Treppen sind Hemmschwelle für Leser

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Wolfgang Tischler: Einer der eifrigsten Leser. Nun ist er für die PC-Techniken zuständig. Auch beim Sommerputz hilft er. Foto: Pia Wilbrand

Wassenberg. Am 28. Oktober feiert die Bücherkiste ihre zweiten Geburtstag. Auch deshalb war es jetzt an der Zeit für einen Sommerputz.

Ins Leben gerufen wurde die „Bürgerbücherei” in der Wassenberger Geminschaftsgrundschule von der Projektgruppe „Familienfreundliches Wassenberg”. „Für diese Projektgruppe bräuchten wir aber jemanden, der sie weiterführt”, sagt Irmgard Stieding.

Sie selbst habe wegen zu vieler anderer ehrenamtlicher Aufgaben zurücktreten müssen. Sie kümmert sich vor allem um die Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek, Themen um die Finanzen übernimmt Annemarie Jürgens.

Über eine Bücherbörse im Frühjahr 2006 konnte die Projektgruppe erstmals auf sich aufmerksam machen und dabei etwa 3000 bis 5000 Bücher für die Bibliothek ergattern. „Viele mussten wir aber aussortieren, entweder, weil sie mehrfach vorhanden oder einfach in einem schlechten Zustand waren.”

Irmgard Stieding erinnert sich auch, dass eine große Sammlung an Geo-Heften dabei war, „aber auch die mussten wir leider rausnehmen, denn wegen Platzmangel können wir einfach keine Sachliteratur anbieten.”

Die veraltete zu schnell und laufe auch dafür einfach zu schlecht. Stolz ist sie auf die Sammlung der Heimatkalender, denn „bis auf eine Ausnahme haben wir von 1950 an jede Ausgabe.”

Besonders gut laufe Unterhaltungsliteratur. Das aktuellste Werk in den Neuanschaffungen sei der Krimi „Die goldene Schleife” von Bernhard Schlink. Irmgard Stieding schätzt, dass im Keller aber noch rund tausend Bücher lagern.

Nicht nur wegen des Platzmangels wünscht sich das Team einen anderen Standort für ihre Bibliothek. „Von älteren Leuten bekommen wir oft zu hören, dass sie gerne kommen würden, aber die vielen Treppen stellen einfach ein zu großes Hindernis dar. Ein ebenerdiger Raum wäre da viel besser.”

Eine Lösung, die die Bücherkiste dafür gefunden hat, ist die Fahrt zu verschiedenen Altenheimen. „Wir nehmen dann einfach ein paar Bücher mit, die dann vor Ort ausgeliehen werden können. Aber wir berücksichtigen auch Wünsche, und die entsprechenden Bücher bringen wir dann einfach beim nächsten Mal mit.”

Auch in der Bibliothek selber würden solche Buchwünsche berücksichtigt und nach Möglichkeit angeschafft. Dafür bekommt die Bibliothek nach einer Bedarfsberechnung einen Etat von der Stadt. Auch von den Mitgliedsbeiträgen von zwölf Euro im Jahr werden Neuanschaffungen und Autorenlesungen finanziert. Diese Lesungen finden in der Regel alle zwei Monate statt.

Das aktuelle Programm kann in Programmflyern oder auf der Internetseite nachgeschlagen werden. Als nächster Autor ist Gangolf Palm für den 26. August angekündigt. Im Internet können Interessierte zudem eine komplette Bücherliste und die Neuerwerbungen einsehen. Eine umfangreiche Suchmaschine gibt es allerdings noch nicht, ist aber eine Zukunftsvision des Bücherkisten-Teams.

Das Programm zur Katalogisierung habe die Bücherkiste dem Bistum Aachen zu verdanken. Aber einen zweiten PC wünscht sich das Team schon noch, denn dann könnten die Leser das Internet in der Bibliothek nutzen und selber einmal recherchieren.

Auch von jugendlichen Lesern würde sich die Bücherkiste mehr Zulauf wünschen. „Die beteiligen sich noch nicht so rege. Dabei können die Schüler der Gesamtschule in ihrer Bibliothek keine Bücher ausleihen. Und wir nehmen auch gerne Vorschläge von Jugendlichen an, welche Bücher sie bei uns gerne leihen würden.”

In der Bücherkiste bleibt der Leser neuerdings nicht nur Leser und Zuhörer der Autorenlesungen, sondern wird auch ermutigt, selber zu schreiben. Ab Mittwoch, 2. September, öffnet die Schreibwerstatt unter der Leitung von Ingeborg Grünebaum alle 14 Tage von 15 bis 17 Uhr.

Während Irmgard Stieding all dies berichtet, sind die anderen Ehrenamtler schon fleißig dabei, Bücher und Regale abzustauben. „Die Aufräumaktion ist aber auch nochmal eine Gelegenheit für uns Ehrenämtler, uns alle hier zu treffen”, stellt Irmgard Stieding fest. Denn am Nachmittag wollen sie nach getaner Arbeit bei Pflaumenkuchen und Kaffee noch ein bisschen zusammensitzen - auch, um zuletzt gelesene Bücher zu diskutieren.
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