Kreis Heinsberg - „Trampolin“ soll Kindern aus suchtbelasteten Familien helfen

„Trampolin“ soll Kindern aus suchtbelasteten Familien helfen

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Kreis Heinsberg. Die Beratungsstelle für Suchtfragen in Hückelhoven möchte Kinder aus suchtbelasteten Familien mehr in den Blick der Öffentlichkeit bringen und beteiligt sich deshalb an der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien.

So bietet die Beratungsstelle ab diesen Mittwoch, 12. Februar, eine neue zusätzliche Sprechstunde an, in der Eltern, Kinder und Jugendliche telefonisch oder nach Anmeldung auch im persönlichen Gespräch Informationen zu dem kostenlosen Gruppenangebot „Trampolin“ für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien erhalten können.

„Gleichzeitig möchten wir aber auch darauf hinweisen, dass eine neue Gruppe ab dem 17. März startet, in der noch einige Plätze frei sind“, so Marlies Trapp, Leiterin der Beratungsstelle für Suchtfragen in Trägerschaft von Caritasverband und Diakonischem Werk. Das Gruppenangebot „Trampolin“ findet wöchentlich jeweils 90 Minuten an neun Terminen statt. Für einen kostenlosen Hol- und Bringdienst zu den Treffen wird gesorgt.

Vermittelt werden sollen Informationen zu Alkohol und Drogen sowie zur Sucht als Krankheit. Weitere Inhalte sind die Stärkung des Selbstbewusstseins, das Erkennen von Stärken und Ressourcen sowie der Erwerb von Verhaltens- und Problemlösestrategien. Für die Eltern werden darüber hinaus zwei begleitende Elternabende zu Beginn und am Ende angeboten.„Trampolin ist ein Angebot, das sehr gut angenommen wird“, erzählte Mitarbeiterin Iris Wittrin, die gemeinsam mit Dragan Samardzic, Mitarbeiter der Caritas-Jugendhilfe, die Gruppe leitet.

Alle Kinder der ersten Gruppe seien hoch motiviert gewesen, hätten gut mitgemacht und bis zum Ende durchgehalten. „Uns geht es vor allem darum, ihnen deutlich zu machen, dass Sucht eine Krankheit und die Sucht der Eltern nicht ihre Schuld ist beziehungsweise sie keine Verantwortung am Suchtge-schehen ihrer Eltern tragen“, so Wittrin.

Präventiv

Das Gruppenangebot „Trampolin“ sei präventiv zu sehen. Denn in Deutschland sei jedes sechste Kind (insgesamt 2,6 Millionen Kinder) von der Suchtkrankheit in der Familie betroffen. Sehr früh würden diese Kinder Verantwortung für die Eltern übernehmen, sich um deren Bedürfnisse kümmern und selber verlernen, Kind zu sein. Hinzu komme, dass Kinder von Suchtkranken sich für ihre Eltern schämen würden. Zugleich würden sie alles versuchen, um sie zu schützen, damit niemand erfahre, dass ein Elternteil ein Suchtproblem habe.

Die Folge sei, dass etwa ein Drittel von ihnen in der Jugend oder im Erwachsenenalter eine eigene Sucht entwickele. Ein weiteres Drittel zeige psychische oder soziale Störungen. Jedoch hätten diese Kinder eine gute Chance, sich relativ gesund zu entwickeln, wenn es in ihrer Umgebung erwachsene Vertrauenspersonen gebe, die ihnen zuhören und sich ihnen zuwenden und vermitteln würden, dass Sucht eine Krankheit sei, an der sie keine Schuld hätten.

Und genau das soll „Trampolin“ leisten. „Bisher gab es keine Angebote für Kinder. Das Gruppenangebot muss sich im Suchthilfesystem etablieren und zu einem festen Angebot werden“, betonte Wittrin.

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