Unglückliche Verbindung von Wahrheit und Wahnsinn

Von: defi
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„Also bin ich”: Jörg Kremers (l.) und Gerd Sonntag präsentieren ihren neuen Roman. Foto: defi

Heinsberg. Die Geschichte einer unglücklichen Verbindung von Wahrheit und Wahnsinn haben Jörg Kremers und Gerd Sonntag gemeinsam zu Papier gebracht. Auf 490 Romanseiten erzählt das Autoren-Duo die Geschichte des jungen Psychologen Halverstett, eines sensiblen, im Schatten seines übermächtigen Vaters stehenden Einzelgängers, der sich an seinen ersten Patienten, den gleichaltrigen Ignatius, erinnert.

Entstanden ist ein Genre übergreifender Roman, dessen Titel „Also bin ich” auf den berühmten Satz des französischen Philosophen Ren Descartes verweist „Ich denke, also bin ich”.

Die Autoren Kremers und Sonntag haben sich in der Literaturszene bereits einen Namen gemacht. Gerd Sonntag, der 1962 in Geilenkirchen geboren wurde und dort lebt, studierte Bibliothekswesen in Köln und ist hauptberuflich seit 1990 Leiter der Stadtbücherei in Heinsberg. In den 90er-Jahren gab er die Literaturzeitschrift Janus heraus.

1994 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband, es folgten die Lyrikbände „cerise” und „Aus der Sammlung der Gespenster” sowie „Schattenseiten” im Jahr 2006. 2011 erscheint in der lyrischen Reihe „Silver Horse Edition” von Peter Ettl das neueste Werk Gerd Sonntags „Die Herkunft des lyrischen Ichs”.

Jörg Kremers, der 1969 ebenfalls in Geilenkirchen geboren wurde, lebt heute in Heinsberg-Karken. Er studierte Philosophie, Sprach- und Literaturwissenschaft an der RWTH Aachen und ist angestellt bei der VHS Heinsberg, bei der er als Dozent für Sprachen tätig ist. Nach Kurzprosa-Veröffentlichungen in diversen Literaturzeitschriften erschien 1998 sein philosophischer Roman „Humana Comedia”. 2002 folgte dann der historische Roman „Mea Culpa”, der die Anfänge der Hexenverfolgung in Deutschland am Beispiel der Reichsstadt Aachen im 16. Jahrhundert nachzeichnet.

Die Idee zu „Also bin ich” hatte Jörg Kremers bereits 2005. Erste Passagen des Romans schickte er damals seinem Freund und Schriftstellerkollegen Gerd Sonntag. „Mir war sehr an einer ehrlichen Meinung in diesem frühen Stadium des Romans gelegen.” Aus der Meinung wurden Vorschläge, wie sich das Werk entwickeln könnte, schließlich wurden Kapitel gemeinsam geschrieben. Gerd Sonntag: „Wir hatten bisher nur positive Rückmeldungen von Testlesern. Manche haben den Text sogar gleich zweimal gelesen und immer wieder neue Aspekte gefunden.”

Eine der beiden Hauptfiguren des Romans Ignatius leidet unter einer „Schizoiden Psychose”; er behauptet, seinen Bruder getötet zu haben, den es nachweislich nie gegeben hat. Die zweite Hauptfigur, der unerfahrene Psychologe Halverstett ist sicher, zum Kern dieser Wahnidee vordringen zu können. Doch je tiefer er gräbt, um so mehr gerät er in die Komödie einer irrwitzigen Identitätssuche. Sie gerät zu einem mörderischen Machtspiel.

Der Roman „Also bin ich” ist im Ludwigsburger Pop Verlag erschienen und wurde mit dem Prosa-Debütpreis 2011 dieses Verlags ausgezeichnet worden.
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