Training für den Ernstfall: Kreisverbände auf Nato-Flugplatz

Von: Georg Schmitz
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Bei der Katastrophenschutzübu
Bei der Katastrophenschutzübung des Roten Kreuzes in Geilenkirchen-Teveren: Eine Gruppe von DRK-Kräften war für die Verlegung von Kabeln zuständig - und das umfasste auch den Hochbau. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Zum fünften Mal trainierten die Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes aus den Bezirken Düsseldorf und Köln auf dem ehemaligen Truppenübungsgelände der Bundeswehr innerhalb des abgesperrten Bereiches vom Nato-Flugplatz in Geilenkirchen-Teveren für den Ernstfall.

Über 150 ehrenamtliche DRK-Helfer nahmen an der vom Landesverband ausgerichteten Katastrophenschutzübung teil.

Die Bereiche Technik und Sicherheit standen in diesem Jahr im Fokus des Trainings, bei dem insgesamt 65 DRK-Fahrzeuge zum Einsatz kamen. Das Übungsgelände erwies sich wieder einmal als ideales Areal für den praktischen Teil dieser Ausbildung. Aus diesem Grund war der DRK-Landesverband der Schule des Heeres und der Fachschule für Technik der Bundeswehr in Aachen, die das weiträumige Gelände mit Zufahrt über die Knuppstraße in Gangelt-Stahe zur Verfügung gestellt hatten, sehr dankbar. Darauf verwiesen DRK-Landesbereitschaftsleiterin Marlis Cremer und die Pressesprecherin des DRK-Landesverbandes Nordrhein, Anja Martin.

Das notwendige theoretische Wissen wurde den Teilnehmern zuvor am Standort in Mönchengladbach-Güdderath vermittelt. In Teveren wurde die Theorie in die Praxis umgesetzt. Und so übten die DRK-Helfer aus dem ganzen Rheinland an den zahlreichen Stationen die Aufgaben. Neben einigen Ausbildern und Lehrgangsteilnehmern stellte der DRK-Kreisverband Heinsberg seine multifunktionale erste Einsatzeinheit aus der Kreisstadt mit zwei Dutzend Kräften für die Betreuung der Teilnehmer zur Verfügung.

Dazu gehörte auch die Verpflegungsgruppe, die für Essen und Trinken zuständig war. „Mit einem Feldkochherd, der 1,2 Tonnen wiegt, können 500 Menschen versorgt werden”, berichtete Ausbilder Thomas Dohmen. Der „FKH” wird standardmäßig mit Gas betrieben und benötigt nach der Anfahrt nur 40 Minuten, um kochendes Wasser für die Speisen zu liefern. An einer anderen Station erklärte Landesfachdienstbeauftragter Eckhard Scharnweber Stiche, Bunde und Knoten. Die Knoten werden zur Materialsicherung benötigt oder zum Bewegen von schweren Teilen. Auch im Hochbau, wenn beispielsweise Kabel in vier Meter Höhe über eine Straße geführt müssen, sind Knoten in den Seilen der Grundkonstruktion unabdingbar.

Der Aufbau einer Infrastruktur ist für den Katastrophenfall besonders wichtig. „Sanitäter und Betreuer können nur arbeiten wenn die Infrastruktur stimmt”, sagte Marlis Cremer. Wie ihre Kolleginnen und Kollegen war sie froh über das schöne Wetter an den drei Übungstagen.

Das DRK war mit den beiden Fachdiensten Fernmeldedienst sowie Technik und Sicherheit vertreten. Bei dem Lehrgang „Information und Technik” hatten die Ausbilder das notwendige Wissen über althergebrachte und neue Technik zu vermitteln. Für modernste Datentechnik galt es mit den zum Teil noch in Gebrauch befindlichen alten Mitteln eine Verbindung zu schaffen. „Wir verwenden auch Technik, wie es sie schon zu Kriegszeiten gab”, so Anja Martin. Das habe seinen Grund, denn wenn modernste Kommunikationsmittel wie Digitalfunk oder Handys ausfallen würden, sei der gute alte Feldkabelbau immer noch zuverlässig.

Dafür musste aber erst die Infrastruktur geschaffen werden. Deshalb verlegten mehrere Gruppen der Fernmeldeeinheit derweil kilometerlange Kabel in dem unwegsamen Waldgelände. Dabei waren auch Höhenunterschiede zu überwinden. Und im Notfall sind Kabel auch über Straßen und Schluchten zu führen. „Wie wichtig autarke Kommunikation ist, hat die Love-Parade gezeigt”, warf Landesbereitschaftsleiterin Marlis Cremer mit Blick auf die Katastrophe von Duisburg ein.

Der Fachdienst Technik und Sicherheit war auch für die Errichtung der Notunterkünfte und Zelte, den Aufbau einer Stromversorgung über Notstromaggregate, das Beheizen der Zelte und die Instandsetzung des Fuhrparks zuständig. Zum Aufgabenbereich zählten auch so banale Dinge wie ein Reifenwechsel bei einem Lastwagen. Die Trinkwasseraufbereitung erfordert den Umgang mit Pumpen. Auch dies sowie das Befüllen mehrerer 1000-Liter-Falttanks für den Transport wurde geübt. Der Landesverband hatte einen eigenen Tankwagen mit 7500 Litern Trinkwasser mitgebracht.

Im klimatisierten Führungsraum war die Einsatzleitung untergebracht, welche die vielfältigen einzelnen Maßnahmen koordinierte.
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