Hückelhoven/Mönchengladbach - Urteil: Sechs Jahre und drei Monate Haft

Urteil: Sechs Jahre und drei Monate Haft

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:

Hückelhoven/Mönchengladbach. Im Prozess gegen die beiden Hückelhovener, die vorigen September eine Spielhalle in Ratheim überfallen und dabei eine Mitarbeiterin schwer verletzt hatten, wurde das Urteil gesprochen.

Beide Angeklagten wurden nach dem Jugendstrafrecht zu jeweils sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Dabei, so betonte Richter Lothar Beckers, sei neben dem Erziehungsgedanken, der der Jugendstrafe zugrunde liegt, auch der Gedanke der Sühne in die Urteilsfindung eingeflossen. Beide hätten den Tod der Spielhallenaufsicht billigend in Kauf genommen und aus Habgier heimtückisch gehandelt.

Zuvor hatten in den Plädoyers die Staatsanwaltschaft jeweils sieben Jahre, der Verteidiger von Kevin S. zwei Jahre und der Verteidiger von Alexander Z. für seinen Mandanten Freispruch gefordert, weil ihm eine Tatbeteiligung nicht eindeutig nachzuweisen gewesen sei. So befanden sich an der Tatwaffe, einer rund 700 Gramm schweren Eisenstange, keine verwertbaren DNA-Spuren seines Mandanten. Sein Mitangeklagter S. hatte hingegen ausgesagt, die Stange von ihm für den Überfall ausgehändigt bekommen zu haben.

Auch habe Z. von der Beute nichts abbekommen. Daher, so der Anwalt, sei ihm die Beteiligung an dem Überfall nicht nachzuweisen, weshalb der Rechtsgrundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten” zu gelten habe. Dieser Auffassung folgte Richter Beckers nicht.

Auch die von der Verteidigung ins Feld geführte verminderte Schuldfähigkeit aufgrund von bewusstseinsveränderndem Drogenkonsum wurde in der Findung des Strafmaßes nicht berücksichtigt.

Die Aussage des Angeklagten S., er habe auf den Rücken gezielt und aufgrund seines Rauschzustandes den Kopf genommen, taten Richter, Staatsanwalt und Anwalt der Nebenklägerin U. als Schutzbehauptung ab. „Frau U. hatte an diesem Abend einen Schutzengel, sonst wäre sie jetzt vielleicht tot”, betonte Beckers. „Wer dreimal zuschlägt und den Kopf trifft, der wollte ihn auch treffen”, so sein Fazit. Der Tod des Opfers sei billigend in Kauf genommen worden, um an das Geld (rund 150 Euro) zu kommen.

„Wirkliche Reue”, so Beckers, habe keiner der beiden im Laufe der Verhandlung zu erkennen gegeben. Das Leben des Opfers sei durch die Tat „völlig umgekrempelt” worden. Ihrer Arbeit kann Frau U. nicht mehr nachgehen. Sie befindet sich derzeit auch in therapeutischer Behandlung. Das Urteil nahmen die beiden jungen Männer ohne erkennbare emotionale Regungen zur Kenntnis, bevor sie abgeführt wurden.
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