie einen großen Blumenstrauß mit nach Wassenberg gebracht.

Der Rheinlandtaler sei eine hohe Auszeichnung, die nicht inflationär vergeben werde, erklärte der Landrat in seinem Grußwort. Bürgern wie Breuer, aktiv aus Liebe zu ihrer Heimat, sei es zu verdanken, „dass alles, was um uns herum passiert, dokumentiert und bewahrt wird”. Das sei schon mal als nicht modern abgetan worden, so Pusch.

Aber nicht zuletzt die hohe Nachfrage nach dem vom Kreis Heinsberg herausgegebenen Schulbuch zeige, dass das Interesse für die Heimat und deren Geschichte aktuell sehr groß sei. Gerade für viele junge Menschen fehle heute die Bindung zur Geschichte ihres Ortes. Diesen Bezug habe früher der Dorflehrer hergestellt. „Sie füllen diese Lücke aus!”, lobte er die Arbeit von Breuer.

Breuer sichtlich gerührt

Der Geehrte selbst war sichtlich gerührt ob der großen Ehre, die ihm zuteil wurde. Für ihn sei dieses Engagement aber immer selbstverständlich gewesen, „und es hat mir immer große Freude bereitet”, erklärte er. Er dankte allen, die ihn in den vielen Jahren bei seiner Arbeit unterstützt haben, namentlich auch Heinz Hensen, der die Auszeichnung für ihn beantragt hatte. Seine Frau sei nicht immer mit seinem Tun einverstanden gewesen, räumt er schmunzelnd ein, dankte aber auch ihr ganz herzlich.

Abschließend bat Breuer darum, dass Gott ihm die Kraft geben möge, die Heimat- und Kulturgeschichte Birgelens noch viele Jahre weiter dokumentieren zu können, damit sie als bleibende Erinnerung der Nachwelt zur Verfügung stehe.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert