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Tierheim Heinsberg: Decken vor den Türen sollen Kälte mildern

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:
Für die beiden Pekinesenmisch
Für die beiden Pekinesenmischlinge musste eine Wärmelampe installiert werden, damit sie die Kälte unbeschadet überstehen. Sina Braun (links) und Bianka Mai hoffen, dass bald eine neue Heizung Abhilfe schafft.

Heinsberg. Es weht ein eisiger Wind über das Gelände des Tierheims für den Kreis Heinsberg. Die Minus-Grade auf dem Thermometer sind für Mensch und Tier eine herbe Belastung.

Da stoßen selbst die Herzlichkeit und Wärme an ihre Grenzen, die das neue Führungsduo Bianka Mai, Vorsitzende des Tierschutzvereins, und Sina Braun, Leiterin des Tierheims, in den Räumen an der Stapperstraße in Kirchhoven verbreiten. Die klimatischen Veränderungen, seit die beiden engagierten Tierliebhaberinnen ihre Tätigkeit aufgenommen haben, beziehen sich eher auf das zwischenmenschliche Miteinander im Hinblick auf Mitarbeiter und „Kunden”. Gegen die altersschwache Heizungsanlage, die in ihrer Grundstruktur schon rund 25 Jahre auf dem Buckel hat, hilft dies nur wenig.

„Es kommt mir im Moment so vor wie in einem polnischen Tierheim”, sagt Sina Braun. „Wir hängen Decken vor die alten, nicht gedämmten Stahltüren.” Um den 35 Hunden, die in 21 Zwingern Tag für Tag auf ein neues Zuhause warten, wenigstens in der Nacht eine annehmbare Temperatur von annähernd zehn Grad Celsius zu gewährleisten, sei dies die derzeit einzige Alternative.

Für die beiden putzigen Pekinesenmischlinge, die erst vor ein paar Tagen im Tierheim abgegeben wurden, weil ihr Frauchen verstorben ist, reicht dies nicht aus. Das freundliche Pärchen war bislang nur an normale Raumtemperaturen gewöhnt und konnte sich daher noch kein richtiges Winterfell zulegen. Hier muss zusätzlich zu den Decken an den Metallschiebern zum Auslauf noch eine Wärmelampe die Not lindern.

Den beiden etwa zwölf Jahre alten Mischlingen und dem blinden Jack Russell, der einen Tag zuvor auf einem Parkplatz gefunden wurde, gehts dabei noch vergleichsweise gut, denn sie dürfen die ersten Nächte in fremder Umgebung noch im warmen Haupthaus verbringen. Aber grundsätzlich gilt: „Die Hunde müssen tagsüber in den Außenbereich gelangen. Deshalb werden die Behausungen durch den kalten Wind stärker ausgekühlt”, sagt Bianka Mai.

Auch den etwa 30 Katzen in der Quarantäne- und Krankenstation geht die Kälte an die Nieren. „Beides ist nicht ans Haupthaus angeschlossen und die alte Heizung scheint die Distanz nicht mehr richtig überbrücken zu können”, meint Sina Braun. In der Tat strahlt der Heizkörper im Zwingerbereich nur noch eine laue Wärme ab, obwohl er auf volle Leistung eingestellt ist. Auch der Schornsteinfeger habe bei seinem letzten Besuch Alarm geschlagen. „Er hat gesagt, die Messwerte der alten Heizung seien so schlecht, dass sie vor dem nächsten Winter abgeschaltet werden müsse, wenn sich nichts ändert.” Für das Tierheim ist es offenbar fünf vor Zwölf.

„Uns schwebt eine umweltfreundliche Lösung vor, bei der sich die Heizkosten im Verhältnis zum jetzigen Stand halbieren würden”, haben sich die beiden Frauen schon konkrete Gedanken gemacht. „Zudem würden wir so Platz gewinnen, da eine solche Heizung ausgelagert werden könnte in einen Container.” Unter dem Strich verschlinge das Projekt rund 20 000 Euro, für die das Tierheim dringend auf Unterstützung angewiesen ist.

Zum Glück gibt es auch vierbeinige Zeitgenossen, denen die klirrende Kälte nichts anzuhaben scheint. „Die Kleintiere, wie Kaninchen und Meerschweinchen, die das ganze Jahr über draußen sind, stecken die Temperaturen locker weg”, sagt Sina Braun. „Wenn ich abends noch mal meine Runde drehe, hüpfen sie immer noch munter herum, statt sich in ihren isolierten Boxen zu verkriechen.”
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