Verein Menschenskind: Lorena aus dem Kosovo soll bald laufen lernen

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Lorena (Bildmitte) hat sehr viel Spaß bei der Ferienfreizeit vom Familien unterstützenden Dienst der Lebenshilfe.

Kreis Heinsberg. Von Weitem sind schon fröhliche Kinderstimmen zu hören, Lachen und Lärmen. Die Kinder der Ferienfreizeit vom Familien unterstützenden Dienst der Lebenshilfe Heinsberg verbringen den Tag auf dem großen Spielplatz an der Gitstapper Mühle.

Sie haben sich über den Spielplatz verteilt und probieren die verschiedenen Spielgeräte aus. Mittendrin: die sechsjährige Lorena aus dem Kosovo. Dass sie erst seit zwei Tagen zur Gruppe gehört, würde niemand vermuten. Ausgelassen tobt sie mit ihrer persönlichen Betreuerin auf dem riesigen Lufttrampolin herum und ruft immer wieder „Spaß“, „Spaß“…

Lorena ist zwei Monate zu früh in Prestina im Kosovo geboren worden. Ihr Zwillingsbruder starb kurz nach der Geburt. Die Muskulatur beider Beine ist spastisch gelähmt: infantile Cerebralparese. Nach mehreren erfolglosen Therapien wandte sich der seit mehreren Jahren im Kreis Heinsberg lebende Onkel an die Kinderklinik des Bethlehem-Gesundheitszentrums in Stolberg und an Menschenskind, einen Verein zur Förderung der Betreuung und Beratung kranker Kinder und ihrer Familien.

Der Verein finanzierte eine intensive Physiotherapie im sozialpädiatischen Zentrum der Kinderklinik Stolberg. Dennoch hat sich der Zustand von Lorena weiter verschlechtert. Seit sechs Wochen fährt sie in einem gebrauchten Kinderrollstuhl, gespendet vom Sanitätshaus Bajus in Stolberg. Nur eine Operation bietet die Chance, das Laufen zu erlernen. Ein geplanter OP-Termin im April wurde verschoben.

„Für Operation und anschließende Reha benötigen wir circa 60.000 Euro. Die Familie würde diese Summe niemals allein aufbringen können. Durch Zuwendungen von Fördervereinen und Stiftungen haben wir bislang ungefähr die Hälfte der Summe beisammen. Ich hoffe, bis zum Ende des Jahres die fehlenden Mittel aufzutreiben. Genauso wichtig ist aber auch die Überbrückung dieser Zeitspanne. Deshalb haben wir uns an den Familien unterstützenden Dienst der Lebenshilfe Heinsberg gewandt“, erklärte Dr. Volker Siller, Vorsitzender des Vereins Menschenskind.

Dieser Lebenshilfe-Dienst bot daraufhin die Teilnahme an der zweiwöchigen Ferienfreizeit für Kinder im Kindergartenalter mit und ohne Behinderung an. Das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Heinsberg half ganz unbürokratisch und richtete einen unentgeltlichen Fahrdienst zur integrativen Kita in Oberbruch ein, wo die Freizeit stattfindet. Die Leiterin der Lebenshilfe-Kita Triangel, Agi Hirtz, ist ganz begeistert: „Lorena hat die Herzen aller hier im Sturm erobert. Dafür, dass sie zum ersten Mal einen Kindergarten von innen sieht, hat sie sich unglaublich schnell integriert. Sie ist ein fröhliches Kind, sehr kommunikativ und hat sich vom ersten Moment an bei uns wohlgefühlt. Und ein paar Worte Deutsch hat sie mittlerweile auch schon gelernt. Wir können Lorena nach den zwei Wochen nicht einfach gehen lassen. Wir sind zwar eigentlich bereits voll belegt. Aber die Zeit bis zur OP kann sie auf jeden Fall bei uns bleiben!“

Denn ebenso wichtig wie die Operation ist für Lorena das Erlernen der deutschen Sprache, damit sie in der nachfolgenden Reha die therapeutischen Anweisungen verstehen und umzusetzen kann. Volker Siller: „Die Kita hier ist perfekt, denn am besten lernt man unter seinesgleichen. Und Spaß hat sie ja sowieso schon!“

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