Kreis Heinsberg - Verdienste um das Collegium Musicum

Verdienste um das Collegium Musicum

Von: ulla
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Kreis Heinsberg. Das schon traditionelle Konzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Wegberg-Rickelrath zur Erinnerung an ihren Namensgeber war neben der wieder hervorragenden Musik etwas ganz Besonderes.

Es ging nicht nur darum, die fortschrittlichen Gedanken des Volkspädagogen Anton Heinen (1869-1937) wieder einmal in Erinnerung zu rufen, sondern vor allem auch um die Verabschiedung von Professor Dr. Norbert Brendt, der seit 1982 das Collegium Musicum der VHS geleitet hatte.

In seiner Begrüßungsansprache erinnerte der Leiter der Volkshochschule, Franz-Josef Dahlmanns, an Anton Heines grundlegende Erkenntnis vom lebenslangen Lernen und daran, dass die VHS sich verpflichtet fühle, der Erwachsenenbildung einen besonderen Stellenwert einzuräumen. In seinem Dank an Norbert Brendt nach dem Konzert betonte Dahlmanns, dass unter den 1600 Programmpunkten der VHS das Collegium Musicum „unstrittig etwas Außergewöhnliches, ein Leuchtturm“ sei. Als Dozent bei der VHS und Leiter des Collegium Musicums habe Professor Brendt maßgeblich das kulturelle Leben und die kulturelle Weiterbildung im Kreis Heinsberg geprägt. Mit einem geistigen Getränk und Blumen verabschiedete der Leiter der VHS seinen langjährigen Dozenten.

Auf dem Programm dieses Konzerts standen hauptsächlich Werke von Komponisten aus dem 18. und 19. Jahrhundert von Schiassi über Gluck, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy und Silcher bis zu Johann Strauß (mit dem Kaiserwalzer) und zwei Tangos, die direkt zum Tanzen einluden. Wie man es von Norbert Brendt gewohnt war: Er führte jeweils auf seine gewohnte Art kenntnisreich in die einzelnen Werke ein und beschrieb ihren Platz in der Musikgeschichte. Und auf gewohnt hohem Niveau musizierte das Orchester unter der sicheren Leitung seines Dirigenten.

Bei der Zugabe mit „Yesterday“ vom Beatle Paul McCartney mag manch jemand vom Collegium Musicum, einschließlich Dirigent, vielleicht an die so weit entfernten „Troubles“ gedacht haben – wenn es dennProbleme gegeben haben sollte.

Von elf Jahren bis über 80

In seiner sehr persönlich und humorvoll gehaltenen Dankansprache des Orchestersprechers Werner Kamps, der dem Collegium Musicum seit dessen Anfängen angehört, ließ dieser die Entwicklung des Orchesters, das mit einigen Geigen begonnen hatte, Revue passieren. Heute gehören ihm 35 Mitglieder an, das jüngste ist elf Jahre und spielt Trompete, das älteste über 80 und spielt Geige. In all den Jahren sei das Orchester auch eng mit der Familie Brendt verbunden gewesen.

Kamps erinnerte an die Auslandsfahrten, die über 1000 Proben und etwa 260 Konzerte (darunter die schon legendären Serenadenkonzerte im Haus Spiess), die gemeinsam bestritten worden seien.Kamps weiter: „Mit Herrn Brendt als standhaftem Fels in der Brandung, oft auch im Kampf für uns gegen Bürokratie, Sturheit und Ignoranz, konnte dem Collegium Musicum durch all die Jahre nichts passieren. Darauf sind wir stolz.“ Anschließend gab es Blumen für den Musikprofessor und seine Ehefrau.

Als das Orchester seinem langjährigen Dirigenten zum Abschied das alte schottische Volkslied „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss ist alle Wiederkehr“ spielte, musste mancher Besucher ein paar Tränen verdrücken. Und die Textstelle „Das Leben ist ein Spiel; und wer es recht zu spielen weiß, gelangt ans große Ziel“ hat für ein Orchester sicherlich eine doppelte Bedeutung.

Der scheidende Dirigent selber betonte, dass in seiner langjährigen Arbeit mit dem Collegium Musicum immer das Kollegiale im Vordergrund gestanden habe. Und er bedankte sich für die langjährige harmonische Zusammenarbeit.

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