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Türkische Eltern fordern mehr Sicherheit für Kinder

Von: Petra Wolters
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Vor dem Brandenburger Tor in Berlin: die Schülergruppe vom Heinsberger Kreisgymnasium mit ihrem Lehrer Wilfried Wegmann (rechts). Repro: Petra Wolters

Wassenberg. Nicht erst seit dem Mord an der kleinen Kardelen in Paderborn sorgen sich viele Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder, auch in der Region. In Wassenberg haben sich jetzt mehrere türkische Familien zusammengetan mit dem Ziel, andere Eltern auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen.

Mit der Frage, wie ihnen dies am besten gelingen könnte, wandten sich Hakime Catik und Serdar Simsik zunächst an ihre in Deutschland erscheinende, türkischsprachige Tageszeitung.

Ein Reporter dort habe ihm empfohlen, eine Pressekonferenz abzuhalten, erzählt Simsik. Dazu luden die beiden dann ein, ins Wohnzimmer der Catiks nach Wassenberg. Gleich sechs Familien aus Wassenberg, Heinsberg und aus Duisburg waren gekommen, um über ihre Sorgen zu sprechen. Simsik hatte in Deutsch und Türkisch eine Erklärung vorbereitet.

„Wir dürfen als Eltern nicht unempfindlich über diese Sache nachdenken”, hieß es darin zum Mord an Kardelen. Ihre Vorstellungen zu mehr Sicherheit hatten sie ebenfalls zu Papier gebracht. So sollten ihrer Meinung nach an Kindergärten und Schulen künftig Überwachungskameras installiert und an den Eingängen Sicherheitskräfte eingesetzt werden.

Für derartige Maßnahmen könne man vielleicht Ein-Euro-Jobs einrichten, schlug Hatice Elitok vor. Zudem könnten sich Eltern als Sicherheitskräfte engagieren. Ihr reiche es nicht, sich Sorgen zu machen. Sie wolle etwas tun, sagt sie. Sie will jetzt in ihrer Umgebung in Kindergärten und Schulen Unterschriften sammeln. „Am Anfang ist immer die Idee”, ergänzte ihr Mann Kadir. Deutschland sei für seinen Sozialstaat berühmt.

Aber das Wichtigste, die Kinder, würden nicht ausreichend geschützt. „Fenster und Türen werden erneuert. Aber keiner kommt auf die Idee, eine Kamera zu installieren.” Neben der Forderung nach mehr Sicherheit wollen sich die Eltern auch für höhere Strafen engagieren. Aus der Presse hätten sie erfahren, dass die meisten Täter schon nach drei oder fünf Jahren wieder entlassen würden. Es gehe ihnen um mehr Sicherheit für alle Kinder, betonten die Väter und Mütter.

„Es ist vollkommen egal, ob es deutsche oder Ausländer betrifft”, schreiben sie dann auch selbst in ihrer Erklärung mit der Forderung dieser Eltern nach mehr Sicherheit in den Schulen und Kindergärten konfrontiert, betonte Franz Heinrichs vom Kommissariat Vorbeugung: „Ein entsprechender Bedarf ist an uns bisher weder von Schulen noch von Eltern herangetragen worden. In der hier geforderten Intensität halte ich ihn hier bei uns im Kreis Heinsberg auch nicht für notwendig.”

Das Kommissariat Vorbeugung setze in diesem Bereich vor allem auf Prävention, erklärt er. Seit vielen Jahren biete es Informationsabende für Eltern und Erzieher an, „die sie fit machen für den Schutz von Kindern.” Noch im Mai und Oktober 2008 habe es in Wassenberg solche Abende im Kindergarten Apfelbaum gegeben, gerade im Januar erst mit großer Beteiligung in den Grundschulen in Myhl und Wassenberg.

Die Elternabende seien eine wichtige Arbeit, „die wir gerne leisten, denn die Sicherheit unserer Kinder war und ist auch uns als Polizei immer ein wichtiges Anliegen”, sagt er. Weitere Informationen und Ansprechpartner: 02452/920-5555.
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