Kreis Heinsberg - Trennkost schon vor 3500 Jahren in der Thora erklärt

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Trennkost schon vor 3500 Jahren in der Thora erklärt

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
Lea Fleischmann las auf Einlad
Lea Fleischmann las auf Einladung der VHS im Kreisgymnasium aus ihrem Buch „Heiliges Essen”.

Kreis Heinsberg. Mit ihrem aktuellen Buch „Heiliges Essen” war die in Israel lebende Schriftstellerin Lea Fleischmann auf ihrer jüngsten Lesereise durch Deutschland auch im Musiksaal des Heinsberger Kreisgymnasiums zu Gast.

Eingeladen hatte sie die Volkshochschule (VHS). „Lea Fleischmann ist eine ideale Botschafterin zwischen den Kulturen”, begrüßte sie für die VHS Dr. Ulla Louis-Nouvertné zu der Veranstaltung im Programmbereich Interkulturelle Begegnungen.

Das Buch „Heiliges Essen” ist Lea Fleischmanns drittes Werk in einer Buchreihe des Scherz-Verlages unter dem Titel „Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht”. Es folgt auf die Titel „Schabbat” sowie „Rabbi Nachman und die Thora”. Bevor die Autorin jedoch aus ihrem neuen Werk las, vermittelte sie den Zuhörern eindrucksvoll ihre Lebensgeschichte.

Geboren wurde sie 1947 im sogenannten DP-Lager in Ulm, einer Einrichtung zur vorübergehenden Unterbringung von „Displaced Persons” (DPs), wie es ihre jüdischen Eltern nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren, als Überlebende des Holocausts. Das letzte dieser Lager sei 1957 aufgelöst worden und sie sei mit ihren Eltern nach Frankfurt gekommen, berichtete Lea Fleischmann.

„Religion war damals für mich kein Thema, das mich in irgendeiner Form angesprochen hätte.” Sie studierte Pädagogik und Psychologie. Anschließend war sie als Lehrerin an einer Fachschule für Sozialpädagogik tätig.

Ihr Beamtenstatus war es dann, der ihr Probleme machte. Beamte seien umgeben von einem dichten Netz von Verordnungen, Anweisungen und Erlassen. „Und im dritten Reich sind die Menschen ja auch nicht wild geworden. Da war doch auch alles per Gesetz geregelt.” Ihre Angst: Wenn wieder eine radikale Gruppe an die Macht käme, würden manche Beamte wieder alles ausführen.

1979 verließ sie deshalb Deutschland und ging nach Israel. Sie habe ihre deutsche Staatsbürgerschaft zurückgegeben und gedacht, dass damit das Kapitel Deutschland beendet sei. „Die Sprache kann man aber nicht zurückgeben. Sie ist Teil der eigenen Identität”, habe sie dann in Jerusalem bemerkt.

Seitdem schreibt sie dort in Deutsch mit dem Ziel, das Judentum auch Nichtjuden verständlich zu machen und stellt ihre Bücher ein- bis zweimal pro Jahr auf Lesereisen in Deutschland vor. „Ich selbst habe das Judentum entdeckt, ohne dass ich danach gesucht hätte”, betonte sie.

Dann nahm sie ihre Zuhörer mit in die Lernstube der Rabbanit Malka, die sie selbst in die Grundlagen koscheren Essens eingeführt hat. „Koscher bedeutet erlaubt”, so Lea Fleischmann. Die Antworten auf die Fragen „Was esse ich? Wie bereite ich das Essen zu? Wie esse ich?”, fänden sich in den Speisegeboten der Thora. Damit sei vor rund 3500 Jahren schon erstmals der Artenschutz niedergeschrieben worden, Trennkost erklärt und Lebensmittelgesetze erlassen worden, fasste die Autorin die Inhalte zusammen.

Die Zuhörer erfuhren, dass für einen Juden das Essen in einen Ritus eingebettet ist, der es zu heiligem Essen macht: Hände waschen und Segensspruch vorher, Beachtung der Gebote bei Auswahl, Zubereitung und Verzehr sowie ein Gebet danach. Lea Fleischmann vermittelte ihren Zuhörern, dass man mit koscherem Essen im Einklang mit der Schöpfung leben und so jede Mahlzeit in ein spirituelles Erlebnis verwandeln könne.
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