U3-Betreuung: Hückelhoven leistet Kraftakt für Kleinkinder

Von: Norbert F. Schuldei
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Diese Kinder haben im städtischen Kindergarten an der Danziger Straße in Ratheim ihren Platz gefunden. Für viele, die noch keine drei Jahre alt sind, muss in den Einrichtungen noch Platz geschaffen Foto: Koenigs

Hückelhoven. Vereinbarungen sind fix getroffen - die Umsetzung vom Papier in die Wirklichkeit gestaltet sich dann allerdings oft zäh, schwierig und langwierig. Bund, Länder und Kommunen hatten im Jahr 2007 vereinbart, bis zum Jahr 2013 für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren ein Angebot zur Kindertagesbetreuung zu schaffen. Bundesweit.

Da ist Hückelhoven eine löbliche Ausnahme: Schon in diesem Jahr bietet die Stadt in ihren insgesamt 19 Kindertagesstätten im Stadtgebiet für 20,2 Prozent aller Zweijährigen einen Betreuungsplatz. In den westdeutschen Bundesländern lag die Quote an solchen Betreuungsplätzen im März 2009 unter 20 Prozent; den niedrigsten Wert erreichte Nordrhein-Westfalen: 11,5 Prozent.

„Wir liegen absolut in unserem Planungsrahmen”, sagt Jugendamtsleiter Ralf Schwarzenberg. „Die vorgegebene Marge für das Jahr 2013 werden wir erreichen.” Das ist natürlich eine ziemliche Herausforderung für die Stadt: Jeder Platz, der für ein Kind, das jünger als drei Jahre ist, kostet eine Stange Geld.

Wovon der ohnehin gebeutelte Kämmerer Helmut Holländer ein Lied singen kann: „Wir müssen alle sechs städtischen Einrichtungen mit einem teilweise erheblichen finanziellen Aufwand, beispielsweise für die Schaffung von Schlafräumen, umbauen”, sagt er. Und dann rechnet Holländer vor: „Der Umbau in Rurich läuft bereits, die Baumaßnahmen liegen bei 50000 Euro, für die Einrichtung kommen noch mal 20000 Euro dazu.

Für Millich haben wir 70000 und 30000 Euro eingeplant, für Schaufenberg 40000 und 21000 Euro und für Kleingladbach 130000 Euro.” Kopfschmerzen bereitet dem Kämmerer der Kindergarten Hückelhoven: „Da sind die größten Umbauarbeiten nötig. Mit der beweilligten halben Million Euro für die reinen Baumaßnahmen und den 150000 Euro für die Einrichtung werden wir wohl kaum hinkommen.”

Um die bundesweit beschlossenen Vorgaben für das Jahr 2013 zu erfüllen, werden in zwei Jahren auf der Grundlage der „3. Fortschreibung der Kindergartenbedarfsplanung”, so heißt das im Amtsdeutsch, 247 Plätze gebraucht. „Wir werden dann eine Quote von 32,72 Prozent im Stadtgebiet erreichen”, sagt Schwarzenberg. Das Soll also übererfüllt, landesweit ist eine Mindestquote von 32 Prozent an Plätzen für unter Dreijährige in Kindertagesstätten vorgegeben.

Von der rein baulichen Seite her wird Hückelhoven also NRW-weit als Leuchtturm in Sachen Kleinkindbetreuung vorgezeigt werden können. Vorausgesetzt natürlich, die Zuschüsse des Landes werden aus welchen Gründen auch immer nach dem 9. Mai nicht reduziert oder gar eingefroren. Augenblicklich jedenfalls gibt es für jeden neuen Betreuungslatz für einen Knirps, der noch nicht drei Jahre alt ist, aus Düsseldorf 90 Prozent von 20000 Euro, also 18000.

„Mit 20000 Euro für einen Platz kommen wir aber längst nicht hin”, sagt Finanzfachmann Holländer. „Und dann”, sagt der Kämmerer, „ist da noch das riesengroße Problem mit den katholischen Kirchengemeinden.” Acht konfessionelle Kindergärten gibt es im Stadtgebiet. „Da sind 200000 bis 300000 Euro für die Ausbaumaßnahmen nicht gedeckt.” Die Hälfte davon, das ist Beschluss des Rates, könnte aus dem städtischen Haushalt gezahlt werden. Die andere Hälfte? Schweigen. „Bis August 2013 die Vorgaben des Landes zu erfüllen, ist für Hückelhoven eine große Kraftanstrengung”, sagt Helmut Holländer. „Aber wir schaffen das.”
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