Thüringer Symphonieorchester entzückt begeistertes Publikum

Von: ulla
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Kreis Heinsberg. Diesmal hat beim VHS-Meisterkonzert in der Erkelenzer Stadthalle ein Orchester mit einer langen Tradition das restlos begeisterte Publikum entzückt.

Die Thüringer Symphoniker unter der Leitung von Oliver Wedel verstanden es, mit einem Klavierkonzert von Beethoven im ersten Teil und vorwiegend weihnachtlichen Klängen nach der Pause eine wirklich das Gefühl berührende Stimmung zu erzeugen.

Mit dem Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 von Ludwig van Beethoven, mit dem der Komponist 1800 gleichsam musikalisch die Tür zu einem neuen Jahrhundert aufstieß, gaben die Symphoniker ein erstes Beispiel ihres Könnens. Seine besondere Note erhielt dieses Konzert durch die gleichberechtigte dialogische Partnerschaft zwischen Orchester und Solisten. Und da glänzte der Pianist Alexander Schimpf mit furiosem Spiel, das aber nie in reine Virtuosität ausartete und immer im Dienst des Ganzen stand. Diesen Namen wird man sich merken müssen. Es gab schon Blumen für ihn und von ihm als Zugabe eine Romanze von Robert Schumann.

Fünf Stücke erfreuten nach der Pause Ohren und Herzen der Zuhörer: die Weihnachtsouvertüre über den Choral „Vom Himmel hoch, da komm´ ich her” von Otto Nicolai (1810-1849), die Ouvertüre und der Walzer aus der Ballettsuite „Der Nussknacker” von Peter Tschaikowski (1840-1893), wobei die gefühlvolle Harfe (Gisela Sieber) eine besondere Stimmung verbreitete, „Sleigh Ride” des amerikanischen Komponisten und Arrangeurs Leroy Anderson (1908-1975), wobei man als Zuhörer das Gefühl hatte, aufgrund der raffinierten Orchestrierung an dieser Schlittenfahrt teilzunehmen, der Walzer „Winterstürme” op. 184 des Tschechen Julius Fucik (1872-1916) und zuletzt eine „Weihnachtsliederfolge für Orchester”, die Toni Steidl eingerichtet hatte, 1944 im Vogtland geborener Dirigent, Pianist und Arrangeur, seit 1970 1. Kapellmeister am Theater Rudolstadt.

Seit gut zehn Jahren ist Oliver Weber Chefdirigent des Thüringer Symphonieorchesters. Ihm zuzusehen war über das musikalische Vergnügen hinaus eine Augenweide, übertrugen sich sein Temperament und seine Lebendigkeit doch nicht nur auf das Orchester, sondern auch auf die Zuhörer, die sich mit reichlich Beifall drei Zugaben erklatschten: Dabei war auch zu hören der Marsch „Hoch Heidecksburg” des Rudolstädter Komponisten und Militärmusikers Rudolf Herzer, der bis heute zu den meist gespielten Märschen in Deutschland gehört.

Das Konzert ging dann mit der dritten Zugabe zu Ende, die nach Auskunft des Dirigenten sonst nur im Silvesterkonzert gespielt wird: Es erklang der 1848 von Johann Strauß Vater komponierte Marsch zu Ehren des Feldmarschalls Radetzky - was dem einen oder anderen Zuhörer ein wenig die Weihnachtsstimmung verdarb.
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