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Übernimmt der Kreis alle Förderschulen?

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Mit Blick auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im schulischen Bereich und auf die angestrebte verstärkte Inklusion für Kinder mit besonderem Förderbedarf steht die Frage im Blickpunkt: Was wird aus den Förderschulen im Kreis Heinsberg?

Ursprünglich hatten Schulausschuss, Kreisausschuss und Kreistag beschlossen, dass ein Gutachten zu möglichen Inklusionsszenarien mit ihren Chancen und Problemen (samt Betrachtung finanzieller Aspekte und Auswirkungen auf die Belastungssituation der Lehrer und die Qualität des Unterrichts) bei der Bonner Projektgruppe Bildung und Region erst nach der Verabschiedung des neunten Schulrechtsänderungsgesetzes in Auftrag gegeben werden sollte. Doch wann dieses Gesetz im Landtag verabschiedet wird, weiß niemand genau. Jetzt votierte der Kreisausschuss einstimmig dafür, die Beauftragung des Gutachters solle „zeitnah“ erfolgen.

Im Schulausschuss waren im November – wie berichtet – „Eckpunkte als Diskussionsgrundlage für die Weiterentwicklung der Förderschullandschaft im Kreis Heinsberg” bekannt geworden. Demnach war einvernehmlich zwischen den Schulträgern festgelegt worden, dass die Förderschulen für Lernen auslaufen sollten; Träger sind Städte, Gemeinden und Zweckverbände.

Ebenfalls solle die Gebrüder-Grimm-Schule, die Förderschule für Sprache, auslaufen, hieß es weiter. Die Janusz-Korczak-Schule, die Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung, solle als System formal im Sinne einer „Schule ohne Gebäude” bestehen bleiben; die Beschulung der Schüler soll dezentral an Regelschulen in besonderen „pädagogischen Settings”erfolgen. Unberührt bliebe die Rurtal-­Schule in Oberbruch mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

Im Januar hat sich – so wurde nun dem Kreisausschuss mitgeteilt – die Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister dafür ausgesprochen, den Kreis um Prüfung der Übernahme der Trägerschaft für alle Förderschulen im Kreis Heinsberg zu bitten. Der Kreis ist derzeit Träger von Gebrüder-Grimm-Schule, Janusz-Korczak-Schule und Rurtal-­Schule. Daneben gibt es die Comenius-Schule in Übach-Palenberg, die Don-Bosco-Schule in Oberbruch, die Mercator-Schule in Gangelt, die Pestalozzischule in Erkelenz und die Peter-Jordan-Schule in Hückelhoven.

Zwischen den Bürgermeistern habe Einvernehmen in der Einschätzung bestanden, dass aufgrund veränderter Schülerzahlen die Struktur der Förderschullandschaft neu zu überdenken und letztendlich nur eine kreisweit abgestimmte Regelung sinnvoll sei. Der Runde Tisch zur kreisweiten Schulentwicklungsplanung kam im Februar nach Angaben der Kreisverwaltung in einer Diskussion – losgelöst von den zum Teil unterschiedlichen grundsätzlichen Auffassungen zur Umsetzung des Inklusionsgedankens – zu der Einschätzung, dass der Veränderungsprozess aufgrund der demografischen Entwicklung und des konkreten Elternwahlverhaltens bereits begonnen habe und nicht umkehrbar sei.

Daher solle – so der Wunsch des Runden Tisches, dem der Kreisausschuss nun folgte – mit der Erstellung des Gutachtens nicht bis zur Verabschiedung des Gesetzes gewartet werden – auch zur Vermeidung von möglicherweise negativen Entwicklungen bei der Neuordnung der schulischen Strukturen im Kreis Heinsberg.

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