Kreis Heinsberg - Unternehmerforum: „Freude am Tun ist wunderbare Energie“

Unternehmerforum: „Freude am Tun ist wunderbare Energie“

Von: mabie
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In der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums: Die Kreissparkassen-Vorstandsmitglieder Thomas Pennartz (l.) und Hans-Josef Mertens (r.) freuten sich mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Dr. Joachim Steiner (Mitte) und Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch (2. v. r.) über ­einen gelungenen Vortrag von Jonathan Briefs (2. v. l.) . Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. Er hat auf dem Absprungbalken gesessen, überwand seine Höhenangst und ist Berater von Skispringern und anderen Topsportlern: Flow-Coach, Kommunikationstrainer und Humorberater Jonathan Briefs.

Auf die gemeinsame Einladung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG) und der Kreissparkasse Heinsberg am Dienstagabend bei einem Unternehmerforum in der voll ­besetzten ehemaligen Lohnhalle vom Carolus-Magnus-Centrum (CMC) in Übach-Palenberg einen besonderen Vortrag hielt. „Ich habe keine Lösung, aber ich bewundere das Problem“, gab Briefs gleich nach den einleitenden Worten von Dr. Joachim Steiner zu. Der WFG-Geschäftsführer hatte den Zuhörern „sehr ungewöhnliche Perspektiven“ im Blick auf die Themen Arbeiten, Handeln und Unternehmen versprochen.

Und Jonathan Briefs hielt Wort, denn, ausgehend von seiner Arbeit für Weltklasse-Skispringer, ent­wickelte er ein mehr als nur sportliches Thema, als er sich insbesondere dem inneren Antrieb widmete. Nur Stillsitzen war dabei nicht gefragt, die Gäste durften gleich zu Beginn mit einem kleinen Sprung selbst die typischen Bewegungsabläufe von Skispringern nachvollziehen.

Ob ein Glas halbvoll oder halbleer ist, wollte Briefs nicht bewerten: „Hauptsache, es löscht den Durst.“ Aber natürlich kam auch er nicht umhin, sich der Frage nach dem Wie beim Gewinnen zu widmen. „Gewinner sind Spaßarbeiter auf der Suche nach dem Flow“, sagte er und hatte damit gleich mehrere erklärungsbedürftige Begriffe ins Spiel gebracht. So erkannte Briefs beispielsweise Gewinnertypen, die eine Aufgabe ehrgeizig und eher verkrampft angehen und sich beim Scheitern in eine Spirale der Unzufriedenheit eindrehen. Wichtiger sei es aber, zielstrebig zu handeln, sich selbst zu besiegen, nicht die Zweifel an dem, was kommt, und an der nächsten bevorstehenden Aufgabe Überhand gewinnen zu lassen.

Spaßarbeiter war ein zweiter von ihm eingebrachter Begriff, den er aber nicht mit dem vielfach dem Rheinischen zugeschriebenen Laissez-faire verband. „Die Freude am Tun ist eine wunderbare Energie“, so Briefs, „denn Leute, die Spaß haben, an dem was sie tun, kommen weiter.“ So führte er mit dem zielstrebigen und mit Spaß an der Arbeit verbundenen Verfolgen auch unerreichbar scheinender Ziele den Begriff Flow ein. Darunter verstand er eine Art angespannte Konzentration, die er als eine Art „idealer Arbeitsbereich“ der menschlichen Schaffenskraft verstand. „Wenn man nicht auf die Uhr schaut, dann ist es das ideale Zusammentreffen von Lebensenergie, von Potenzial und von Stärke, die wie in einem Fluss die Dinge geschehen lassen“, schloss er.

Wenn ein Mensch in seinem Arbeitsprozess nun genau diesen Flow erreiche, bei dem er sich auf seine Stärken besinne, dann sei fokussiertes Arbeiten am Prozess und mit einer gewissen Routine wirklich zielführend. Und dazu riet Briefs noch den Anwesenden, die angesichts des Gehörten und anhand einiger Videoeinspielungen auch Gesehenen schon während des Vortrages immer wieder miteinander ins Gespräch kamen, Druck als etwas Positives, Gestalterisches zu verstehen. So schuf Briefs in seinem etwas über einstündigen Vortrag einen Gegenentwurf zum traditionellen Empfinden des „Arbeiten-Müssens“ und der Angst vor Fehlern. „Schwächen muss man wahrnehmen und daran arbeiten, sie aber nicht in den Mittelpunkt stellen“, fand er abschließend.

Daran knüpfte auch der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Thomas Pennartz, an, der nicht nur eine Anekdote von Fußballtrainer Jürgen Klopp in seine Abschlussworte einband, sondern sich auch über den regen Zuspruch zu den Veranstaltungen von WFG und Sparkasse freute.

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