Treue zur Gewerkschaft wird belohnt

Von: hewi
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Treue zur IG BCE wurde belohnt
Treue zur IG BCE wurde belohnt: Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie zeichnete in Hückelhoven-Hilfarth langjährige Mitglieder aus. Foto: Kerkhoff

Kreis Heinsberg. Das Regionalforum Kreis Heinsberg der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hatte in den Hilfarther Saal Sodekamp-Dohmen eingeladen, um langjährige Mitglieder zu ehren.

Viele Jubilare - mit bis zu 60 Jahren Zugehörigkeit zur Gewerkschaft - waren erschienen, um gemeinsam zu feiern und die große Zeit der Gewerkschaft aufleben zu lassen. Die Jubilare stammten aus den drei Ortsgruppen Rurtal, Hückelhoven und Schaufenberg-Gerderath.

Politische Organisation

War der Gewerkschaftsvorsitzende Michael Vassiliadis noch mit einer kurzen Videobotschaft dabei, richtete der Alsdorfer Bezirkssekretär Dennis Radke persönlich das Wort an die Gewerkschafter und Jubilare.

Die Gewerkschaften befänden sich in einer schwierigen Situation, erklärte Radke. Mit anderen Organisationen wie Vereinen, Parteien und Kirchen habe man den anhaltenden Mitgliederschwund gemeinsam. Es sei besorgniserregend, dass ehrenamtliches Engagement nicht mehr „in” sei. Die Arbeit in Vereinen und Verbänden werde als „Vereinsmeierei” abgestempelt. Umso erfreulicher sei es, dass sich die Mitglieder des Regionalforums nicht vom Zeitgeist anstecken ließen und weiterhin treu zu ihrer Gewerkschaft stünden.

Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft sei ein Bekenntnis gegen die „Konsumentenhaltung”, die sich nur an der Frage orientiere, was andere für einen tun könnten. Zugleich warnte er, dass das Erreichte nicht „in Stein gemeißelt” sei. Vielmehr gelte es, die Errungenschaften der Gewerkschaft zu verteidigen. Die Gewerkschaften seien keine „nette Hülle”, sondern eine politische Organisation mit ebensolchen Überzeugungen, für die es einzustehen gelte. Gleichzeitig forderte er die Zuhörer auf, nicht tatenlos zuzusehen, wie eine Branche nach der anderen kaputt gemacht werde.

Anschließend demonstrierten Marina Petrich und Willy Körfer in einem kleinen Bühnenspiel, wie Verhandlungen mit dem Chef aussehen würden, wenn es keine Gewerkschaften gäbe.

Nach so viel harten Fakten und Kampfbereitschaft ging es dann zu den Ehrungen über. In kleinen Texten wurde daran erinnert, wie es in den Betrieben Sophia-Jacoba und Glanzstoff (später Enka), die inzwischen bekanntlich längst ihre Tore geschlossen haben, zu der Zeit ausgesehen hat, als die Jubilare der Industriegewerkschaft beigetreten waren. 1952 setzte die vollsynthetische Faser Perlon von Oberbruch aus zum Siegeszug durch Deutschland an, während in Hückelhoven die Mechanisierung voranschritt. Vor 50 Jahren hatte Glanzstoff noch über 7000 Mitarbeiter, die Hückelhovener Zeche vor 40 Jahren noch über 3800. Die Jubilare waren Zeugen dieser großen Zeit und gleichzeitig auch Wegbereiter der modernen Arbeitsbedingungen.
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